Nach Crash mit Ahauser Polizeiwache: Gronauer nun mit Haftbefehl gesucht

mlzLandgericht Münster

Ein damals 56-jähriger Gronauer fuhr nach einem Streit mit seiner Ehefrau in die Polizeiwache Ahaus. Am Freitag begann der Prozess vor dem Landgericht Münster. Allerdings ohne den Angeklagten.

Ahaus

, 14.03.2020, 04:00 Uhr / Lesedauer: 1 min

Ein lauter Knall schreckte Ende Juli 2018 die Mitarbeiter der Ahauser Polizei auf. Verursacher des Geräusches war ein damals 56-jähriger Gronauer, der mit seinem Auto am helllichten Tage die Tür der Polizeiwache an der Graeser Straße gerammt hatte. Grund für den „Unfall“ war offenbar ein eskalierter Streit mit seiner Ehefrau, die sich ebenfalls im Fahrzeug befunden hatte. Schwererer verletzt wurde niemand, der Sachschaden lag bei rund 20.000 Euro.

Am Freitag begann nun am Landgericht Münster der Prozess gegen den Gronauer. Anklagepunkte: gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr und Fahren ohne Fahrerlaubnis. Doch dem Prozessauftakt blieb der 56-Jährige fern. Unentschuldigt, wie der Vorsitzende Richter den Anwesenden erklärte: „Wir gehen davon aus, dass die Anschrift zutreffend ist und die Ladung fristgerecht zugestellt wurde.“

Angeklagter und Ehefrau fehlen beim Prozessauftakt

Weil auch der Pflichtverteidiger im Vorfeld vergeblich versucht hatte, Kontakt zum Gronauer aufzunehmen, bat der Richter die Gronauer Polizei, am gemeldeten Wohnsitz des Angeklagten vorbeizuschauen. „Falls er angetroffen wird, lassen wir ihn vorführen“, so der Vorsitzende kurz nach Verhandlungsbeginn. Kurios: Auch von der wichtigsten Zeugin, der Ehefrau des Angeklagten, fehlte am Freitag zunächst jede Spur.

Nach einer halbstündigen Unterbrechung, verkündete der Richter: „Die Gronauer Polizei konnte den Angeklagten an seiner Wohnung nicht antreffen. Er ist Ende des vergangenen Monats ausgezogen; ohne seine Mietschulden zu begleichen.“ Man gehe davon aus, dass sich der Gronauer nach Enschede abgesetzt habe. „Laut seines Bruders hat er dort eine neue Freundin“, so der Vorsitzende. Auch die Ehefrau des 56-Jährige lebe mittlerweile in den Niederlanden.

Dem Richter blieb nicht viel anderes übrig, als gegen den Gronauer einen Haftbefehl auszustellen. Erst wenn er sich in Gewahrsam befindet, wird eine neuer Termin für den Prozess angesetzt. Die geplanten Fortsetzungstermine am 24. März und 1. April entfallen.

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