Pfarrer Michael Berning tritt am Sonntag sein Amt in Wüllen und Wessum an

Interview

Die Pfarrgemeinden St. Andreas in Wüllen und St. Martinus in Wessum freuen sich auf ihren neuen Pfarrer. Am Sonntag wird Michael Berning in sein neues Amt eingeführt. Mit ihm sprach Redakteur Stefan Grothues.

WÜLLEN/WESSUM

von von Stefan Grothues

, 14.10.2011, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Pfarrer Michael Berning vor dem Kirchturm von St. Andreas. Dort und in St. Martinus in Wessum tritt er am Sonntag sein Amt an.

Pfarrer Michael Berning vor dem Kirchturm von St. Andreas. Dort und in St. Martinus in Wessum tritt er am Sonntag sein Amt an.

Wenn man den Abschiedsreden glauben darf, war ich nicht der Schlechteste. Ich glaube, die Werner würden sagen: Er ist ein ruhiger Mensch. Er redet nicht zu viel. Er kann gut zuhören. Ein Satz zum Abschied hat mich berührt: „Wir waren glücklich, dass Sie hier bei uns waren.“

Mit Aufregung und Freude. Ich freue mich wirklich sehr, dass ich jetzt hier bin. Und ich bin richtig gespannt, wie das hier alles so werden wird.

Das stimmt. Aber jede Fusion ist anders. Ich glaube, hier wird es einfacher: Beide Gemeinden haben ja schon gemeinsam einen Pfarrer und arbeiten eng zusammen. Wichtig aber ist in jedem Fall: Eine Fusion braucht Zeit. Es geht schließlich um die Menschen. Die neue Gemeinde muss für beide Seiten gleichermaßen eine Heimat sein, Vertrautheit, Verwurzelung und Geborgenheit bieten.

Sehr positiv! Das Ländliche und Bodenständige kommt mir sehr entgegen – und vor allem auch das Zusammengehörigkeitsgefühl, das ich schon gespürt habe.

… da bin ich geboren. Aufgewachsen bin ich sehr ländlich in Dorsten …

Ja, bei der Bundesbahn. Ich habe sogar zwei Gesellenbriefe: als Nachrichtengerätemechaniker und als Informationselektroniker.

Ich wollte das Abitur nachmachen, damals noch ohne das Ziel, Priester zu werden. Das habe ich in Bad Driburg (das Clementinum für Priesterspätberufene war das erste Gymnasium für Erwachsene in Deutschland) gemacht – es gab damals ja noch nicht so viele Möglichkeiten. Dort habe ich aber überzeugende Menschen getroffen. Der Wunsch, Theologie zu studieren ist langsam gewachsen. Die Grundlagen waren ja schon in meinem Elternhaus gelegt worden.

Ich lese gerne. Bei einem Krimi kann ich mich entspannen.

(lacht) Nein, den eher nicht. Dann lieber etwas von Henning Mankell. Aber viel Zeit für Hobbys hat ein Pfarrer gar nicht. Ich möchte ja immer für die Menschen erreichbar sein. In meiner alten Gemeinde hat mich der Kirchenvorstand sehr unterstützt und mir den Rücken für die Seelsorge freigehalten. Das erhoffe ich mir hier auch.

(lacht) Beide gleich!

…es ist wirklich so. Beide gehören ja zu den bedeutenden Gestalten der Heiligengeschichte. Andreas steht für Wagemut und Martin für Nächstenliebe und ein sehendes Herz. Das ergänzt sich doch gut.

› Pfarrer Michael Berning ist 51 Jahre alt. Am 3. Juni 1990 wurde er in Münster zum Priester geweiht. Nach Kaplansjahren in Bottrop und Warendorf trat er 1996 in der Gemeinde Maria Frieden in Werne seine erste Pfarrstelle an. Nach der Fusion der dortigen Gemeinden im Jahr 2007 war er Vicarius Cooperator in Werne St. Christophorus. › Der Einführungsgottesdienst beginnt am Sonntag um 13 Uhr in der St.-Andreas-Kirche in Wüllen. Danach ziehen die Gläubigen in einer Prozession zur St.-Martinus-Kirche nach Wessum. Dort wird die Pfarreinführung in der St.-Martinus-Kirche mit einer feierlichen Vesper fortgesetzt. Danach ist ein Empfang auf dem Kirchplatz. 

Lesen Sie jetzt