Die Mitarbeiter des von der Stadt Ahaus beauftragten Unternehmens reinigen den Bach händisch mit Sieben. © Nils Dietrich
Umweltskandal

Mit Video – Plastik im Bach: „Wir bekommen das nicht zu 100 Prozent raus“

Die Stadt Ahaus lässt derzeit umfangreiche Reinigungsarbeiten an einem Zulauf des Moorbachs durchführen, um das Gewässer von Plastikmüll zu befreien. Vollständig gelingen wird das wohl nicht.

Die beiden Männer waten vorsichtig durch den Bachlauf. Jeder trägt einen Eimer in der einen, ein Sieb in der anderen Hand. Sie wollen aber keine Fische fangen. Nein, sie suchen in dem Gewässer 1821 genannten Bach nach Plastik. Und lange suchen müssen sie nicht: Immer wieder verfangen sich kleine, farbige Partikel zusammen mit allerlei Kleingetier und Pflanzenresten in dem feinen Gitter.

Martin Köning vom Fachbereich Tiefbau und Entsorgung der Stadt Ahaus begutachtet schließlich den Fang der Männer, die für ein von der Kommune beauftragtes Gartenbauunternehmen arbeiten. Er muss nicht lange suchen, bis er die ersten Partikel findet.

Die waren bei dem Starkregen am 28. Juni vom Betriebsgelände des Kunststoffunternehmens Iso-Tech am Rottweg in die Kanalisation gespült worden. Von dort aus arbeitete sich das Plastik mehrere hundert Meter über das zwischenzeitlich gereinigte Regenrückhaltebecken bis zum Gewässer 1821 hoch, das schließlich in den Moorbach mündet.

Und hier, an der Ecke Heker- und Rotdornstraße, finden am Donnerstag umfangreiche Arbeiten statt. Mit schwerem Gerät haben die Männer eines Gartenbauunternehmens den Böschungsbewuchs entfernt. „Für freie Sicht“, sagt Martin Köning.

Und nun waten die Mitarbeiter des Unternehmens durch den Bachlauf, um die Plastikpartikel in mühsamer Handarbeit aufzusammeln. Anders gehe es nicht, erklärt Martin Köning. Der Einsatz einer Filtrationsanlage sei nicht praktikabel, die würde der Fauna in dem Gewässer schweren Schaden zufügen. Außerdem trieben die Plastikpartikel meist oben.

Die Stadt geht lieber auf Nummer sicher

Martin Köning und sein Kollege Matthias Winter entnehmen noch Wasserproben aus den Bereichen, die bereits gesäubert worden sind. „Im Sediment sieht das gut aus. Die Oberfläche ist mir nicht so geheuer“, befindet Martin Köning, während er das Glas mit der dunklen Brühe betrachtet. „Wir haben das Plastik so ziemlich raus, gehen jetzt aber auf Nummer sicher.“ Bedeutet: Die Männer des Gartenbauunternehmens sollen nochmal mit einem feineren Sieb durch den Bachlauf gehen.

Martin Köning von der Stadt Ahaus prüft eine Gewässerprobe aus dem Bach.
Martin Köning von der Stadt Ahaus prüft eine Gewässerprobe aus dem Bach. © Nils Dietrich © Nils Dietrich

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