Planschbecken siegt immer öfter über Schwimmbad

Aquahaus Ahaus

Montagvormittag, der Himmel ist grau verhangen, es ist ungemütlich kühl. Badleiter Franz-Josef Bülter steht im strömenden Regen am Beckenrand im Kombibad Aquahaus. Schlechte Laune kommt deswegen bei ihm aber trotzdem nicht auf. Der Großteil der Freibadsaison sei gelaufen. Und der war in Ordnung.

AHAUS

, 18.08.2015, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Planschbecken siegt immer öfter über Schwimmbad

Bäderleiter Franz-Josef Bülter stand gestern Vormittag im Regen. „Nicht schlimm“, sagt er. Der Großteil der Freibadsaison sei mit dem Ferienende ohnehin schon gelaufen.

"Wenn jetzt noch einmal ein paar schöne Tage passend vor einem Wochenende kommen, kann es noch einmal voll werden, aber mit dem Ferienende in NRW und den Niederlanden sind die großen Besucherströme vorbei", sagt er.

Die ablaufende Saison sieht - verglichen mit dem vergangenen Jahr - gar nicht mal so schlecht aus: Allein vom Beginn der Freibadsaison Anfang Mai bis jetzt hat das Bad 67114 Besucher verzeichnet - 2506 mehr als noch vor einem Jahr. Nur in den sechs Wochen Ferien haben mit 43069 sogar 6098 Besucher mehr als im Vorjahreszeitraum ihre Bahnen im Kombibad gezogen. Kleines Manko: Die Hallenbadsaison ist bisher schlechter gelaufen als im Vorjahr. Zusammen steht das Bad daher leicht im Minus.

Kiosk als deutliches Plus

Ein deutliches Plus sei der zweite Kiosk auf dem Freibadgelände gewesen: "Wir konnten die Wartezeiten verringern und haben fast 20000 Euro mehr eingenommen", freut sich Bülter.

Doch auch wenn diese Zahlen kurzfristig positiv wirken, auf lange Sicht verliert das Bad an Besuchern. Zahlen von vor wenigen Jahren - damals kamen an Spitzentagen bis zu 10000 Menschen ins Bad - liegen heute jedoch in weiter Ferne. "Rekord in diesem Jahr waren 4040 Besucher", sagt Bülter nach einem Blick in die Statistik. Und dass, obwohl das Bad in den vergangenen Jahren deutlich attraktiver geworden sei.

Problem Planschbecken

Doch daran werde sich wohl auch auf längere Sicht nichts mehr machen lassen, glaubt Bülter. "Das Freizeitverhalten hat sich einfach verändert", sagt er. Einerseits hätten gerade die Kinder und Jugendliche mittlerweile weniger Zeit. "Weil sie bis in den Nachmittag Schule haben und dann nicht mehr schwimmen gehen", sagt Bülter.

Andererseits mache dem Bad eine Entwicklung in Privatgärten zu schaffen: Ein Bekannter von ihm sei vor einiger Zeit mit einem Segelflugzeug über Ahaus unterwegs gewesen. "In jedem zweiten Garten hat er einen großen Gartenpool gesehen", sagt Bülter. Die seien inzwischen deutlich günstiger geworden. Und um mit Kindern zu planschen, seien die ideal. "Diese Schwimmgäste bleiben dann natürlich zuhause", so Bülter.

Kosten gestiegen

Eine andere Erklärung für sinkende Besucherzahlen könnten auch die gestiegenen Kosten sein. So kostete die Saisonkarte 2003 für eine Familie auch nur 40 Euro. In diesem Jahr kostete die Sommerkarte allein für einen Erwachsenen 112,50 Euro.

Wie lange das Freibad in diesem Jahr noch geöffnet bleibt, hängt ganz vom Wetter ab. "Zwischen Ende August und Mitte September werden wir die Außenbecken schließen", sagt er. Diese flexible Regelung habe sich im vergangenen Jahr bewährt: "Wenn wir den Außenbereich zwei Wochen früher schließen, sparen wir bis zu 12000 Euro", sagt er. Bei praktisch keinem Einnahmeverlust.

Musikfestival kommt

Beim Blick auf das kommende Wochenende und dem anstehenden Musikfestival der Musikerinitiative Ahaus (MIA) vertraut Bülter auf den Wetterbericht: "Der Aufbau Mitte der Woche kann noch einmal etwas feuchter werden, aber für das Wochenende sieht es ja gut aus", sagt er.

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