Potter vor wilden Kerlen

Ahaus Leicht rückläufige zwar, aber dennoch stolze Zahlen hat Maria zu Klampen in dieser Woche im Schul- und Kulturausschuss präsentiert. "Die Stadtbücherei ist und bleibt die städtische Einrichtung mit der größten Breitenwirkung."

20.09.2007, 19:55 Uhr / Lesedauer: 1 min

Fast eine Viertelmillion Bücher und andere Medien wurden im vergangenen Jahr entliehen - darunter immer mehr Hörbücher und DVDs, deren Nachfrage beständig steigt. Über 75 000 Kunden besuchten die Stadtbücherei, das waren 62 Besucher pro Öffnungsstunde. Dass es weniger waren als im Jahr zuvor führt Maria zu Klampen (Foto) auf den Bilderbuchsommer und die Fußballweltmeisterschaft zurück: Allein im Juli 2006 verbuchten die Bibliothekarinnen einen Rückkgang der Ausleihen um 5566. Harry Potter zog die Leser abermals magisch an - sowohl in Buchform wie auch bei den Hörspielen. Dem Zauberer folgten im Kinderbereich nur knapp geschlagen die wilden Fußballkerle. Viele erwachsene Kunden schmökerten in dem Roman "Du bist nie allein" von Nicholas Sparks, verbesserten ihren Französischkurs mit einem Intensivkurs oder sahen sich den Spielfilm Aviator an. Besonders gefragt waren auch die aktuellen Bestseller der Spiegelliste, die einen Umsatz von 11,67 Ausleihen je Buch erzielten. Im Durchschnitt wurde jedes der rund 65 000 Medien 3,77 Mal ausgeliehen.

"Es gibt einen starken Trend vom Printbereich hin zu Multimedia", hob Maria zu Klampen im Ausschuss hervor. Dem trage auch die Bücherei Rechnung, die die Medienkompetenz insgesamt stärken wolle.

"Unsere wichtigste Aufgabe aber ist die Leseförderung, schließlich ist Lesen die grundlegende Kulturtechnik", so zu Klampen. Das Leseverständnis, so ihre Beobachtung, nehme immer weiter ab. "Gerade im Kindesalter muss es aber beständig trainiert werden." Darum biete die Stadtbüchere viele Projekte für Kinder an.

Ausschussmitglied Marion Löhring (Bündnis90/Die Grünen) regte angesichts des Besucherrückgangs eine Veränderung der Öffnungszeiten an. Gerade mit Blick auf die Ganztagsschule seien längere Öffnungszeiten wenigstens an einem Abend in der Woche sinnvoll. Kulturdezernent Hermann Kühlkamp sagte eine Prüfung dieser Anregung zu. gro

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