Mona Lisa: Hier gibt es mehr als Pizza und Pasta

mlzRestaurant-Check

Die Gastro-Szene Westmünsterland ist vielfältig. Wir testen ab sofort einmal pro Woche ein Restaurant. Ohne Vorankündigung - als ganz normale Gäste. Zum Start: das Mona Lisa in Ahaus.

Ahaus

, 10.11.2018, 05:00 Uhr / Lesedauer: 4 min

Mona Lisa – das klingt nach großer Kunst. Doch der Weg zum Mona Lisa und seiner italienischen Küche führt erst einmal durch eine abendlich triste Straße ins Gewerbegebiet. Direkt neben einer Badausstellung öffnen sich die Türen zu italienischer Gastfreundschaft.

Das Mona Lisa ist mehr als eine Pizzeria, mehr als nur Pizza und Pasta. Und es fällt sofort auf, dass hierher viele Stammgäste kommen. Wir sind zum ersten Mal hier, haben für zwei Personen bestellt. Dass uns dann tatsächlich ein kleiner Tisch zugewiesen wird, stört ein wenig. Ich habe gerne etwas mehr Platz. Aber kein Problem. Wir ziehen um, und lassen uns von dem freundlichen Kellner beraten.

Die Speisekarte

Auf seine Pastagerichte ist das Mona Lisa offensichtlich stolz. Neben normalen Nudelgerichten stehen auch noch Pasta Fatta in Casa auf dem Programm, also hausgemachte Nudelspezialitäten. Wer mag und einen Partner am Tisch findet, kann auch ein Tris bestellen und sich dann gleich auf drei verschiedene Nudeln freuen. Aber auch Fisch und Fleisch und jede Menge Pizza stehen auf der Speisekarte. Das Mona Lisa hat sich auch darauf eingestellt, dass immer mehr Menschen kein Gluten vertragen und bietet sowohl Pasta wie auch Pizza glutenfrei an. Ergänzend gibt es eine Mittagskarte und eine Wochenkarte mit saisonalen Gerichten. Aktuell gibt es beispielsweise frische Muscheln im Weißwein-Gemüsesud oder in Tomatensauce (14,90 Euro) oder Ravioli mit Steinpilzen gefüllt in Parmesan-Trüffelcreme (15,90 Euro).

Gastronom Josef Lang erzählt später, dass er viele Produkte wie zum Beispiel Schinken aus Italien bezieht. Als wir ihn nach seinem Namen fragen, stutzen wir. Ja richtig, Josef Lang ist zwar seit 18 Jahren mit seinem Restaurant in Ahaus zu finden, aus Italien kommt er allerdings nicht. Lang ist Österreicher. Die Wurzeln seiner Frau allerdings liegen im Süden Italiens.

Mona Lisa: Hier gibt es mehr als Pizza und Pasta

Köstlich, das Duetto di Mare mit Carpaccio von Lachs und Seeteufel. © Ronny von Wangenheim

Die Vorspeisen:

Vor der Vorspeise kommt schnell ein kleiner Gruß aus der Küche: ein kleines Mozzarella-Röllchen mit Pesto, Olivenöl und Tomaten abgeschmeckt. Zügig geht es weiter. Als ersten Gang habe ich mich entschieden für Carpaccio vom Lachs und Seeteufel, mariniert mit Limonenvinaigrette. Beide Fischsorten sind hauchdünn geschnitten und sehen schon sehr schön auf dem Teller aus. Alles schmeckt auch sehr fein und dank der Vinaigrette sehr leicht.

Mona Lisa: Hier gibt es mehr als Pizza und Pasta

Aus Rinderfilet ist das Carpaccio aufgeschnitten. © Ronny von Wangenheim

Das Carpaccio di Manzo hat meine Begleitung gewählt, also Rinderfilet, das ebenfalls hauchdünn aufgeschnitten ist, und mit Zitronensaft, Olivenöl, Ruccola und gehobeltem Parmesan mariniert wird. Noch ein, zwei Umdrehungen aus der Pfeffermühle und schon ist der Gaumenschmaus perfekt. Das war schon mal ein guter Auftakt.

Mona Lisa: Hier gibt es mehr als Pizza und Pasta

Viele Nudeln werden im Mona Lisa selbst gemacht. © Ronny von Wangenheim

Die Hauptspeise:

Meine Begleitung hat Lust auf Fisch und lässt sich beraten. Ihm wird Seeteufel empfohlen. Ich will testen, wie gut die selbst gemachten Nudeln sind und entscheide mich für Tagliatelle all’Anatra e Porcini. Kurz darauf kehrt der Kellner wieder und präsentiert die Wochenkarte, die unserer Speisekarte nicht beilag und den Seeteufel in einer speziellen Variante bereithält. Leider. Sonst hätte ich mich womöglich für die Kalbsleber Mailänder Art entschieden. Meinen Hinweis darauf lächelt der Kellner mit italienischem Charme weg. Also hausgemachte Tortellini mit Entenbrust und Steinpilzen in Tomatensahnesauce. Die Nudel ist etwas fester als gewohnt, aber sehr geschmackvoll und gut in der Konsistenz, die Tomatensauce sämig und so geschmackvoll, dass Fleisch und Pilze etwas untergehen.

Mona Lisa: Hier gibt es mehr als Pizza und Pasta

Gibt es nicht immer: Die Seeteufelmedaillons auf Zucchinicreme stehen auf der Wochenkarte. © Ronny von Wangenheim

Auch optisch ein Highlight ist der Fisch. Ein bisschen neidisch schaue ich deshalb auf den Teller meiner Begleitung. Seeteufelmedaillons liegen auf einer Zucchinicreme und sind mit frittierten Zucchinistreifen bedeckt. Statt Reis hat sich meine Begleitung Rosmarinkartoffeln bestellt, was sehr gut passt. Der Fisch ist saftig, die Zucchinistreifen lecker, wenn auch nicht mehr ganz kross. Ich darf probieren und kann nur bestätigen: Das war eine sehr gute Wahl.

Mona Lisa: Hier gibt es mehr als Pizza und Pasta

In der Weinschaumcreme wurde eine Kugel Vanilleeis versenkt. © Ronny von Wangenheim

Das Dessert:

Es ist noch Platz für eine Crema Catalana, die mit einer knackigen karamelisierten Zuckerschicht bedeckt ist und für eine Zabaione. Die Weinschaumcreme wird in einem bauchigen Glas serviert, in die auch noch eine Kugel Vanilleeis versenkt wurde. Das Ende markiert ein Espresso. In Italien wird dazu oft ganz selbstverständlich brauner Zucker serviert. Wir mögen ihn, weil er dem Espresso eine schöne Note verleiht und weil er viel gesünder ist als weißer Zucker. Auf Nachfrage wird er uns extra gebracht – in einem Schnapsglas.

Die Getränke:

Die Weinkarte hat nur wenig offene Wein- und Rotweine, das ist etwas schade. Auch unterscheidet sich die Karte im Restaurant von der im Internet veröffentlichten. Den Luganer, den wir vorab dort entdeckt haben, bekomme ich dann auf Nachfrage. Die Beratung hätte etwas besser sein können. Flaschenweine kosten zwischen 15,90 und 29,50 Euro.

Die Preise:

Sind angemessen. Unsere Vorspeisen kosten 10,20 und 11,50 Euro und sind damit die teuersten, was den guten Produkten geschuldet ist. Die günstigste Vorspeise, also Bruschetta, ist für 4,20 Euro erhältlich. Die Preisspanne bei den Nudelgerichten liegt zwischen 5,50 und 10,30 Euro, ähnlich sieht es bei der Pizza aus. Wer Fisch oder Fleisch mag, muss mit Preisen von 14,50 bis 20,90 Euro rechnen.

Mona Lisa: Hier gibt es mehr als Pizza und Pasta

© Markus Gehring

Die Atmosphäre:

Von draußen wirkt das Restaurant etwas nüchtern. Das soll im Sommer, wenn draußen auch Tische und Stühle stehen, anders sein. Auch drinnen könnte das Mobiliar eine Modernisierung vertragen. Rote Wände und eine ungewöhnliche Bar in Form eines Motorrollers lenken aber gut davon ab. Der Service ist sehr gut. Dass Kellner weiße Handschuhe anziehen, wenn sie neues Besteck auflegen, habe ich zum ersten Mal in einem italienischen Restaurant gesehen.

Mona Lisa: Hier gibt es mehr als Pizza und Pasta

© Markus Gehring

Kinderfreundlichkeit:

Für Kinder gibt es auf Anfrage eine kleine Karte. Aber Pizza und Nudeln sind ja für Kinder immer eine gute Option.


Barrierefreiheit:

Das Restaurant ist barrierefrei.

Anfahrt / Parkplatzsituation:

Die Parkplatz-Situation ist entspannt. Hinter dem Restaurant – dorthin führt ein zweiter Ausgang – gibt es reichlich Parkplätze.

Vom Bahnhof aus sind es knapp zwei Kilometer und damit 20 Minuten, vom Marienplatz aus 15 Minuten Fußweg.

Was sagt das Netz?

Bei Trip Advisor

Zwei Bewertungen gibt es, die sind beide positiv. Eine davon: „Wer beim Italiener mehr sucht als ne Pizza, der ist hier genau richtig. Bei Josef mit seinem Team wird man auch als Gast behandelt. Ok, das Ambiente müsste mal überholt werden“. Das trifft es gut.

Bei Facebook wird das Restaurant mit 5,0 von 5 Sternen bewertet.

Restaurant-Infos:

Mona Lisa, Von-Braun-Straße 15, 48683 Ahaus, Tel. (02561) 69336, Öffnungszeiten Sonntag bis Freitag 11 bis 14 Uhr, 17 bis 23 Uhr, Samstag 17 bis 23 Uhr, E-Mail: ristmonalisa@t-online.de, Website www.ristorante-monalisa.de

Wie funktioniert der Restaurant-Check? Wir gehen ohne Vorankündigung in die jeweiligen Restaurants - als ganz normale Gäste. Wir sind keine Gastro-Experten, sondern einfach Menschen, die gerne an schönen Orten essen. Wir beschreiben die Läden so, wie wir über sie auch mit Freuden und Bekannten sprechen würden. Mit ihren Schwächen, mit ihren Stärken. Ehrlich.
Lesen Sie jetzt