Große Konzerte in der Stadthalle – hier das Jahreskonzert 2019 des Feuerwehrmusikzug – gehören natürlich in die Stadthalle. Doch Kultur in Ahaus muss mehr sein als die große Bühne. © Bernhard Gausling
Meinung

Nur 2,5 Stellen im Rathaus: Ahaus tut nicht genug für die Kultur

Ahaus hat seit eineinhalb Jahren eine Kulturmanagerin mit tollen Ideen im Rathaus, findet Redakteur Stephan Rape. Doch das reicht nicht aus, schreibt er in seinem Kommentar.

Kultur ist kein Luxus. Kultur zeichnet das Gesicht einer Stadt. In Ahaus gibt es ehrenamtliche und gewerbliche Akteure, die sich um Veranstaltungen, Konzerte und Ausstellungen kümmern. Aber darauf darf sich die Stadt nicht ausruhen. Um die Aufgabe ernst zu nehmen, braucht sie genügend Fachleute. Und die hat sie gerade nicht.

Ahaus hat sich vor Jahren für eine Stadthalle dieses Formats entschieden. Das Gebäude muss mit Leben gefüllt werden und funktionieren. Das kostet Zeit und bindet Personal. Keine Frage. Kultur ist aber mehr, als die große Bühne.

Sie ist viel öfter das Kleine. Und das fehlt in der Stadt: Ein Konzert für ein Nischenpublikum. Eine Lesung, die sonst niemand auf die Beine stellt. Eine verrückte Idee, die überrascht und begeistert. Mit der Ahaus bunter und attraktiver wird.

Karen Jungkamp hat eine Reihe dieser Ideen. Aber um sie umzusetzen, sind schmale 2,5 Stellen – oder jetzt gerade sogar nur 1,5 – in ihrem Bereich einfach nicht genug. Niemand käme auf die Idee, die Planung einer Straße, die Statik eines Gebäudes oder die Aufstellung des städtischen Haushalts Ehrenamtlichen in die Hände zu geben.

Die Stadt leistet sich Fachleute für Digitalisierung, für Klimaschutz, für Fördermittel und Wirtschaftsförderung. Der Rat gab das Geld. Das muss er in der nächsten Diskussion über den Stellenplan auch für Kultur tun. Oder offen zugeben, dass ihm Kultur eben doch nicht so wichtig ist.

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Redaktion Ahaus
Ursprünglich Münsteraner aber seit 2014 Wahl-Ahauser und hier zuhause. Ist gerne auch mal ungewöhnlich unterwegs und liebt den Blick hinter Kulissen oder normalerweise verschlossene Türen. Scheut keinen Konflikt, lässt sich aber mit guten Argumenten auch von einer anderen Meinung überzeugen.
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Stephan Rape

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