Sogar feinstes weißes Pulver haben Herbert Moritz (NABU) und Jürgen Althoff im Umfeld der Firma Iso-Tech gefunden. Von dort war das Plastik in das Gewässer gekommen. © Christiane Hildebrand-Stubbe
Umwelt

Plastik im Moorbach: Hat das Auswirkungen auf das Trinkwasser?

Nicht nur große Plastikstücke sind in Gewässer 1821 gelangt, sondern auch feinstes weißes Plastik-Pulver. Hat das Auswirkungen auf die Trinkwasserqualität in Ahaus? Das sagen die Stadtwerke.

Umfangreiche Reinigungsarbeiten an einem Zulauf des Moorbachs hatte die Stadt Ahaus am Donnerstag, 22. Juli, von einem Gartenbauunternehmen durchführen lassen. Herausgefischt wurde Plastikmüll.

Der war am 28. Juni durch den Starkregen vom Betriebsgelände des Kunststoffunternehmens Iso-Tech am Rottweg in die Kanalisation gespült worden. Von da arbeitete sich der Plastikmüll mehrere hundert Meter weit über das zwischenzeitlich gereinigte Regenrückhaltebecken bis zum Gewässer 1821 hoch, das schließlich in den Moorbach mündet.

Filtrationsanlage ist nicht praktikabel

Nach der Reinigungsaktion am Donnerstag sind also viele Plastikstücke aus dem Moorbach entfernt. Die Männer des Gartenbauunternehmens wateten mit Eimern und Sieben ausgestattet durch den Moorbach.

Der Einsatz einer Filtrationsanlage sei nicht praktikabel, erklärte Martin König vom Fachbereich Tiefbau und Entsorgung der Stadt Ahaus gegenüber der Redaktion. Sie würde der Fauna in dem Gewässer schwere Schäden zufügen.

Keine Auswirkungen auf Trinkwasser

Aber was ist mit den kleinsten Plastikpartikeln? Können die sogar ins Trinkwasser gelangen? Und ist das gesundheitsschädlich? Diese Fragen hat die Redaktion den Stadtwerken in Ahaus gestellt.

Plastik in verschiedensten Formen: als Schnipsel, Granulat oder auch als Pulver. © Christiane Hildebrabd-Stubbe © Christiane Hildebrabd-Stubbe

Yvonne Overkämping von der Unternehmenskommunikation der Stadtwerke stellt klar: „Für das Trinkwasser in Ahaus haben die aktuellen Verunreinigungen der Firma Iso-Tech keine Auswirkungen.“

Bodenpassagen filtern Plastikpartikel

Bei dem verunreinigten Wasser handelt es sich um sogenanntes Oberflächenwasser. Die Stadtwerke Ahaus fördern Grundwasser in Ortwick, Heek und Düstermühle – also an entfernten Stellen vom Verunreinigungsort – und aus anderen Grundwasserleitern.

Und trotzdem bleibt die Frage: Wie werden die kleinsten Plastikpartikel herausgefiltert? Yvonne Overkämping antwortet: „Das Filtern von Verunreinigungen hängt von der Größe der Partikel ab.“ Sichtbare Verschmutzungen werden durch die Bodenpassage (Erdreich) gefiltert, bevor diese mit dem Grundwasser gefördert und zu Trinkwasser aufbereitet werden.

Keine weitere Filterstufe geplant

Aber was ist denn nun mit den noch viel kleineren Partikeln? „Nicht sichtbare Partikel werden abhängig von der Partikelgröße teilweise ebenfalls über die Bodenpassage gefiltert und teilweise über die Filteranlagen im Wasserwerk“, so Overkämping.

Da die Wasserqualität in Ahaus sehr gut sei, ist aktuell und absehbar keine weitere Filterstufe für mikroskopisch sichtbare Partikel geplant. Aktuelle besteht laut Yvonne Overkämping keine Vorgabe aus der Trinkwasserverordnung, dass Trinkwasser auf Mikroplastik untersucht werden muss.

Weiter sei noch nicht klar, welches Messverfahren dafür dauerhaft eingesetzt werden solle. Außerdem gebe es keine festgelegten Grenzwerte oder Empfehlungen, aufgrund derer man Messungen durchführen könnte.

„Aus diesen Gründen erfolgen im Moment noch keine systematischen Untersuchungen auf Mikroplastik. Dies würde aktuell Kosten generieren aber keinen Nutzen bringen“, so Yvonne Overkämping.

Über die Autorin
Redakteurin
Laura Schulz-Gahmen, aus Werne, ist Redakteurin bei Lensing Media. Vorher hat sie in Soest Agrarwirtschaft studiert, sich aber aufgrund ihrer Freude am Schreiben für eine Laufbahn im Journalismus entschieden. Ihr Lieblingsthema ist und bleibt natürlich: Landwirtschaft.
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