"Nahrung hat Vorrang"

Wessum "Wenn wir denn genug davon abkriegten", dann wäre den Landwirten geholfen - dies äußerte MdB Johannes Röring angesichts steigender Nahrungsmittelpreise bei auf dem Niveau von 1980 verharrender Erlöse. Dennoch: "Nahrung hat Vorrang", so Röring auf der Winterversammlung in Wessum.

09.01.2008, 17:56 Uhr / Lesedauer: 1 min

<p>Bürgermeister Felix Büter (r.) stellte vor den Wessumer Landwirten die "erfreuliche Entwicklung" des städtischen Haushalts dar, von links im Bild Hans Rohde, Direktor der Landwirtschaftskammer Borken, und MdB Johannes Röring (CDU).  Spark</p>

<p>Bürgermeister Felix Büter (r.) stellte vor den Wessumer Landwirten die "erfreuliche Entwicklung" des städtischen Haushalts dar, von links im Bild Hans Rohde, Direktor der Landwirtschaftskammer Borken, und MdB Johannes Röring (CDU). Spark</p>

Damit wolle er dem Trend entgegenwirken, immer mehr Flächen zu Lasten der Nahrungsmittelerzeugung für die Erzeugung regenerativer Energie zu nutzen, für die ein höherer Erlös erzielt werden könne als bei der Erzeugung von Nahrungsmitteln. Der Verbraucher müsse entscheiden, ob er zu Gunsten der Energieerzeugung bereit sei, höherer Preise für Lebensmittel zu zahlen. Denn: Je mehr Nutzflächen für die Energieerzeugung gebraucht werden, desto kleiner wird die Fläche, auf der Nahrungsmittel erzeugt werden können. Nachfrage und damit auch die Preise würden steigen.

Mehr Beachtung

"Den Landwirten wurde der Stolz zurückgegeben" - mit diesen Worten umschrieb Röring als Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Kreisverbands Borken die Auswirkung der stetig wachsenden Berichterstattung über die Agrarmärkte und deren Entwicklung. Die Wahrnehmung der Landwirtschaft gewinne an Bedeutung. "Es ist im Jahr 2007 zwar mehr Getreide erzeugt worden als zuvor. Die Verbrauchernachfrage ist aber noch stärker gestiegen, so dass die Nachfrage immer noch größer ist als die Getreideerzeugung", so Röring.

Zuvor hatte Vorsitzender Heinz Josef Lefert die Versammlung des Landwirtschaftlichen Ortsverbands Wessum mit der Feststellung eröffnet, dass die Landwirtschaft im vergangenen Jahr nicht nur durch hohe Energie- und Futtermittelkosten, sondern wegen des ungünstigen Wetters durch eine schlechte bis mittelmäßige Ernte belastet wurde.

Bezuschussung

Der Ahauser Bürgermeister Felix Büter ging neben der positiven Entwicklung des städtischen Haushalts auch auf die von den Landwirten zu entrichtenden "C-Beiträge" für den Unterhalt fließender Gewässer ein. Diese Beiträge würden von der Stadt auch weiterhin - "nicht ganz gesetzeskonform" - zu 50 Prozent bezuschusst.

Auf die aktuellen "Änderungen der Betriebsprämie" wie Hans Rohde, Direktor der Landwirtschaftskammer Borken, hin. Er erklärte zudem, dass Anträge auf Gewährung irgendwelcher Mittel in Zukunft per CD gestellt werden sollten. sp

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