Polnische Pflegekräfte kämpfen mit der Reiselogistik

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Sie kommen aus Polen, Tschechien und anderen osteuropäischen Ländern: Pflegekräfte, die Senioren in deren eigenen vier Wänden betreuen. Wenn sich die Länder abschotten, hat das Auswirkungen.

Ahaus

, 19.03.2020, 04:00 Uhr / Lesedauer: 1 min

Lange Schlangen an der polnischen Grenzen, eingestellte Busverbindungen – die Reiselogistik ist in Zeiten der Corona-Pandemie schwieriger geworden. Das gilt auch für die Pflegeagentur 24, die Pflegekräfte aus Polen und anderen osteuropäischen EU-Staaten vermittelt. Sie wohnen zuhause bei den Senioren und bieten häusliche Pflege und Betreuung rund um die Uhr. „Aktuell ist die Lage vor Ort nicht so gravierend“, sagt Geschäftsführer Daniel Thein.

Personelle Engpässe drohen zurzeit nicht. „Alle Bestandskunden werden versorgt“, so Daniel Thein. Neue Aufnahmen seien allerdings jetzt nicht möglich. Das liegt daran, dass Pflegekräfte angesichts der aktuellen Situation lieber in ihrer Heimat bleiben. Weil sie sich zuhause um die eigene Familie kümmern wollen, weil sie die Ansteckungsgefahr in Deutschland oder geschlossene Grenzen fürchten. Noch sei die Einreise aber für Pflegekräfte möglich, so Thein.

Einige Pflegekräfte verlängern ihren Arbeitsaufenthalt

In Ahaus und Umgebung bedeutet das vor Ort, dass etliche der Pflegekräfte ihren Aufenthalt verlängern. Meistens bleiben sie zwei oder drei Monate in Deutschland und kehren dann für einige Zeit wieder in ihre Heimat zurück, während eine neue Kraft beginnt. „Wer jetzt nach Polen einreist, muss 14 Tage in Quarantäne“, erläutert der Geschäftsführer, warum manche lieber ihre Arbeit in Ahaus und Umgebung weiterführen.

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Die Pflegeagentur 24 mit Sitz in Essen hat rund 300 Kunden bundesweit. Im Münsterland, darunter auch in Ahaus, sind es laut Daniel Thein rund 40. Die Pflegekräfte leben bei ihnen und werden oft von Pflegediensten unterstützt.

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