Offener Brief an Weltbild beklagt schlechte Zustände

Mitarbeiter verzweifelt

Die Kritik an der Lesensart Rüdiger Wenk GmbH an der Wüllener Straße reißt nicht ab. Anfang des Jahres hatte Wenk die Firma dort gegründet und 67 Filialen der Weltbild-Gruppe übernommen. Schon damals hatten Gewerkschaft und Handel die Entwicklung hinterfragt.In einem offenen Brief wenden sich jetzt die Mitglieder des Gesamtbetriebsrates der Lesensart Rüdiger Wenk GmbH an die Geschäftsführung der Weltbild-Gruppe.

AHAUS

, 03.07.2015, 05:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Hinter dieser Tür an der Wüllener Straße hat die Lesensart Rüdiger Wenk GmbH ihren Sitz. Zu einem Kommentar war das Unternehmen nicht bereit.

Hinter dieser Tür an der Wüllener Straße hat die Lesensart Rüdiger Wenk GmbH ihren Sitz. Zu einem Kommentar war das Unternehmen nicht bereit.

Darin sprechen sie für die 350 Angestellten von Verzweiflung und Fassungslosigkeit. So würden inzwischen Filialen geschlossen oder weiterverkauft. Die neue Geschäftsführung habe nicht das Ziel, eine Buchhandlung zu betreiben, sondern wolle einzig und allein die Filialen schnell weiterverkaufen. Diese seien den Filialleitern förmlich aufgedrängt worden.

Die Verträge, die dazu vorgelegt wurden, seien den Fillialleitern jedoch unseriös und überteuert erschienen. Auch spricht der Gesamtbetriebsrat von einem psychologischen Kleinkrieg, der geführt worden sei. Die Mitarbeiter bitten in dem Schreiben die Weltbild-Geschäftsführung um Unterstützung. Schließlich sei die Verlagsgruppe auch immer noch beteiligt: Sie sei immer noch Mieter der Ladenlokale. Die Lesensart Rüdiger Wenk GmbH fungiere lediglich als Untermieter. Auch das sei nicht legal, so der Gesamtbetriebsrat. Weltbild wollte den Offenen Brief nicht kommentieren.

Völlig verschlossen

Die Firmenzentrale für 60 der 67 verkauften Weltbild-Filialen, die sich noch unter dem Dach der Lesensart Rüdiger Wenk GmbH befinden, liegt an der Wüllener Straße. Auf der - immer noch rudimentären - Internetseite des Unternehmens findet sich allerdings nur eine knapp gehaltene Liste der angeschlossenen Filialen.

Am Telefon gibt sich das Unternehmen völlig verschlossen. Man sei zu keinerlei Kommentaren bereit. Weder zum allgemeinen Betrieb, noch zum offenen Brief des Gesamtbetriebsrats oder gar zum Verbleib der sieben Filialen, die nicht mehr aufgelistet sind. "Eine Stellungnahme werden Sie von uns nicht bekommen", sagt ein Mann am Telefon, bevor er den Hörer auf die Gabel knallt.

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