Musiktheorie spielerisch verstehen lernen: Musikalische Früherziehung in der Musikschule Ahaus ist mit Einschränkungen möglich. © Gewert
Musikschule

Musikalische Früherziehung in Ahaus bleibt mit Einschränkungen möglich

Corona erschwert die musikalische Früherziehung von Kindern: Singen und Tanzen sind in gewohnter Art und Weise nicht erlaubt. Doch die Musikschule Ahaus macht das beste aus der Situation.

Bewegung und Musik kommen hier zusammen: Fünf Kinder sitzen auf Abstand in einem Raum der Musikschule Ahaus. Auf dem Boden vor ihnen liegt ein Tuch. Darunter verbirgt sich ein Gegenstand. „Was könnte das sein?“, fragt Brigitte Brink, Leiterin des Blockflöten- und Elementarbereichs.

Instrumente kennenlernen

Einzeln dürfen die Fünfjährigen vortreten und rätseln. Schnell liegt die Lösung auf der Hand: „Eine Trommel“, meint Konstantin. „Richtig geraten“, antwortet Brink. Ein großes Lächeln breitet sich auf den Gesichtern der Kinder aus. Zwei Mädchen namens Emma und drei Jungen namens Konstantin, Jannis und Yagis konzentrieren sich.

Corona macht musikalische Früherziehung schwierig

Durch Corona hat sich die Anzahl der zugelassenen Kinder in einer Kurseinheit von zehn auf fünf halbiert. Statt 60 Minuten sind jetzt 30 Minuten Zeit angesetzt. „Corona macht die musikalische Früherziehung schwierig“, erklärt Brigitte Brink. Eine Zeitlang entfiel der Unterricht komplett: „Das schränkt uns schon ein“, meint sie.

Zurück in der Kurseinheit nimmt Brigitte Brink das Instrument – die Trommel – zur Hand: „Beweg die Füße, wie die Trommel es sagt“, sagt sie freudig zu den Kindern. Normalerweise würde die Gruppe auch singen, Hand in Hand im Kreis tanzen und die Instrumente aus Holz, Metall und anderen Materialien herumreichen. All das ist gerade tabu. Dafür entdecken die Kinder an diesem Tag weitere Instrumente: Eine Triangel aus Metall, die klingt, als würden Glocken schlagen. Klangstäbe aus Holz, die den Rhythmus vorgeben.

Musikinstrumente entdecken: Was wohl unter dem Tuch verborgen liegt?
Musikinstrumente entdecken: Was wohl unter dem Tuch verborgen liegt? © Gewert © Gewert

Musikalische Früherziehung schult die Kinder

Jedes Kind darf ein Instrument wählen. Jetzt musizieren sie für kurze Zeit doch zusammen. Dann noch einmal einzeln innerhalb der Instrumentalgruppen. „So lernen sie, einheitlich zu spielen“, betont Brigitte Brink. Zwischendurch desinfiziert die Leiterin alle berührten Gegenstände sachgemäß.

Die musikalische Früherziehung schult einerseits das logische Denken, andererseits die Sprachfähigkeit. Darüber hinaus werden Gehör, Motorik sowie Kommunikationsfähigkeit gefördert. Spielerisch durch Aktivitäten mit Bewegung.

Spielerische Vorbereitung auf Instrumentalunterricht

Musikalische Früherziehung zielt darauf ab, spielerisch auf den Instrumentalunterricht vorzubereiten und ein musikalisches Verständnis für Notenzeichen zu bekommen. Sie können sie zwar nicht lesen, aber sie haben durch den Kurs die Begriffe schon einmal gehört und können sie später leichter verarbeiten.

So kommt auch die Theorie nicht zu kurz. Nachdem die Kinder die Instrumente beiseite gelegt haben, setzen sie sich an den Tisch. Brigitte Brink geht zur Tafel und zeichnet einen langen Strich auf.

Fleißig und motiviert

Fleißig motiviert holen die Fünfjährigen ihre Mappe hervor und malen nach, was sie sehen. Die Linie von Brigitte Brink zieht sich wie eine Wäscheleine über die Tafel. Der erste Ansatz einer von fünf Notenlinien ist erkennbar. Darauf zeichnet sie zwei Notenköpfe und malt sie aus. Lange Striche folgen mit oder ohne Notenhals: Viertelnoten, halbe und ganze Noten bleiben so leichter im Kopf.

Beginn: Ein halbes Jahr vor der Einschulung

Meist beginnt die musikalische Früherziehung ein halbes Jahr, bevor die Kinder eingeschult werden. Nach dem Kurs spricht Brigitte Brink oft mit den Eltern, die sich fragen, welches Instrument für ihr Kind wohl gut geeignet ist. Schnell ist die halbe Stunde um – kurz darauf folgen die nächsten Kinder, die schon eine Stufe weiter sind und Blockflöte lernen.

Weitere Kurse starten nach den Sommerferien

Die nächsten Kurse der musikalischen Früherziehung starten nach den Sommerferien. Teilnehmen können Kinder ab vier Jahren. Weitere Informationen gibt es unter https://www.stadt-ahaus.de/leben-in-ahaus/kulturquadrat/musikschule/unterrichtsangebote/?L=0