Polizei kontrolliert Radfahrer auf Augenhöhe

Aktionswoche

Wer sich in dieser Woche dabei ertappt, dass er auf dem Weg zur Arbeit eilig über rote Ampeln oder Fußgängerwege fährt, springt besser ab, wenn er gelbe Warnwesten an der Ecke aufblitzen sieht.

AHAUS

von Von Lena Richters

, 27.03.2015, 18:57 Uhr / Lesedauer: 1 min
Polizeioberkommissar Hartwig (u.l.) mit den Kollegen Jürgen Rathmer (u.r.) und Hans-Jürgen Resing (o. r.) an der Bahnhofstraße.

Polizeioberkommissar Hartwig (u.l.) mit den Kollegen Jürgen Rathmer (u.r.) und Hans-Jürgen Resing (o. r.) an der Bahnhofstraße.

Die Polizei führt zurzeit vermehrt Fahrradkontrollen in den Ahauser Straßen durch. Grund dafür ist eine Aktionswoche zur Verbesserung des Fahrverhaltens von Radfahrern. Besonders Innenstadt und Bahnhofstraße sind beliebte Ziele für Falschfahrer.

Dort richteten die Polizeibeamten gestern ihren strengen Blick auf die örtlichen Verkehrsteilnehmer. Auch Regen und Schlechtwetter konnten sie nicht davon abhalten, sich gut sichtbar an der Hauptstraße zu positionieren. Trotz wenig Betrieb dauerte es kaum fünf Minuten, da winkte der erste Falschfahrer schon fröhlich von der gegenüberliegenden Seite herüber. Bereitwillig schob er sein Fahrrad über die Straße auf die Polizeibeamten zu, um seine Verwarnung entgegenzunehmen, ein Bußgeld gleich mit dazu.

Warngeld ist Lehrgeld

20 Euro kostet die Bequemlichkeit auf der falschen Seite zu fahren. Genauso teuer ist es beim Fahren ohne Licht erwischt zu werden. Mit dem Handy in der Hand wird der Anruf richtig teuer. Bis zu 25 Euro können dafür berechnet werden. Das Warngeld soll eine Gedächtnisstütze und Lehrgeld für das Verkehrsdelikt sein, erklärte Polizeioberkommissar Hartwig.

Ziel ist es das Bewusstsein dafür zu schulen, welche Gefahren tatsächlich vom Fehlverhalten im Straßenverkehr ausgehen können.

Unscheinbare Gefahren

Problem sei, dass sich viele Radfahrer einfach für zu mobil halten und sich in einer Sicherheit wägen, die gar nicht existiert. Hindernisse seien mit dem Rad vermeintlich schnell zu umfahren - ein Irrglaube, wissen Polizeihauptkommissare Jürgen Rathmer und Hans-Jürgen Resing. Allein im vergangenen Jahr verletzten sich 623 Radfahrer bei Verkehrsunfällen, informiert ein Handzettel, der von den Kontrolleuren jedem Verkehrssünder zum Knöllchen dazu gereicht wird. 76 waren in Ahaus betroffen.

Meist sind die Polizisten selbst mit dem Rad unterwegs, um den Radlern auf Augenhöhe zu begegnen. Die zeigten sich bisher größtenteils einsichtig und kooperativ. Dass sie sich falsch verhalten, weiß im Grunde jeder selbst, so Resing. Verfolgungsjagden seien noch nicht nötig gewesen.

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