Sanierung gelungen: Der Personaldienstleister Fair verkündete am Montag, dass die 300 Arbeitsplätze gerettet werden können. Durch die Folgen des Lockdowns im Frühjahr war das Unternehmen in Schieflage geraten. © Markus Gehring
Insolvenzplan rechtskräftig

Personaldienstleister Fair kann nach Insolvenz 300 Arbeitsplätze retten

Der Ahauser Personaldienstleister Fair scheint gerettet: Alle Gläubiger haben dem Insolvenzplan zugestimmt. Alle derzeit 300 Arbeitsplätze konnten gesichert werden, meldet das Unternehmen.

Gute Nachrichten kurz vor Weihnachten: Wie der Ahauser Personaldienstleister Fair am Montag vermeldet, wurde das Unternehmen erfolgreich aus der Restrukturierung geführt. Der Anfang Dezember 2020 von den Gläubigern einstimmig angenommene Insolvenzplan ist zum 20. Dezember rechtskräftig geworden. Seit Oktober 2020 zahlt das Unternehmen auch wieder aus eigener Kraft die Löhne und Gehälter.

Durch das erfolgreiche Eigenverwaltungsverfahren habe der Personaldienstleister alle derzeitigen 300 Arbeitsplätze gesichert. „Wir konnten Fair über einen Insolvenzplan erfolgreich sanieren und entschulden“, sagt der vom Unternehmen beauftragte Sanierungsexperte und Rechtsanwalt Eric Coordes. „Das Gericht wird das Verfahren in Eigenverwaltung nun zeitnah aufheben und der Personaldienstleister kann befreit neu starten.“

Trotz Lockdowns mit Zuversicht in die Zukunft

Geschäftsführerin Angela Frank ist trotz erneutem Lockdown für die Zukunft des Unternehmens zuversichtlich. „Wir haben den Geschäftsbetrieb über den gesamten Zeitraum aufrechterhalten, waren gut auf die Phase nach dem Frühjahrs-Lockdown vorbereitet und konnten von dem Aufschwung im Sommer profitieren.“ Aktuell hätten die Kunden eine den Umständen entsprechend gute Auftragslage und würden im jetzigen Lockdown weiter die Dienstleistungen des Personaldienstleister abrufen. „Solange das so bleibt, sehe ich uns auf einem guten Weg“, so Frank.

Der Personaldienstleister Fair hatte wegen des ersten Corona-Lockdowns einen erheblichen Umsatzverlust erlitten, den die Gesellschaft nicht hatte aufgefangen können. Daraufhin hatte das Unternehmen Mitte Mai beim Amtsgericht Münster ein Restrukturierungsverfahren in Eigenverwaltung beantragt. So wollte es die Folgen des Lockdowns überwinden, sich an den verändernden Markt anpassen und auf die Zeit nach Corona vorbereiten.

Unternehmen neu aufgestellt

Der Plan ging auf: Neben der Umsetzung verschiedener struktureller Anpassungen beantragten die Verantwortlichen für die Beschäftigten zunächst Kurzarbeit, später dann Insolvenzgeld. Als die Konjunktur nach dem Frühjahrs-Lockdown wieder Fahrt aufnahm, stand Fair seinen Kunden mit den entsprechenden Dienstleistungen Personalüberlassung, -vermittlung und -qualifizierung wieder zur Verfügung.

Geschäftsführerin Angela Frank und Restrukturierungsexperte Coordes sei es demnach in enger Abstimmung mit dem Sachwalter Meyer gelungen, während der gesamten Restrukturierung den Geschäftsbetrieb aufrechtzuerhalten und sukzessive zu restrukturieren.

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Redaktion Ahaus
Ursprünglich Münsteraner aber seit 2014 Wahl-Ahauser und hier zuhause. Ist gerne auch mal ungewöhnlich unterwegs und liebt den Blick hinter Kulissen oder normalerweise verschlossene Türen. Scheut keinen Konflikt, lässt sich aber mit guten Argumenten auch von einer anderen Meinung überzeugen.
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Stephan Rape

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