Einem sehr realistischen Szenario hatten sich Einsatzleiter Dominik Hörst und der Löschzug Ahaus zu stellen. In verrauchter Halle galt es zunächst, zwei Menschen zu retten. © Michael Schley
Feuerwehrübung

Mit Video: Menschen in Gefahr – Feuerwehrleute in verrauchter Halle aktiv

Lange musste die Feuerwehr Ahaus auf eine Übung im großen Stil verzichten. Coronabedingt. Nun ergab sich wieder die Chance – und mitten in die Probe hinein kam dann ein echter Ernstfall.

Als die ersten Einsatzkräfte am Donnerstagabend um kurz nach 19 Uhr am Neubau des Unternehmens Sendfeld an der Boschstraße eintreffen, scheint die Lage noch unübersichtlich. Die Ruhe trügt.

Vor dem Innenangriff kontrollieren die Einsatzkräfte ihre Ausrüstung gegenseitig.
Vor dem Innenangriff kontrollieren die Einsatzkräfte ihre Ausrüstung gegenseitig. © Michael Schley © Michael Schley

Denn im Inneren der Halle kämpfen Mitarbeiter vergeblich gegen Flammen und mit dichtem Rauch. Schnelles Handeln ist gefragt, die Menschenrettung hat oberste Priorität. Den Ernstfall probte die Feuerwehr Ahaus, erstmals nach langer coronabedingter Pause wieder im geschlossenen Löschzug.

Oberste Priorität: Mehrere Trupps drangen unter Atemschutz in die Halle ein, um die vermissten Mitarbeiter zu orten. Löschzugführer Ulrich Honrath (r.) beobachtet.
Oberste Priorität: Mehrere Trupps drangen unter Atemschutz in die Halle ein, um die vermissten Mitarbeiter zu orten. Löschzugführer Ulrich Honrath (r.) beobachtet. © Michael Schley © Michael Schley

Folgendes realistische Szenario hatte das Vorbereitungsteam mit Ulrich Honrath und Andrea Enning vorbereitet: Pellets waren aus einem feuchten Keller abgesaugt und in Big-Packs abgefüllt worden. Durch einen Gärprozess entzündeten sich die Pellets selbst.

Menschenrettung steht an oberster Stelle

Zwei Mitarbeiter erkennen dies und versuchen, der Flammen mit Feuerlöschern Herr zu werden. Aufgrund der starken Rauchentwickeln ein gefährliches Unterfangen, sie befinden sich rasch in der Halle eingeschlossen. Lebensgefahr!

Schnell konnten die versteckten Dummies gefunden und nach draußen gebracht werden.
Schnell konnten die versteckten Dummies gefunden und nach draußen gebracht werden. © Michael Schley © Michael Schley

Für die rund 40 Einsatzkräfte heißt es folglich nach dem Eintreffen, rasch zu handeln. Nach kurzer Lagebesprechung weist Einsatzleiter Dominik Hörst eine Gruppe ein, der erste von mehreren Trupps dringt unter Atemschutz in die stark verrauchte Halle ein. Schon bald können die beiden eingeschlossenen Personen geortet und gerettet werden. Die Betreuung dieser schließt sich an.

Parallel wird die weitere Brandbekämpfung vorbereitet. Beim Außenangriff kommt auch die Drehleiter mit Wasserrohr zum Einsatz. „Dazu haben wir die sogenannte Riegelstellung aufgebaut“, berichtet Dominik Hörst. Zufrieden beobachtet er in ständiger Rücksprache mit den Abschnittsleitern den Übungsfortschritt, „das hat sehr gut funktioniert, alle waren besonders motiviert“.

Beim Löschangriff von außen kam auch die Drehleiter zum Einsatz. Diese musste kurz darauf noch im Ernstfall unterstützen.
Beim Löschangriff von außen kam auch die Drehleiter zum Einsatz. Diese musste kurz darauf noch im Ernstfall unterstützen. © Michael Schley © Michael Schley

Das hat an diesem Tag einen besonderen Grund: Erstmals nach langer coronabedingter Pause konnte der gesamte Zug wieder geschlossen üben. „Zuletzt mussten wir verschiedene Programmpunkte auf drei Schichten aufteilen“, erklärt Andrea Enning. Die erste sich nun bietende Chance habe man sofort genutzt, der Wunsch danach sei enorm gewesen.

Ein zufriedenes Fazit zog Einsatzleiter Dominik Hörst (M.) gemeinsam mit den Abschnittsleitern.
Ein zufriedenes Fazit zog Einsatzleiter Dominik Hörst (M.) gemeinsam mit den Abschnittsleitern. © Michael Schley © Michael Schley

Den Abschluss der Übung stellen das Belüften der Halle und die Nachbereitung dar – „Übungsziel erreicht“, kann auch der Einsatzleiter ein zufriedenes Fazit ziehen.

„In Gewerbegebieten ist das Sicherstellen der Wasserversorgung, das Finden des nächstgelegenen Hydranten, hin und wieder mal eine Herausforderung, die es anzunehmen gilt“, wirft Dominik Hörst noch ein. Dabei würden heute die immer weiterentwickelten Alarmkarten sehr helfen.

Drehleiter unterstützt den Rettungsdienst

Noch in die Löscharbeiten von außen hinein ruft ein echter Ernstfall. „Die Drehleiter wird angefordert zur Unterstützung des Rettungsdienstes“, berichtet Ulrich Honrath, während er für den sicheren Abzug des Fahrzeugs sorgt.

Vor dem gemeinsamen Abendessen stand für die Kameraden noch die Nachbereitung der Übung auf dem Programm.
Vor dem gemeinsamen Abendessen stand für die Kameraden noch die Nachbereitung der Übung auf dem Programm. © Michael Schley © Michael Schley

Für den Rest steht nach erfolgreicher Übung nun die nicht minder wichtige Kameradschaftspflege an – gerade nach so langen Einschränkungen. Bei der Rückkehr ins Feuerwehrhaus wird der Tisch bereits gedeckt sein…

Für den Löschzug Ahaus war die Übung am Donnerstag die erste in voller Stärke nach langer coronabedingter Pause.
Für den Löschzug Ahaus war die Übung am Donnerstag die erste in voller Stärke nach langer coronabedingter Pause. © Michael Schley © Michael Schley
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