Pfarrer Matthias Wiemeler: Warum er nach Hörstel wechselt

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Pfarrer Matthias Wiemeler verlässt die Kirchengemeinde St.-Mariä-Himmelfahrt Alstätte und Ottenstein. Wie es dazu kam und worauf er sich freut, hat er uns erzählt.

Ahaus

, 25.06.2019, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es war eine Mitteilung, die am Wochenende viele überrascht hat: Pfarrer Matthias Wiemeler verlässt Ende August die Kirchengemeinde St.-Mariä-Himmelfahrt Altstätte und Ottenstein. Er tritt zum 1. Oktober eine Pfarrerstelle in der Kirchengemeinde St. Reinhildis Hörstel (Kreis Steinfurt) an. Das erklärte Wiemeler am Wochenende den Gläubigen in den Messen, bereits am Freitag waren die kirchlichen Gremien der Pfarrgemeinde informiert worden.

„Eine neue Aufgabe für mich“

„Der Bischof hat eine neue Aufgabe für mich“, berichtet Pfarrer Wiemeler am Montag im Gespräch mit unserer Redaktion. Als ihm das Bistum Münster das Angebot machte, nach Hörstel zu wechseln, da habe er lange überlegt, sagt Pfarrer Wiemeler.

„Ich habe hier einiges auf den Weg gebracht. Vieles ist auch zum Abschluss gekommen“, nennt der Pfarrer unter anderem den Pastoralplan sowie die Bau- und Liegenschaften-Konzeption. „Alles Sachen, da ging es ans Eingemachte.“ Nicht zuletzt musste Pfarrer Wiemeler die Fusion der Kirchengemeinden St. Mariä Himmelfahrt Alstätte und St. Georg Ottenstein mitstemmen. „Der Aufbau der Gemeinde von außen ist ein Stück gelaufen, der Aufbau von innen bleibt immer“, sagt Matthias Wiemeler über diese Zeit.

Fusion der Pfarrgemeinden

2013 fusionierten die Pfarrgemeinden, dabei gab es am Anfang durchaus Unstimmigkeiten. So stieß manchem Gläubigen die Namensgebung von Bischof Felix Genn für die neue Kirchengemeinde sauer auf. Die Gemeindeteile selbst hatten teils abweichende Vorschläge unterbreitet. Die Hilfe der kirchlichen Gremien beim Zusammenwachsen der Gemeinden sei in all den Jahren enorm gewesen, blickt Pfarrer Wiemeler im Gespräch zurück.

2011 hatte der Geistliche seinen Dienst in Alstätte angetreten. Wiemeler wurde 1971 in Recke geboren, im Jahr 2000 zum Priester geweiht und ging danach nach Gescher. Von 2002 bis 2006 war er Kaplan in St. Lamberti Ochtrup und anschließend bis zu seiner Einführung in Alstätte Vicarius Cooperator in Vreden.

Stellenwechsel „im normalen Rahmen“

Der Stellenwechsel nach acht Jahren in Alstätte sei „im normalen Rahmen“, erklärt Pfarrer Wiemeler. Als Pfarrer könne man davon ausgehen, eine Gemeinde etwa 8 bis 15 Jahre lang zu leiten und sich dann für eine neue Aufgabe bereitzuhalten.

In St. Reinhildis in Hörstel wird es eine Pfarrerstelle sein. Matthias Wiemeler unterstützt dort den Leitenden Pfarrer Christoph Winkeler und verstärkt das Seelsorgeteam. Die Kirchengemeinde im Kreis Steinfurt ist deutlich größer als die aktuell von Pfarrer Wiemeler betreute Gemeinde. „St. Reinhildis zählt gut 13.300 Katholiken“, berichtet der Geistliche. St.-Mariä-Himmelfahrt Alstätte und Ottenstein komme auf gut 7400 Gläubige.

In Hörstel erwartet ihn eine weitläufige Gemeinde mit insgesamt sieben Kirchorten (fünf Kirchen und zwei Kapellen).

Eine Herausforderung

Warum das Bistum Münster gerade ihn nach Hörstel schickt? „Ich gehe davon aus, dass das eine gute Möglichkeit ist, das Team dort aufzustocken“, antwortet er auf die Frage. „Es ist nicht so, dass ich dort nicht gebraucht würde.“ Doch natürlich sei der Wechsel auch eine Herausforderung. Gleichwohl freue er sich auf die Rückkehr in seinen Heimatkreis und die Teamarbeit mit vielen verschiedenen Leuten.

Matthias Wiemeler, der am Sonntag seinen 48. Geburtstag feierte, wird in den nächsten Wochen auf „Abschiedstournee“ durch die Kirchengemeinde gehen. Über eine Abschiedsfeier selbst hat er mit den kirchlichen Gremien noch nicht gesprochen.

Gremien zeigten sich überrascht

Noch hat er seine Zelte im Kreis Borken nicht abgebrochen, doch er weiß jetzt schon, was ihm besonders aus Alstätte und Ottenstein in Erinnerung bleiben wird. „Das ernorme Gemeinschaftsgefühl und der Zusammenhalt“, sagt Pfarrer Wiemeler. In beiden Orten sei das Engagement der Ehrenamtlichen enorm. Umso überraschter hätten Mitglieder des Kirchenvorstandes und des Pfarrgemeinderates reagiert. „Betretenes Schweigen“ habe es bei der Ankündigung seines Wechsels gegeben. „Es hat wohl keiner damit gerechnet.“ Gleichwohl sei Verständnis für seine Entscheidung gezeigt worden. Verständnis dafür, dass es für Pfarrer Wiemeler in eine andere Richtung weitergeht.

Vom Bistum Münster gab es am Dienstag noch keine Informationen, wer die Nachfolge von Pfarrer Wiemeler in Alstätte antreten wird.

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