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Politiker machen Werbung für Projekt Europa

Europawahl

Auf dem Dach weht die Europa-Fahne, vor dem Haus steht eine britische Telefonzelle. Und auch der Name hat Symbolwert. Im „Unbrexit“ machten die Ahauser Ratsfraktionen Werbung für Europa.

Ahaus

, 13.04.2019 / Lesedauer: 3 min
Politiker machen Werbung für Projekt Europa

Ausnahmeweise mal einer Meinung: Die Ahauser Politiker werben dafür, dass möglichst viele Ahauser bei der Europawahl ihre Stimme abgeben. © Christiane Hildebrand-Stubbe

Und nicht nur beim Pressegespräch im Ahauser Pub blieb Parteipolitik vor der Tür. Das soll auch bei den anstehenden Aktionen für das „Projekt Europa“ so sein und ist sozusagen der Kern des gemeinsamen Anliegens. Am 4. Mai wird man ab 10.30 Uhr alle sechs Fraktionen zwar unterm jeweils eigenen Pavillon auf dem Rathausplatz antreffen, auf Parteienwerbung wird aber komplett verzichtet.

Man wolle ein deutliches Zeichen setzen, sagte Renate Schulte (UWG): „Trotz unterschiedlicher Meinung, wir halten zusammen.“

An diesem ersten Mai-Samstag gehe es im Gespräch mit den Bürgern nur die „europäische Sache“, betonten die Politiker. Ähnliches gilt für die Bürgerkarte, die in Auftrag gegeben wurde und an vielen öffentlichen Stellen und an den Ständen ausliegen wird, auf denen die Ahauser ihre Wünsche und Anregungen für Europa zu Papier bringen können. Diese werden gesammelt und als „gute Wünsche aus Ahaus“ nach Brüssel geschickt.

Europa ist selbstverständlich geworden

Dietmar Brüning (SPD), in dessen Kopf die Idee zum parteiübergreifenden Auftritt entstanden ist, nannte seine Argumente: „Europa ist vielfach schon so selbstverständlich geworden, dass man oft keinen Bedarf mehr sieht, sich zu kümmern.“ Oder auch, dass Europa einfach auf Vorschriften für Gurken oder Glühbirnen reduziert werde.

Ein Irrtum, wie nicht nur Brüning, sondern auch die Kollegen von CDU, WGW, UWG, FDP und Bündnis 90/Die Grünen, bekräftigten. Vielmehr befinde sich Europa noch auf einem „langen Weg“, so Brünings Blick auch Richtung Osten, „um die unterschiedlichen Lebenswelten anzupassen“.

Werbung ganz ohne Parteipolitik

An besagtem 4. Mai wollen die Vertreter aller sechs Ratfraktionen den Menschen im direkten Gespräch erklären, wie wichtig Europa für jeden Einzelnen ist. An Reisen ohne Passkontrollen, an Frieden, an Wohlstand und Stabilität habe man sich so gewöhnt, dass Europa als Garant dafür aus dem Bewusstsein gestrichen werde. Das unterstrichen auch Dr. Michael Räckers (CDU) und Christine Gottheil (FDP). Dietmar Eisele (Grüne) nannte weitere Pluspunkte für Europa: „Gelebte Gemeinschaft, Freiheit, Menschlichkeit.“

Eingeständnis von Versäumnissen

Allerdings räumte man durch die Bank auch eigenen Versäumnisse ein, dass es Politik nicht gelungen sei, Europa und seine Bedeutung zu erklären. Klaus Lambers (SPD) erkannte „Versäumnisse der Vergangenheit“ und auch „Reformbedarf“.

Jens Kemper (Grüne) forderte dazu auf, dass Politik ehrlicher werde: „Immer dann, wenn etwas unangenehm ist, wird es von der Politik gerne auf Brüssel geschoben.“ Allerdings müsse man eben auch sagen, dass Europa auch eine Geben und Nehmen sei. „Nur nehmen, das geht nicht.“

Und irgendwie machen die Ahauser Politiker bereits im Kleinen vor, wie sie sich Europa wünschen: In Farben getrennt, aber in der Sache vereint.

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