Das Gesicht des Hessenwegs wird sich ändern: Das Doppelhaus Nr. 31/33 wird abgerissen. Dort entsteht ein Neubau mit zehn Wohnungen zwischen 57 und 68 Quadratmetern sowie eine Wohnung mit 95 Quadratmetern Wohnfläche. Nur wenige Meter weiter wird gerade ein Mehrfamilienhaus mit sieben Wohnungen gebaut. © Stephan Rape
Wohnungsbau

Neubau nach Abriss: Elf neue Wohnungen werden am Hessenweg gebaut

Ein Haus mit elf neuen Wohnungen soll am Hessenweg gebaut werden. Das traf nicht bei allen Lokalpolitikern auf Zustimmung. Doch Einfluss haben sie auf das Projekt nicht.

Noch ein neues Bauprojekt steht am Hessenweg in den Startlöchern: In der vergangenen Sitzung des Ausschusses für Stadtplanung, Planen und Bauen legte der Technische Beigeordnete Thomas Hammwöhner die Pläne eines Investors vor: Das alte Doppelhaus Nr. 31/33 soll abgerissen werden. An seine Stelle tritt ein Neubau mit insgesamt elf Wohnungen. Zehn zwischen 57 und 68 Quadratmetern Größe, eine mit 95 Quadratmetern Wohnfläche.

Dazu kommen elf Stellplätze für Autos, die auf dem knapp über 1000 Quadratmeter großen Gesamtgrundstück geplant werden. „Zu wenig“, befand Hermann-Josef Haveloh (WGW). Bei elf Wohnungen, in die vornehmlich junge Paare mit je zwei Autos ziehen würden, frage er sich, wo die anderen Autos parken sollten. Der Hessenweg sei auch so schon eng.

Stellplatzsatzung soll in Kürze diskutiert werden

Eine Antwort gab es im Ausschuss nicht. Die Stellplatzfrage müsse an anderer Stelle noch einmal diskutiert werden. Nicht für dieses Objekt, sondern generell. In einem der kommenden Ausschüsse soll über eine Anpassung der entsprechenden Satzung diskutiert werden. Möglich, dass dann für neue Wohnungen mehr als ein Stellplatz verpflichtend ist.

Zurück zum eigentlichen Bauprojekt am Hessenweg: Die Straße als Übergang zum Josefsviertel jedenfalls vertrage diese Bebauung, erklärte Thomas Hammwöhner.

Reinhard Horst (WLA) sah das anders. Mit vergleichbaren Bauanträgen werde es die Stadt zukünftig häufiger zu tun haben. „Das Josefsviertel wollte damals keinen Bebauungsplan haben“, sagte er. Nun sei die Entwicklung auf dem Hessenweg nicht mehr aufzuhalten.

Bewohner des Josefsviertels hatten Bebauungsplan abgelehnt

Zur Erinnerung: Der Erstellung eines Bebauungsplans und damit verbunden einer möglichen Nachverdichtung hatten sich viele Bewohner des Josefsviertels vor einigen Jahren vehement entgegengestellt. Sie fürchteten die Überplanung ihrer Grundstücke. Stichworte? Kümmerer, Regionale 2016, Architektenwettbewerb, „Kein Land für alte Männer“ – damals insgesamt ein Fiasko für Stadtplanung und Verwaltung. Vor allem wegen mangelhafter Kommunikation.

Weil es in dem Gebiet nun keinen Bebauungsplan gibt, kann und muss die Verwaltung nach Baugesetz vorgehen. Darin ist im Paragrafen 34 verankert, dass neue Gebäude zu genehmigen sind, solange sie sich in die umliegende Bebauung einfügen. Zumindest ein dehnbarer Begriff.

Thomas Hammwöhner versuchte, die Diskussion in eine andere Richtung zu lenken: „Wir brauchen die Wohnungen“, machte er ganz deutlich. Auch sei ein Wandel auf dem Hessenweg städtebaulich durchaus vertretbar.

Manfred Wigger (FDP) schloss sich Reinhard Horst an: „Den Besitzern der Einfamilienhäuser dort wird nun das nächste Mehrfamilienhaus vor die Nase gesetzt“, sagte er. Schließlich werde ja nur wenige Grundstücke weiter gerade ein Haus mit sieben Wohnungen hochgezogen. Er warb dafür, doch noch einmal einen Versuch für einen Bebauungsplan zu starten.

Bebauungsplan? Klare Ansage für mehr Wohnbaufläche

„Dann ziehe ich den aber auch über den rückwärtigen Bereich“, machte Thomas Hammwöhner klar. Sollte er einen neuen Bebauungsplan entwerfen, wolle er dort mehr Wohnbaufläche verwirklichen. „Es geht um verträgliche Nachverdichtung“, erklärte er. Sein Appell an alle Beteiligten laute, dass er möglichst vielen Menschen ermöglichen wolle, in Ahaus ihren Wohntraum zu verwirklichen. Natürlich sei das eine Herausforderung. Gerade auf Flächen, die schon immer so ausgesehen hätten, wie es heute der Fall sei.

Damit war das Thema im Ausschuss erledigt. Die Pläne waren den Politikern ohnehin nur zur Kenntnisnahme vorgestellt worden. Sie haben – wegen der Regelung nach Paragraf 34 – keinen Einfluss auf das Bauprojekt.

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Redaktion Ahaus
Ursprünglich Münsteraner aber seit 2014 Wahl-Ahauser und hier zuhause. Ist gerne auch mal ungewöhnlich unterwegs und liebt den Blick hinter Kulissen oder normalerweise verschlossene Türen. Scheut keinen Konflikt, lässt sich aber mit guten Argumenten auch von einer anderen Meinung überzeugen.
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Stephan Rape

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