Unter den Mitarbeitenden in Pflegeeinrichtungen lehnen einige die Impfung gegen Corona ab – obwohl sie Kontakt mit besonders gefährdeten Menschen haben. (Symbolbild) © picture alliance/dpa/EUROPA PRESS
Corona-Pandemie

Nicht alle wollen den Pieks: Impfmuffel in Kliniken und Pflegeeinrichtungen

Eigentlich sollten die Mitarbeiter in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen vollständig geimpft sein – denn dort haben sie mit besonders anfälligen Menschen zu tun. Doch nicht alle wollen den Pieks.

Sollen bestimmte Berufsgruppen zu einer Impfung gegen Corona verpflichtet werden? Darüber diskutiert derzeit die Politik – aus gutem Grund: Tatsächlich gibt es in Krankenhäusern, Pflegeheimen und anderen Betreuungseinrichtungen Mitarbeiter, die sich nicht impfen lassen wollen. Dabei stehen sie berufsbedingt in Kontakt mit besonders anfälligen Personengruppen.

Beim Klinikum Westmünsterland hätten innerhalb weniger Wochen über 92 Prozent der Mitarbeiter an den Standorten Ahaus, Vreden und Stadtlohn ihre Erst- und Zweitimpfung erhalten, teilte das Unternehmen mit. „Die tatsächlichen Zahlen werden nochmal darüber liegen“, erklärte Klinik-Sprecher Tobias Rodig auf Anfrage.

Tatsächlich hätten sich noch viel mehr Mitarbeiter als die genannten 92 Prozent impfen lassen, nur eben nicht über die Klinik, sondern privat. „Wir sind nahezu vollständig geimpft“, sagte Tobias Rodig weiter. Das betreffe nicht nur das medizinische und pflegerische, sondern auch das übrige Personal, beispielsweise aus der Verwaltung.

Aber wie verhält es sich mit dem Personal, das direkten Kontakt mit besonders anfälligen Patienten hat? Auf der Intensivstation etwa? „Auch hier ist es freiwillig, sich impfen zu lassen“, führte Tobias Rodig weiter aus. Das sei eine gesetzliche Vorgabe: „Eine Impfpflicht gibt es nicht.“ Aber gerade im pflegerischen und medizinischen Bereichen habe das Klinikum Westmünsterland eine „sehr gute Quote“.

„Die Mitarbeiter sind sich ihrer Verantwortung bewusst“

Auch im Wittekindshof haben die Mitarbeiter mit Menschen zu tun, für die eine Infektion mit Covid-19 eine ernsthafte Gefahr darstellen könnte. Die Impfquote liegt hier bei den Einrichtungen im Kreis Borken, also in Ahaus und in Gronau, bei knapp 90 Prozent, wie die Einrichtung mitteilte. „Dazu zählen Mitarbeitende aus der Behindertenhilfe und der Werkstatt, aber auch aus dem therapeutischen Bereich“, erklärte Unternehmenssprecherin Jaqueline Patzer.

Und was ist mit den verbliebenen zehn Prozent? „Es besteht keine Impfpflicht, aber die Vorgesetzten suchen immer wieder das Gespräch mit den Mitarbeitern, die hier Bedenken haben“, sagte Jaqueline Patzer weiter. Viele Kollegen, die zunächst skeptisch waren, hätten sich im Laufe der Zeit für eine Impfung entschieden.

Ähnliche Zahlen meldete auch der Caritas-Verband Ahaus-Vreden: Hier sind 95 Prozent des Personals geimpft. „Die Mitarbeiter sind sich ihrer Verantwortung bewusst”, berichtete Agnes Richters, Leiterin der Personalverwaltung. Nur bei dem Impfstoff von AstraZeneca habe es bei den jüngeren Mitarbeiterinnen zwischenzeitlich Bedenken gegeben – aber auch das Problem habe sich mit der Verfügbarkeit anderer Vakzine gelöst.

Der neue Lokalsport-Newsletter für das Münsterland

Immer dienstags und freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.