Neuer Bürgerwindpark in Planung

Alstätte und Ottenstein

Grün, emissionsarm, umweltfreundlich – die Deutschen haben in den letzten Jahren den Ökostrom immer mehr für sich entdeckt. Eine Gruppe von 15 Ahausern will nun diesem Trend folgen und einen Bürgerwindpark zwischen Alstätte und Ottenstein errichten.

ALSTÄTTE/OTTENSTEIN

von Von Mirko Heuping

, 09.11.2012, 14:38 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eigens dafür haben sie vor einiger Zeit eine GbR gegründet, die geeignete Plätze gesucht und mit Anwohnern und Grundbesitzern über die Realisierungsmöglichkeiten eines solchen Parks gesprochen hat. Noch steckt das Projekt in den Kinderschuhen, doch wenn es nach dem Alstätter Ortslandwirt Ludwig Wermer geht, soll sich das möglichst schnell ändern. Wichtig sei es, den Rückhalt der Bevölkerung zu spüren, betont Wermer: „Wir wollen allen Bürgern den Zugang zu diesem Projekt ermöglichen.“ Deswegen geht die GbR auch einen unkonventionellen Weg. Am 19. November findet ein Informationsabend mit Heinz Thier, Referent der BB Wind, im Gasthof Wissing in Alstätte statt. „Normalerweise wird so eine Fläche erst von der Stadt ausgewiesen und dann wird informiert“, so Wermer über das übliche Prozedere. Eine Ausweisung steht allerdings noch aus. Zunächst wolle man „die Ahauser Bürger mit ins Boot holen und versuchen, das Projekt gemeinsam voranzutreiben“, sagt Wermer.

Geplant ist die Errichtung von drei bis fünf Windkraftanlagen, die jeweils eine Leistung von drei Megawatt erbringen können. Die Kosten dafür belaufen sich auf mehr als zwölf Millionen Euro. Wermer will die Ahauser ermuntern, ihr Geld vor Ort zu investieren. Die Mindestsumme für Anleger ist noch nicht konkret festgelegt, wird sich aber im niedrigen vierstelligen Bereich bewegen. Nach aktuellem Stand sei die Rendite bei einer Bindung über 20 Jahre gut. Etwa acht bis zehn Prozent erhalten Investoren auf ihre Anlagen durch die Netzeinspeisung des Stroms. Insgesamt sollen die Kosten für den Windpark zu 25 Prozent aus Einlagen und zu 75 Prozent über eine Finanzierung gedeckt werden. Auch der Umweltaspekt spielt eine bedeutende Rolle. Die naturschutzfachliche Ersteinschätzung für die Errichtung auf dem 200 Hektar großen Gelände ist positiv. Außerdem werde man alle Lärmschutzrichtlinien einhalten, betont Wermer. Die Anlagen müssen mindestens 1000 Meter von geschlossenen Wohnbebauungen und 600 Meter von Einzelbebauungen entfernt aufgestellt werden.

Für eine Realisierung müssten jedoch nicht nur die Bürger, sondern auch die Stadt Ahaus zustimmen. Derzeit lässt diese überprüfen, welche Gebiete sich potenziell für eine Ausweisung eignen. Mit Ergebnissen ist jedoch nach Informationen von Werner Leuker (Stadt Ahaus) erst in einigen Monaten zu rechnen. Solange gelte der gültige Regionalplan für die Flächennutzung.

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