Über hundert Landwirte mit ihren Treckern machten sich am Sonntag auf den Weg zum K+K-Zentrallager in Gronau, um dieses stundenlang zu blockieren. © Privat
Proteste

Mit Video: Landwirte blockieren mit über 100 Treckern K+K Zentrallager

Mit über 100 Treckern haben Landwirte das K+K-Zentrallager in Gronau blockiert. Erst nach etlichen Stunden wurde eine kommunikative Lösung gefunden. Doch jetzt ermittelt die Polizei.

Rund 150 Landwirte mit über 100 Traktoren haben von Sonntagabend 20 Uhr bis Montagmittag das K+K-Zentrallager in Gronau blockiert. Alle Zufahrten waren konsequent zugeparkt. Die Polizei war mit einem Großaufgebot vor Ort. Die Landwirte forderten vom Lebensmittelunternehmen ein sichtbares Bekenntnis zur regionalen Landwirtschaft. Auch die Preispolitik für Molkereiprodukte stand in der Kritik.

Nach Stunden des Ausharrens kamen Landwirte und K+K-Geschäftsführung dann am Montagmorgen ins direkte Gespräch. „Wir sind mit dem Ergebnis der Gespräche zufrieden“, resümiert Landwirt Martin Kortbuß aus Ahaus auf Anfrage der Redaktion. Zusammen mit einem Kollegen sei er Vermittler zwischen Landwirten und der K+K-Geschäftsführung gewesen, wie er im Telefonat mit der Redaktion sagt.

Blockade am Montag aufgehoben

Die Blockade des Zentrallagers wurde, so berichtet der Landwirt, gegen 10.45 Uhr am Montag aufgehoben. Das bestätigt auch die Polizei in einer Pressemitteilung. „Wir waren schon mit einer starken Besetzung vor Ort“, blickt der Landwirt auf die Nacht zurück.

Auslöser der Proteste sei die Preispolitik von K+K in Bezug auf Molkereiprodukte gewesen. Auch mache das Lebensmittelunternehmen zu wenig deutlich, bei welchen Produkten es sich um regionale Produkte handele, erläutert Martin Kortbuß die Kritik der Landwirte. „Seit über einem halben Jahr versuchen wir mit K+K ins Gespräch zu kommen, sind aber nie bis zur Geschäftsführung vorgedrungen.“

Dazu muss man wissen, dass K+K im Vorfeld der Blockade einige Produkte der Molkerei Naarmann aus Neuenkirchen aus dem Sortiment genommen und dem Verbraucher gegenüber kommuniziert haben soll, dass dies mit Lieferengpässen zusammenhänge. „Das entspricht aber nicht der Wahrheit“, so Martin Kortbuß. Die Sicht der Landwirte: Es gehe darum, die Preise zu drücken.

Video

Landwirte blockieren K+K-Zentrallager in Gronau

Gegenüber dem WDR räumte K+K-Chef Rolf Klaas am Sonntag ein, dass man sich mit der Molkerei tatsächlich bisher nicht auf einen Preis habe einigen können. Noch am Montag (11. Januar) wolle man aber mit der Molkerei ein Gespräch führen. Dies sei mittlerweile erfolgt, wie K+K in einer Pressemitteilung am Montagnachmittag wissen lässt. Ab sofort führe man wieder Produkte der Marke Naarmann. Auch sei das Unternehmen zu weiteren konstruktiven Gesprächen bereit.

Landwirte führen Gespräch mit K+K-Geschäftsführung

Zuvor führten die Landwirte Gespräche ab etwa 9.15 Uhr mit der Geschäftsführung – zunächst im Freien und später im Unternehmen. Bereits am Sonntagabend gegen 21 Uhr hatten die Landwirte der Geschäftsführung einen Katalog mit Forderungen zukommen lassen. Darin forderten sie auch eine klare Kennzeichnung von regionalen Produkten. „Genau das hat man uns jetzt zugesichert“, berichtet Landwirt Martin Kortbuß hörbar zufrieden.

In einem Antwortschreiben im Nachgang der Gespräche habe K+K versichert, in der Zukunft detaillierter auf die Regionalität von Produkten hinzuweisen. „Die Herkunftskennzeichnung ist uns Landwirten besonders wichtig“, so Kortbuß. Und das sei auch etwas, das für viele Verbraucher beim Einkauf relevant sei. „Es war eine anstrengende Nacht, aber sie hat sich aus unserer Sicht gelohnt.“

Und auch wenn die Blockade am Montagmorgen aufgelöst wurde und sich die Landwirte mit dem Lebensmittelunternehmen auf eine Lösung einigen konnten: Ein Nachspiel könnte die Aktion dennoch haben. Für die Landwirte.

Denn wie die Pressestelle der Polizei am Montagmittag mitteilte, seien zwei Strafverfahren eingeleitet worden. Zum einen wegen eines möglichen Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz, da die Demonstration nicht angemeldet gewesen sein soll, und zum anderen wegen Nötigung.

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