Unter anderem in einer Ahauser Parfümerie klaute der 31-Jährige, um seinen Lebensunterhalt zu finanzieren. © Markus Gehring
Gerichtsprozess

Notorischer Dieb und Schläger: „Ich will einfach kürzere Haft!“

16 Monate Haft lautete im Juli dieses Jahres das Urteil für einen notorischen Dieb und Schläger, der auch in Ahaus sein Unwesen trieb. Doch dem Mann passte die Höhe der Strafe nicht.

Wann immer das Geld nicht mehr ausreichte, um den Kühlschrank zu füllen und die sonstigen Bedürfnisse zu befriedigen, ging ein 31-Jähriger vor fünf Jahren aus Algerien eingereister Mann auf Diebestour.

Unter anderem am Bahnhof in Rheine und einer Parfümerie in der Ahauser Innenstadt schlug er zu. Auch eine wilde Schlägerei unter Alkohol- und Medikamenteneinfluss leistete sich der Mann im Januar 2020 zu nächtlicher Stunde in Schöppingen auf der Hauptstraße.

Urteil schmeckt dem 31-Jährigen nicht

Taten, für die ihn das Amtsgericht Ahaus im Juli insgesamt zu einer 16-monatigen Haftstrafe verurteilte. Noch bis Mitte nächsten Jahres muss er seine Haftstrafe in der JVA Münster absitzen. Doch das schmeckte dem Mann, der nur gebrochen Deutsch spricht, überhaupt nicht. Er legte gegen das Urteil Einspruch ein. So gab es nun die zweite Verhandlungsrunde vor dem Landgericht Münster.

Und der Ausgang war für den 31-Jährigen gleich doppelt bitter. Doch der Reihe nach. Mit Kleidung, die mindestens zwei Nummern zu groß war, betrat der Mann unter Begleitung zweier Justizvollzugsbeamten den kleinen Saal A113 im Landgericht. Tief versunken im Stuhl war sein Blick bis auf wenige Ausnahmen nach unten gerichtet.

Klare Forderung ohne Begründung

Doch sein Anliegen machte er unmissverständlich klar: „Ich will einfach kürzere Haft.“ Einer der wenigen Sätze, die der Mann von sich gab. Warum und wieso – dazu machte er keine Angaben. Vorausgegangen war die Frage der Richterin, was er denn mit seiner Revision bezwecke.

Doch die Forderung des Mannes entlockte der Richterin nur ein müdes Lächeln. „Sie haben sich da ja schon einiges zuschulden kommen lassen und ich halte die Gesamtstrafe da auch für angemessen“, stellte sie klar. Zumal der 31-Jährige alles andere als ein unbeschriebenes Blatt ist. Etliche Diebstähle und Gewalttaten gehen auf sein Konto. Als einen „notorischen Dieb“ bezeichnete die Richterin den Mann.

Mann droht die Abschiebung

Der war übrigens 2015 unter der Angabe verschiedener Namen und Geburtsdaten nach Deutschland eingereist. Sein Asylantrag wurde zwischenzeitlich abgelehnt. Gut möglich, dass er direkt nach der Verbüßung seiner Haftstrafe abgeschoben wird. Und verbüßen muss der Mann diese in vollem Umfang. Denn schlussendlich zog der Pflichtverteidiger im Namen seines Mandanten die Berufung zurück.

Eine späte Einsicht, die den 31-Jährigen auch noch eine Stange Geld kosten wird, denn die Kosten des Berufungsverfahrens gehen auf sein Konto. Und obendrauf gab es noch einen Ratschlag der Richterin: „Sie müssen lernen, sich an Regeln zu halten, sonst wird das auch in der Zukunft nichts mit Ihnen.“

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