Präparierte Getränkedose explodiert auf Schulhof – sechs Schüler werden dabei verletzt

Explosion auf Schulhof

Sechs Schülerinnen und Schüler des Berufskollegs Lise Meitner wurden verletzt, als eine mit einem Sprengkörper präparierte Getränkedose neben ihnen explodierte. Der Hintergrund ist unklar.

Ahaus

, 26.03.2019, 17:04 Uhr / Lesedauer: 2 min
Präparierte Getränkedose explodiert auf Schulhof – sechs Schüler werden dabei verletzt

Auf dem Vorplatz des Berufskollegs Lise Meitner ist am Dienstag eine präparierte Getränkedose explodiert. Einige Schüler zogen sich leichte Verletzungen zu. © Markus Gehring

Mindestens sechs junge Menschen wurden verletzt, als am Dienstagvormittag auf dem Schulhof des Berufskollegs Lise Meitner eine mit einem Sprengkörper gefüllte und mit Papier umwickelte Getränkedose explodierte. Die Schülerinnen und Schüler klagten über Kopfschmerzen und Ohrengeräusche. Alle gingen aber nach dem Vorfall wieder in den Unterricht und gaben an, selbstständig einen Arzt aufsuchen zu wollen, falls die Beschwerden anhalten sollten. Die Polizei geht nach dem bisherigen Stand der Ermittlungen von einem „äußerst schlechten Scherz“ aus, so Pressesprecher Frank Rentmeister.

Dose rollte in der Pause in eine Schülergruppe

Es war 11.30 Uhr und gerade Pause, als sich der Vorfall auf dem Vorplatz des Berufskollegs Lise Meitner am Lönsweg ereignete. Nach Angaben der Polizei rollte eine mit Papier umwickelte und qualmende Energy-Drink-Dose in die Schülergruppe, die sich auf dem Vorplatz aufhielt. Die Dose explodierte und es gab einen sehr lauten Knall, der bei den sechs leicht verletzten Schülerinnen und Schülern im Alter von 21 bis 28 Jahren Kopfschmerzen und Ohrengeräusche auslöste.

Die Dose war bei der Explosion komplett zerfetzt worden. Die Dosenfetzen lagen im Umkreis von rund fünf Metern auf dem Vorplatz. Eine Jacke einer Schülerin wurde durch einen der umherfliegenden Dosensplitter leicht beschädigt. Bei dem Papier, mit dem die Dose umwickelt war, handelt es sich nach Angaben der Polizei um ein kariertes Blatt aus einem Schulheft. Welcher Sprengkörper oder welches Sprengmittel benutzt wurde, stehe noch nicht fest, so Frank Rentmeister auf Anfrage der Redaktion: Auch, weil es anschließend geregnet hatte, ist nicht sicher, dass aus dem, was eingesammelt werden konnte, noch Rückschlüsse gezogen werden könnten.

„Wahrscheinlichste Annahme ist ein sehr schlechter Scherz“

Unklarheit herrscht in Bezug auf den Hintergrund dieser Tat. Wer die Dose ins Rollen gebracht hatte, hatte wohl niemand gesehen. Es gebe keine anderen Hinweise, deswegen sei es die wahrscheinlichste Annahme, dass es sich um einen schlechten Scherz eines Mitschülers oder einer Mitschülerin handele, der aus den Fugen geraten sei, so Frank Rentmeister. Es habe sich im Übrigen keinesfalls um irgendein „Anschlagsszenario“ gehandelt, betonte er.

An den Schulen – der Tatort liegt genau zwischen den Berufskollegs für Technik und dem Berufskolleg Lise Meitner, war der Schreck am Vormittag groß. Alfred Schröer, stellvertretender Leiter des Berufskollegs Lise Meitner, war genauso wie sein Amtskollege des BTA, Alfred Kruft, selbst nicht vor Ort. Beide aber zeigten sich auf Anfrage der Redaktion erschrocken über den Vorfall. „Ich verstehe nicht, wie man sich solche Späße erlauben kann“, sagte Alfred Schröer. Auch bei vielen am Berufskolleg für Technik sitze der Schreck noch tief in den Gliedern, hatte Alfred Kruft mitbekommen. Beide hoffen, dass sich der Verursacher doch noch meldet und zu seiner Tat steht.

Die Polizei bittet Zeugen, sich an die Kripo in Ahaus zu wenden, Tel. (02561) 9260.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt