Pfarrer Berning blickt der Fusion in Wessum und Wüllen gelassen entgegen

Anstehende Änderung

Bei seiner vergangenen Visitation hat Weihbischof Dr. Christoph Hegge den Termin für die Fusion der Gemeinden in Wessum und Wüllen verkündet: Am Pfingstmontag soll es soweit sein. Redakteur Stephan Teine hat darüber mit Pfarrer Michael Berning gesprochen.

WÜLLEN/WESSUM

, 06.02.2015, 18:48 Uhr / Lesedauer: 2 min

Am Pfingstmontag sollen die Gemeinden St. Martinus und St. Andreas fusionieren. Was bedeutet das? Die Fusion an sich ist ja schon seit Jahren beschlossenen. Pfingstmontag soll nur noch der rein rechtliche Akt vollzogen werden und die neue Gemeinde St. Andreas und St. Martinus auch juristisch entstehen.

Müssen sich die Gemeindemitglieder noch auf große Änderungen einstellen? Nein. Eigentlich ändert sich jetzt gar nichts mehr – vom rechtlichen Status einmal abgesehen. Die Gemeindemitglieder sind die bisherigen Schritte zur Fusion gut und bereitwillig mitgegangen.

Wie wurde die Fusion denn vorbereitet? Der Koordinierungsausschuss hat seit 2008 wirklich gute Arbeit geleistet. Pfarreiräte und Kirchenvorstände sind gut aufeinander eingespielt. Die Gemeinden sind gut zusammengewachsen.

Haben die Gemeindemitglieder Sorgen oder Ängste, die Sie mitbekommen? Wenn sich etwas ändert, gibt es ja immer Bedenken. Noch dazu bei Gemeinden, die so alt sind wie in Wüllen und Wessum. Eine Fusion bedeutet aber auch immer, von einem Teil des Bekannten Abschied zu nehmen.

Kritik bei Gemeindefusionen ist oft, dass Gemeinden nach dem Zusammenschluss zu unpersönlich werden. Gibt es diese Gefahr in Wessum und Wüllen? Wir haben hier drei hauptamtliche Geistliche für rund 10 000 Gläubige. Das persönliche Verhältnis funktioniert also noch sehr gut, denke ich.

Gibt es für den offiziellen Tag denn noch einen Festakt? Der wird demnächst geplant. Vorher möchte ich aber erst die schriftliche Bestätigung haben, dass die Fusion tatsächlich zu Pfingsten über die Bühne geht. Bisher haben wir ja nur die mündliche Zusage nach der Visitation durch den Bischof, dass die Fusion am Pfingstmontag vorgenommen wird.

Kehrt nach der Fusion der beiden Gemeinden denn Ruhe ein oder ist schon der nächste Zusammenschluss geplant? Dafür möchte ich meine Hand nicht ins Feuer legen. Wer weiß schon, was die Zukunft bringt. Aber erst einmal soll nach dieser Fusion Ruhe sein. So waren ja auch die Planungen angelegt, um Wüllen und Wessum für sich zukunftssicher aufzustellen.

Die Gemeinde funktioniert also gut? Im Moment haben wir noch genügend Schultern, um die Arbeit zu verteilen. Aber auch wir merken natürlich, dass das ehrenamtliche Engagement langsam zurückgeht.

Weil der Nachwuchs fehlt? Überhaupt nicht. Gerade unsere Vereine und Verbände funktionieren ausgezeichnet. Auch viele junge Leute bleiben hier vor Ort und werden dann Mitglied. Wir haben bei uns noch einen guten Altersquerschnitt. Der Rückgang hängt eher damit zusammen, dass die Menschen neben Schule, Ausbildung, Beruf und Familie einfach weniger Zeit haben als früher.

Trotzdem läuft es bei Ihnen noch gut. Was machen Wüllen und Wessum denn richtig, was in anderen Gemeinden nicht mehr funktioniert? Das ist sicherlich auch ein Stück weit so, weil wir hier in einem ländlichen Gebiet liegen. Die Entwicklung kommt hier etwas zeitverzögert an.

Sind also die Kirchen sonntags in Wessum und Wüllen noch voll? Nein. Das ist hier wie überall anders: Die Kirchen sind längst nicht mehr so voll wie sie einmal waren. Trotzdem haben wir in der Gemeinde hier ein gutes Fundament.

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