Neue Castortransporte nach Ahaus beantragt

152 Behälter einlagern

AHAUS Abgebrannte Brennelemente aus dem Forschungszentrum Jülich sollen im Brennelement-Zwischenlager Ahaus (BZA) eingelagert werden. "Wir haben einen entsprechenden Antrag beim Bundesamt für Strahlenschutz gestellt", erklärte am Dienstag BZA-Pressesprecher Burghard Rosen.

von Von Stefan Grothues

, 06.10.2009, 11:10 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Lagerung dieser Behälter in Jülich ist bis Mitte 2013 befristet. "Für ein weiteres Verbleiben der Brennelemente in Jülich über diesen Zeitraum hinaus müsste dort zu Lasten der Steuerzahler umfangreich investiert werden. Die im Zwischenlager Ahaus vorhandenen Handhabungs- und Überwachungseinrichtungen entsprechen hingegen ohne weitere Änderungen auch den Anforderungen einer Zwischenlagerung der Behälter aus Jülich -  wir sind hier absolut auf dem neuesten Stand", so Rosen. Die Castoren aus Jülich seien baugleich mit den bereits in Ahaus 305 zwischengelagerten Behältern aus dem Hochtemperaturreaktor Hamm. Die seit mehr als 20 Jahren dokumentierte radiologische Situation um das Zwischenlager Ahaus werde sich durch die Aufbewahrung der zusätzlichen Behälter aus Jülich nicht verändern. Sie werde wie bisher  die Grenzwerte der Strahlenschutzverordnung deutlich unterschreiten.

Bereits im Februar dieses Jahres hatte das Forschungszentrum Jülich das Brennelemente-Zwischenlager in Ahaus als mögliche Alternative zu seinem eigenen Zwischenlager vor Ort gennant. Die Bürgerinitiative "Kein Atommüll in Ahaus" (BI) bekräftigte am Dienstag ihre Ablehnung jeglicher Atommülltransporte nach Ahaus und kündigte Proteste an. "Das Endlagerkonzept ist völlig zusammengebrochen. Die Probleme dürfen jetzt nicht nach Ahaus verschoben werden", erklärte BI-Sprecher Felix Ruwe. Der BI-Vorsitzende Heiner Möllers äußerte unterdessen den Verdacht, dass in den vergangenen Wochen "illegale Atommülltransporte" ins Ahauser Zwischenlager durchgeführt worden seien. Burghard Rosen wies dies energisch zurück. "Wir unterliegen einer strengen Aufsicht. Wir können hier nicht einfach unbemerkt etwas einlagern." Es sei in den vergangenen Monaten lediglich mit leeren Behältern die Handhabung geprobt worden.  Diese so genannte Kalthandhabung sei Teil des Genehmigungsverfahrens zur Einlagerung schwach- und mittelradiokativer Abfälle, das seit 2006 bei der Bezirksregierung Münster laufe.

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