Potenzieller Weltbild-Käufer hat keinen Mietvertrag

Dubiose Wendung

Der Buchhändler, der sich in Ahaus ansiedeln will und den Kauf von 70 Weltbild-Filialen anstrebt, bleibt dubios: Am Dienstag stellt sich heraus, dass Rüdiger Wenk, Geschäftsführer der Lesensart Rüdiger Wenk GmbH, zwar seinen Firmensitz an der von-Röntgen-Straße 8 angemeldet hat, für die Räume in dem Gebäude aber nie einen unterschriebenen Mietvertrag besessen hat.

AHAUS

, 17.02.2015, 16:32 Uhr / Lesedauer: 1 min

Das bestätigt die Eigentümerin der Immobilie, die ungenannt bleiben möchte, gegenüber unserer Redaktion. Für sie war Wenk aus verschiedenen Gründen nicht der richtige Geschäftspartner, sagt sie.

Eintrag ohne Unterschrift

Wie es trotz der fehlenden Unterschrift unter einem Mietvertrag zu der Eintragung der Firma ins Handelsregister und der Veröffentlichung der Daten in verschiedenen Informationsportalen im Internet kommen konnte, war am zuständigen Amtsgericht in Coesfeld nicht mehr zu erfahren. Auch Rüdiger Wenk war am Dienstag nicht zu erreichen.

Davon einmal abgesehen gibt der Zusammenhang zwischen zwei anderen Firmen ein Rätsel auf:

  • GUO Strategisches Management GmbH mit Sitz in Rahden und einem Büro in Ahaus an derselben Adresse, die auch für die Lesensart Rüdiger Wenk GmbH angegeben war. Ihr Geschäftsführer ist Reiner Hildebrand. Er betont allerdings deutlich, mit Rüdiger Wenk und dessen Unternehmen nichts zu tun zu haben. Ein ehemaliger Partner von ihm habe die GUO in Berlin gegründet. Die frappierende Ähnlichkeit von Geschäftszweck, Firmenname und -logo sei rein zufällig und gehe auf die gemeinsame Vergangenheit zurück. Bereits am Montag hatte Hildebrand erklärt, nichts von einer möglichen Ansiedlung des Buchhandels von Rüdiger Wenk zu wissen.
  • GUO Strategisches Management Berlin GmbH: geführt von – Rüdiger Wenk. Auf eine Verbindung zur GUO in Ahaus angesprochen, stutzt die Dame am Telefon zunächst und zögert dann weiter. Schließlich sagt sie, dass sie dazu nichts sagen dürfe. Eine Begründung für ihre Verschwiegenheit liefert sie nicht. Auch einen befugten Ansprechpartner kann sie gestern nicht vermitteln. Ein zugesagter Rückruf bei der Münsterland Zeitung erfolgt nicht.

Weltbild schweigt

Von der Weltbild-Gruppe war am Dienstag keine Stellungnahme zu dem möglichen Verkauf zu bekommen. Auch Gerüchte, nach denen der Verkauf lediglich die kostengünstige Schließung der 70 betroffenen Filialen ermöglichen soll, blieben unkommentiert. Nur eins hat aus Weltbild-Sicht Bestand: Die Gremien und der Gesamtbetriebsrat müssen dem Verkauf noch zustimmen.

Lesen Sie jetzt