Polizei und Karnevalsvereine ziehen positives Fazit – mit einer Ausnahme

mlzKarneval in Wüllen und Ottenstein

Der Straßenkarneval in Wüllen und Ottenstein verlief weitgehend ruhig. Einen größeren Zwischenfall gab es nur in Wüllen. Ob das Auswirkungen für die Zukunft hat, ist noch unklar.

Ahaus

, 05.03.2019, 17:24 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Ruhe nach dem Sturm. Zelte werden abgebaut, zahlreiche Scherbenhaufen beseitigt – Zeit für ein erstes Fazit. Für die Polizei und das Ordnungsamt war es in den Ahauser Ortsteilen ein weitgehend ruhiges Karnevals-Wochenende. Nach Angaben der Polizei feierten während der Umzüge in Wüllen und Ottenstein jeweils 6000 Menschen auf den Straßen. Trotz der Menschenmassen mussten die Ordnungshüter nur selten eingreifen.

„Wir sind vollauf zufrieden. Die Zuschauerzahlen passten, das Wetter war in Ordnung und es ist alles friedlich geblieben“, erklärt Thorsten Uschok, Geschäftsführer des Wüllener Karnevalsvereins „Klein-Köln“. Ganz ähnliche Worte findet Carsten Berthues, Präsident des Ottensteiner Karnevalsvereins: „Wenn das Ordnungsamt und die Polizei uns loben, dann sind wird immer zufrieden.“

In Ottenstein kam es zwar nach dem Rosenmontagsumzug zu einem Zwischenfall, in dessen Folge eine Person in Polizei-Gewahrsam genommen werden musste. Der Vorwurf: Sachbeschädigung und Diebstahl. Dennoch sagt Markus Hüls von der Polizeipressestelle Borken: „Aus polizeilicher Sicht gab es keine größeren Ausreißer.“ Weitere Details zu dem Vorfall nannte die Polizei auf Nachfrage nicht.

Positives Bild wird von Zwischenfall getrübt

Auch in Wüllen blieb es ruhig. Die Polizei verzeichnete keinen größeren Einsatz. Auch das Ordnungsamt der Stadt Ahaus zieht eine positive Bilanz. Allerdings wird dieses harmonische Bild von einem Zwischenfall getrübt. Wie berichtet stürzte kurz vor Ende des Zuges auf Höhe des Festplatzes am Spieker ein Kind unglücklich und brach sich dabei die Mittelhand.

Nach Angaben der Polizei griff der zehnjährige Junge „unter einen langsam rollenden Anhänger, den ein Rasenmähertraktor zog.“ Das Kind gehörte zur Karnevalsgruppe des Traktors. Dieser Darstellung widerspricht der Wüllener Karnevalsverein Klein-Köln zumindest in Teilen. Der Junge sei zwar gestürzt, aber die Hand sei beim Schlag gegen den Wagen gebrochen und nicht überrollt worden.

Bereits am Montag hatte Thomas Osterhues, Vize-Präsident des KV Klein-Köln, vom Worst-Case-Szenario gesprochen. „Es ist ein ärgerlicher Zwischenfall, dessen Aufarbeitung weiter andauert“, legt Thorsten Uschok am Veilchendienstag nach. Die Polizei ermittelt wegen fahrlässiger Körperverletzung. Bei der Schlüsselübergabe an Bürgermeisterin Karola Voß wurde über das Thema auch kurz gesprochen. „Es wäre aber noch zu früh, um etwas zu verkünden“, sagt Uschok. „Ob der Vorfall Konsequenzen nach sich zieht, wird sich in der Nachbesprechung herausstellen“, erklärt die Stadt Ahaus auf Anfrage.

Vorbildliches Handeln nach dem Zwischenfall

„Man muss allerdings beachten, dass es sich um eine Situation gehandelt hat, die auch durch noch mehr Ordner nur schwer zu verhindern gewesen wäre“, sagt Uschok und hob das Positive hervor: „Nach dem tragischen Vorfall hat alles vorbildlich geklappt. Die Rettungsgasse wurde gebildet, die Feuerwehr konnte von beiden Seiten den Zug befahren.“ Der Verein habe gesehen, dass man für Notfälle gerüstet sei.

Nicht nur in Wüllen hat der Unfall für ein kurzes Stimmungstief gesorgt. „Als die ersten Infos durchgesickert sind, habe ich die Musik sofort runtergedreht“, sagt Carsten Berthues. „Das gönnt man wirklich keinem. In Gedanken ist man da bei seinen Vereinskollegen.“ Die Rivalität zwischen den beiden Karnevalsvereinen sei ein Relikt alter Tage.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt