Die Plastikteile kommen von einer Ahauser Firma und sind in die Gewässer gelangt. © Privat
Meinung

Plastik im Gewässer: Firmen-Chef soll aufhören, Ausreden zu suchen

Jetzt war‘s also der Starkregen. Deshalb kam Plastik ins Klärbecken eines Ahauser Gewerbegebietes und Gewässer. Eine gewagte These von Firma und Stadt, gegen die einiges spricht. Ein Kommentar.

Das ist natürlich ein Totschlagargument, das gerade zurzeit häufig zu hören ist: Eine 100-prozentige Vorsorge gegen Naturereignisse gibt es einfach nicht. Richtig! Für den aktuellen Ahauser Umwelt-Fall ist aber sicher kein Naturereignis verantwortlich.

Am Anfang steht schlicht und ergreifend Schlamperei auf dem Gelände einer Plastik verarbeitenden Firma. Ob bedingt durch sachliche Mängel oder menschliche Nachlässigkeit.

Dass die Firma so schnell Fehler einräumt und sie beseitigen will, ist anzuerkennen. Eigentlich. Wäre da nicht sofort die Rede vom Einzelfall, ausgelöst durch einen einzigen Starkregen. Die Plastikteile-Sammlung des Anwohners widerlegt das. Menge der Kunststoffpartikel und der Zeitraum, in dem sie gefunden wurden, sprechen eindeutig dagegen.

Starkregen wirkt bestenfalls als Verstärker negativer Prozesse

Hier ist es nur klug, dass der Geschäftsführer der betroffenen Firma kooperativ ist. Gelobt werden muss er dafür aber nicht. Es ist nämlich die verdammte Pflicht von Firmen, besonders von solch sensiblen, die mit Kunststoff arbeiten, jegliches Umwelt-Risiko zu vermeiden. Da wirkt ein Starkregen bestenfalls als Verstärker negativer Prozesse.

Eine verstärkende Rolle spielt aber auch die in die Jahre gekommene Technik des Regenrückhaltebeckens. Hier wäre die Stadt gut beraten, die auf den neuesten Stand zu bringen. An der aktuellen Problematik hätte das aber wenig geändert.

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