Polizei gibt Tipps zum Schutz gegen Einbrüche

Aktion Riegel vor

Die Zahl der Einbrüche nimmt derzeit wieder stark zu (wir berichteten). In einem Gespräch mit den Experten der Kreispolizei, Kriminaldirektor Manfred Joch und Kriminalhauptkommissar Meinolf Müller haben wir die wichtigsten Fragen zum Thema beleuchtet und Informationen zusammengetragen, die für Verhinderung und Verfolgung von Einbrüchen bedeutsam sind.

AHAUS

, 01.12.2016, 17:56 Uhr / Lesedauer: 2 min
Gesicherte Fenster und Türen sind der wirkungsvollste Schutz gegen Einbrecher.

Gesicherte Fenster und Türen sind der wirkungsvollste Schutz gegen Einbrecher.

Warum steigt die Zahl der Einbrüche gerade jetzt an?

Die Tage werden kurz, die Dämmerung bietet Einbrechern Schutz vor Entdeckung und gleichzeitig zeigt ein dunkles Haus am Morgen oder frühen Abend, dass niemand da ist.

Welchen Weg nehmen Einbrecher typischerweise?

Einbrecher kommen gern von der Gebäuderückseite, über die Terrasse und hebeln dort die Terrassentür oder ein Fenster auf.

Was ist der wirksamste Schutz?

Fenster und Türen werden klassifiziert in Widerstandsklassen (WK; auch: RC = resistance class), ab WK 2 aufwärts bieten sie guten Schutz. Wer nicht sicher ist, sollte prüfen, ob seine Fenster so genannte Pilzkopfzapfen in der Verriegelung haben, also solche mit Pilzform - die lassen sich nicht aushebeln.

Kann man ältere Fenster und Türen noch nachrüsten?

Ja. Fenster können mit abschließbaren Griffen nachgerüstet werden, Türen mit Sicherheitsschlössern. Dann müssten Einbrecher zum Bohrer greifen oder Scheiben einschlagen, was die Entdeckungsgefahr erhöht und Zeit kostet. Es gibt zertifizierte Produkte, über die auch die Polizeiberatung aufklärt.

Wieviel Zeit braucht ein Einbrecher üblicherweise?

Ein einfaches Fenster aufzuhebeln dauert kaum länger als 20 Sekunden, aber wenn organisierte Täter länger als zwei oder drei Minuten brauchen, um sich Zutritt zu verschaffen, geben sie oft auf.

Wieviele Einbrüche misslingen?

Etwa die Hälfte, wobei unklar ist, wieviele versuchte Einbrüche nicht bei der Polizei gemeldet oder gar nicht entdeckt werden. Die Polizei bittet in jedem Fall darum, jeden Verdacht sofort zu melden.

Gibt es typische Täterprofile oder Tätergruppen?

Typisch sind Einzeltäter aus der Gegend, bei denen es um Beschaffungskriminalität geht, also etwa Drogenabhängige. Hauptproblem sind organisierte Gruppen, die anreisen, schnell zuschlagen und verschwinden. Der Anteil an Ausländern bei den ermittelten Tätern liegt bei etwa 55 Prozent, meist aus Albanien, Serbien, Bosnien, Georgien, Rumänien. Wie hoch ihr Anteil an den tatsächlichen Einbrüchen ist, ist unklar.

Was sind die größten Probleme bei der Aufklärung?

Haben die Täter Spuren hinterlassen, hilft oft ein DNA-Abgleich. Hauptproblem ist laut Polizei aber wohl, dass verdächtige Beobachtungen oft erst zu spät gemeldet werden.

Was kann jeder zudem tun?

Wer Wertsachen zuhause hat, sollte die in jedem Fall fotografieren, denn immer wieder können Beutefunde nicht zugeordnet werden. Bei Geräten etwa das Etikett mit Typennummer. Sogar bei Geldscheinen lohnt sich das - wegen der Nummern.

Bietet die Kreispolizei auch Einbruchsberatung vor Ort, also am eigenen Heim an?

Ja, wer sich zuhause beraten lassen will, kann bei der Kreispolizei über die zentrale Beratungsrufnummer anfragen: Tel. (02861) 9005555.

www.polizeiberatung.de

www.zuhause-sicher.de

www.polizei.nrw.de/borken/

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt