Der geplante Neubau der Feuer- und Rettungswache in Ahaus ist eines der Millionenprojekte, in das die Stadt Ahaus in den kommenden Jahren investieren muss. Doch etliche Projekte stehen aktuell im Stau: Weil die Planungen nicht schnell genug voran gehen. Es fehlt Personal. © Stephan Rape
Verwaltung schlägt Alarm

Personalknappheit: Geplante Investitionen stehen in Ahaus im Stau

Die Stadt Ahaus schiebt einen Berg von Investitionen vor sich her. Das Geld wäre da, doch die Planungen stocken. Allein für 2021 sind 27,5 Millionen Euro noch verfügbar. Es hapert am Personal.

In Ahaus stehen einige Investitionen im Stau. Allerdings nicht, weil nicht genügend Geld da wäre. Das Geld ist fest in den Haushalt eingeplant. Doch es kann nicht ausgegeben werden, weil die Planung nicht schnell genug voran geht. Das Problem: Wenig Personal im Rathaus.

Kämmerer Hans-Georg Althoff wählte im Finanzausschuss einen Vergleich mit dem Jahr 2011: Damals habe die Verwaltung in 80 einzelne Maßnahmen investiert. Damals waren im Rathaus 53,79 Planstellen damit befasst. Heute – zehn Jahre später – sind die Investitionsmaßnahmen auf 146 angewachsen. Eine Steigerung von 82,5 Prozent. Im Rathaus sind aber nur 61,44 Stellen dafür verantwortlich. Gegenüber 2011 lediglich eine Steigerung von 14,2 Prozent. „Das ist natürlich eine verkürzte Betrachtung, weil das Investitionsvolumen nicht berücksichtigt wird“, erklärte er den Politikern im Ausschuss. Um die Situation anschaulich zu machen, reiche sie aber aus.

Personal nicht der einzige Grund für Verzögerungen

„Jede Planung bindet Kapazitäten in der Verwaltung“, sagte er. Und ein Indiz für die Verzögerung sei eben auch die Auslastung des Personals. Weitere Gründe seien aber in der Prüfung. Marco Schröder vom Fachbereich Finanzen der Stadt Ahaus ergänzte, dass beispielsweise beim Großprojekt Mensa für das Alexander-Hegius-Gymnasium ja auch die weitere Planung den Baustart noch verzögert. Dennoch sei eben auch die knappe Personaldecke im Rathaus ein Indikator.

Er warb bei den Politikern darum, diesen Hintergrund bei den kommenden Haushaltsplanungen zu berücksichtigen. „Wir müssen uns auf die bisherigen Maßnahmen konzentrieren“, erklärte er. Schon jetzt sei klar, dass im Haushalt 2021 Maßnahmen und Projekte stehen, die die Verwaltung in diesem Jahr nicht mehr umgesetzt bekommt. Aktuell stehen in Ahaus 27,5 Millionen Euro für Investitionen bereit.

Dr. Michael Räckers (CDU) wollte im Ausschuss noch wissen, wie die Abwicklung der Investitionen in diesem Jahr im Vergleich zu den vergangenen Jahren aussehe. Eine Antwort darauf konnte Hans-Georg Althoff direkt nicht geben. Dafür müsse er die Zahlen genauer analysieren.

Dabei betonte er aber auch, dass die Investitionsquote in Ahaus im Vergleich zu anderen Städten seit Jahren außergewöhnlich hoch sei. Das habe auch die Gemeindeprüfungsanstalt bei ihrer jährlichen Prüfung zuletzt wieder einmal festgestellt.

Investitionen bleiben in kommenden Jahren hoch

Ausgaben, die auch über die kommenden Jahre hoch bleiben werden: „Wir wissen von gewaltigen Summen, die wir investieren müssen“, blickte Hans-Georg Althoff voraus. Beispiele sind der Neubau der Feuerwache Ahaus, geplante Turnhallen-Neubauten oder auch Sanierungen von Schulen. Rechtlich könnten die zwar noch nicht in einen Haushalt eingeplant werden. „Wir haben sie aber im Hinterkopf“, erklärte er.

Über den Autor
Redaktion Ahaus
Ursprünglich Münsteraner aber seit 2014 Wahl-Ahauser und hier zuhause. Ist gerne auch mal ungewöhnlich unterwegs und liebt den Blick hinter Kulissen oder normalerweise verschlossene Türen. Scheut keinen Konflikt, lässt sich aber mit guten Argumenten auch von einer anderen Meinung überzeugen.
Zur Autorenseite
Stephan Rape

Der neue Lokalsport-Newsletter für das Münsterland

Immer dienstags und freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.