Nicht jeder Anlieger der Markemoote will Flächen tauschen

Bauland Ottenstein

Im Bereich Markemoote in Ottenstein soll durch ein Umlegungsverfahren Bauland entstehen. Das Verfahren ist nicht nur kompliziert – es wird auch nicht von allen Anliegern gewünscht.

Ottenstein

, 18.07.2018, 18:09 Uhr / Lesedauer: 2 min
Dieser innen liegende Bereich an der Markemoote in Ottenstein soll über eine Umlegung zu Bauland werden. Die Pläne sehen vor, das Gebiet über eine neue Stichstraße zu erschließen.

Dieser innen liegende Bereich an der Markemoote in Ottenstein soll über eine Umlegung zu Bauland werden. Die Pläne sehen vor, das Gebiet über eine neue Stichstraße zu erschließen. © Markus Gehring

Die Quadratur des Kreises ist es nicht – aber trotzdem eine Herausforderung für die Verwaltung: eine sogenannte Umlegung im Bereich Markemoote in Ottenstein. Solche Verfahren für neues Bauland gab es in Ahaus zuletzt in den 90er-Jahren, unter anderem im Bereich „Am Kalkbruch“ und „Melchisengor“. Dabei werden Flächen getauscht und Eigentums- und Besitzverhältnisse neu geregelt. Das wollen aktuell allerdings nicht alle Anlieger mitmachen.

Das Plangebiet ist 27.000 Quadratmeter groß und liegt am nordwestlichen Rand von Ottenstein, zwischen dem Westring, der Vredener Straße, Markemoote und der Straße Am Burggraben. Das vorhandene Einfamilienhausgebiet soll nachverdichtet werden. Möglich wird dies durch Grundstücks-Teilungen. Auf den so entstandenen neuen Grundstücken kann dann gebaut werden. Doch muss es auch eine Straße geben, die zu diesen neuen Grundstücken führt. In Bebauungsplan-Entwürfen aus den 1980er-Jahren war im Plangebiet eine Stichstraße für die Bebauung des innen liegenden Bereichs angedacht. Sie wurde aber nicht verwirklicht. Jetzt unternimmt die Stadt einen neuen Anlauf. Nachdem schon im Fachausschuss die Umlegung empfohlen wurde, gab der Rat in seiner jüngsten Sitzung ebenfalls grünes Licht für das Prozedere.

„Eine große Fläche“

Bei der Umlegung handelt es sich um ein Flächentauschverfahren. „Das hat nichts mit einer Enteignung zu tun“, erklärt Stadtplaner Walter Fleige im Gespräch mit der Münsterland Zeitung. „Im Verfahren werden sämtliche Flächen zu einer großen Fläche vereinigt. Dann erhält die Stadt die Flächen, die für die Erschließung benötigt werden. Die anderen Flächen werden verteilt und aus ihnen können Baugrundstücke gebildet werden.“

Dabei sei es vom Grundsatz so, dass die Anlieger nach erfolgtem Verfahren Flächen besitzen, die an ihr vorhandenes Grundstück anschließen. „Es wird so weit wie möglich in gleicher Lage zugewiesen. Das ist im Bereich Markemoote kein Problem.“

Alle Anlieger würden in dem Maße belastet, wie sie Flächen einbringen. „Wer flächenmäßig nichts zur Straße beiträgt, der muss eine Entschädigung in Geld leisten.“ Anderenfalls hätte er ja geldwerte Vorteile. Es sei, sagt Walter Fleige, ein sehr komplexes Verfahren, um ein hohes Maß an Gerechtigkeit hinzubekommen. So wird eigens ein Umlegungsausschuss bestellt, die Geschäftsführung soll der Kreis Borken übernehmen. Ausschussvorsitzender sollte ein Jurist mit der Befähigung zum Richteramt sein, auch Experten in Sachen Vermessung und Wertermittlung sollten dem Gremium angehören, erläutert Walter Fleige.

Bis zur endgültigen Entscheidung des Gremiums gilt es, erst einmal Überzeugungsarbeit zu leisten. Längst nicht alle Anlieger wollen bei der Umlegung mitmachen, das hatte Walter Fleige schon im Ausschuss für Stadtentwicklung erklärt. Mit Anliegern sei „sehr viel“ diskutiert worden. „Man ist der Meinung, man braucht diese Stichstraße nicht.“ Es gebe Anlieger, die der Auffassung seien, sie könnten das zusätzlich geschaffene Baugrundstück über ihr eigenes Grundstück erschließen.

Gespräche mit Anliegern

Die Stadtverwaltung will mit diesen Anliegern sprechen und ihnen weiter die Vorteile der Umlegung schmackhaft machen. Dabei handelt es sich nach Aussage des Stadtplaners um einen überschaubaren Kreis. „Sie tragen keine Verfahrenskosten und bekommen ein neues Grundstück“, zählt Walter Fleige die Trümpfe auf, die er in der Hand hat. „Wir hoffen auf eine freiwillige Einigung im Kleide amtlicher Umlegung.“

Wenn die Mitwirkungsbereitschaft groß sei, werde das Verfahren voraussichtlich ein dreiviertel Jahr in Anspruch nehmen, blickt Walter Fleige in die Zukunft. „Wenn sie nicht so groß ist, kann es auch ein bis zwei Jahre dauern.“ Zudem könnten betroffene Anlieger gegen die Entscheidungen des Umlegungsausschusses Rechtsmittel einlegen.

Lesen Sie jetzt