Pfarrer Thaddeus Eze verlässt die Kirchengemeinde: „Es war wunderschön in Ahaus“

mlzPfarrer Thaddeus Eze

Pfarrer Thaddeus Eze hat nach sechseinhalb Jahren die katholische Kirchengemeinde St. Mariä Himmelfahrt verlassen. Der 41-jährige Nigerianer übernimmt eine Pfarrerstelle in Emmerich.

03.03.2019, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Koffer und Umzugskartons sind so gut wie gepackt, die Regale hinter seinem Schreibtisch fast leer. Es ist Mittwoch dieser Woche. Pfarrer Thaddeus Eze trifft die letzten Vorbereitungen für seinen Abschied. Am Donnerstag soll es nach Emmerich an den Niederrhein gehen. Am Freitag ist dort sein erster Tag als Pfarrer in einer anderen Gemeinde.

Sechseinhalb Jahre war der 41 Jahre alte Nigerianer Pfarrer in St. Mariä Himmelfahrt in Ahaus. An seinen ersten Tag in Ahaus im Sommer 2012 hat er nicht mehr ganz so viele Erinnerungen. Der „besondere“ Tag, das sei der darauf folgende Sonntag gewesen. „Da wurde ich der Gemeinde im Gottesdienst vorgestellt.“

Anruf vom Bistum

Im Herbst vergangenen Jahres, kurz vor seinem Heimaturlaub, erhält Thaddeus Eze einen Anruf vom Bistum Münster. Er solle im Januar nach Emmerich in die Seelsorgeeinheit St. Christophorus/St. Johannes der Täufer wechseln. Die aus ehemals sieben Kirchengemeinden fusionierte Seelsorgeeinheit umfasst gut 14.000 Katholiken. „Mehr als in Ahaus. Hier sind es um die 11.000“ vergleicht Pfarrer Eze. Der Nigerianer soll die Stelle von Pater Zakarias Sago aus Indonesien einnehmen.

Gepräch in Emmerich

Ende Oktober 2018 spricht Thaddeus Eze mit Pfarrer Heinrich Plaßmann in Ahaus und mit dessen Amtskollegen Bernd de Baey in Emmerich. Der Wechsel sei problematisch, erläutert Pfarrer Eze damals. „Wegen der Firmvorbereitung in Ahaus.“ Die Geistlichen verständigen sich darauf, dass Thaddeus Eze nach Ende der Firmvorbereitung wechselt, zum 1. März. Einmal war er danach noch am Niederrhein, hat mit Pfarrer de Baey und Pastoralreferent Matthias Lattek gesprochen und seine künftige Wohnung in der Kaplanei besichtigt.

Priester der Weltkirche

„Ein Wechsel gehört dazu“, sagt Thaddeus Eze und packt am Mittwoch ein paar Bücher in einen Karton. „Das Bistum wünscht, dass wir Priester der Weltkirche so viel Erfahrung wie möglich sammeln.“ Ursprünglich war sogar vorgesehen, dass der Nigerianer Ahaus schon nach fünf Jahren verlässt. „Ich habe das Bistum seinerzeit auch daran erinnert, aber damals war noch kein Nachfolger für mich in Ahaus in Sicht.“ Der ist mittlerweile gefunden: auf Eze folgt Pfarrer Bernard Akurathi aus Indien.

Bis Ende 2021 hat sein Heimatbischof in Nigeria Pfarrer Eze nach Deutschland geschickt. „Es bleibt in Emmerich also nicht ganz so viel Zeit wie in Ahaus, um sich kennenzulernen“, sagt der 41-Jährige. „Im Moment ist geplant, dass ich Anfang 2022 wieder nach Nigeria zurückkehre.“ Gleichwohl könne die Entsendung aber noch verlängert werden. „Ich bin ganz offen“, erklärt Thaddeus Eze. „Ich bin auf alles vorbereitet.“ Schließlich würden sich viele Aufgaben eines Seelsorgers hier wie dort nicht groß unterscheiden: „Taufen, Trauungen, Beerdigungen“, zählt Thaddeus Eze drei davon auf.

Seelsorge in Ahaus

Seine Seelsorgeaufgaben wird Thaddeus Eze immer mit Ahaus verbinden. „Ahaus ist die erste Gemeinde, in der ich seelsorgerisch tätig wurde. Ich bin seit elf Jahren Priester und habe davon sechseinhalb Jahre in Ahaus verbracht.“ Vermissen wird er vor allem die vielen Menschen die er hier kennengelernt hat. „Die Gemeinschaft, Freunde, meine Fußballkollegen aus dem Lehrerkollegium des AHG und den Polizeichor Hamaland.“ Thaddeus Eze war Sänger im 2. Bass.

Ein Loblied singt der Nigerianer zum Abschied auf das gute Miteinander in Ahaus. „Ich kann mich an keine einzige schlechte Erfahrung erinnern.“

Zurückhaltung der Münsterländer

Allenfalls an die Mentalität der Münsterländer musste er sich anfangs gewöhnen. „Diese Zurückhaltung, das habe ich nicht verstanden.“ Der Ahauser sei im Allgemeinen erst einmal vorsichtig, das hat er festgestellt. „Aber wenn man sich kennengelernt hat, dann freut sich der Ahauser auf Besuch und dass man mit ihm redet.“ Eines möchte Thaddeus Eze allen Ahausern zum Schluss sagen: „Es war wunderschön in Ahaus. Ahaus ist multikulturell. Hier leben Menschen mit verschiedenen Hautfarben und verschiedenen Sprachen. Es geht gut. Weiter so.“

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