Friseurmeisterin Alena Groß bekommt trotz Lockdown einige Anfragen zum privaten Haareschneiden. © (A) Markus Gehring
Ahauser Friseure

Privates Haareschneiden: „Je länger wir zu haben, desto häufiger wird gefragt“

Die Türen der Friseursalons bleiben bis mindestens Ende Januar dicht. Viele Ahauser bombardieren die Friseure im verlängerten Lockdown regelrecht mit Anfragen zum privaten Haareschneiden.

In der aktuellen Corona-Schutzverordnung werden „Dienstleistungen und Handwerksleistungen, bei denen ein Mindestabstand von 1,5 Metern zum Kunden nicht eingehalten werden kann“, verboten.

„Dieses gilt natürlich auch für Friseure, die das Gewerbe bei Privatpersonen zu Hause ausüben“, sagt Anna Reehuis, Pressesprecherin der Stadt Ahaus. „Das ist ebenfalls untersagt.“ Wer dagegen verstößt, muss mit einer hohen Strafe rechnen.

„Wer eine Handwerksleistung, bei der ein Mindestabstand von 1,5 Metern zum Kunden nicht eingehalten werden kann, anbietet, kann mit einer Geldbuße von bis zu 25.000 Euro bestraft werden“, so Reehuis.

Friseure in Ahaus bekommen viele Anfragen zum privaten Schneiden

Trotz des Verbots steigen mit dem länger werdenden Lockdown auch die Anfragen zum privaten Haareschneiden bei den Friseuren.

„Es kommen einige Anfragen“, sagt Alena Groß, Friseurmeisterin im Salon Götz in Ahaus-Wüllen. „Aber man darf und macht es nicht.“ Denn das würde das genaue Gegenteil von dem bedeuten, was der Lockdown bewirken soll: Abstand halten und Kontakte beschränken. „Man will die Pandemie ja auch in den Griff bekommen“, sagt Alena Groß.

Bereits im ersten Lockdown konnte sich die Friseurin kaum vor Anrufen trotz Schließung retten. „Ich kann es nicht unterstützen und finde es nicht richtig“, sagt Alena Groß. „Ich finde es nicht gut, wenn das angenommen wird.“

Friseur-Innung-Ahaus: „Überall wird man angesprochen“

Ein ähnliches Bild bei Sabine Etzrodt-Clermont, Obermeisterin der Friseur-Innung Ahaus. „Facebook, Instagram, Mailbox oder beim Einkaufen – überall wird man angesprochen“, sagt sie. Ob sie nicht trotz Lockdown privat zur Schere greifen könne, wird die Friseurmeisterin mindestens einmal am Tag über Social Media gefragt. Draußen beim Einkaufen sei es jeder Dritte. „Je länger wir zu haben, desto häufiger kommen die Anfragen.“

Zu Beginn des Lockdowns hat die Friseurmeisterin bei Anfragen zum privaten Schneiden noch gescherzt. „Wenn Sie mir die Strafe und die Kosten für den Haarschnitt plus Corona-Bonus zahlen, dann ja“, sagt sie und lacht. Aber der Spaß sei mittlerweile verflogen.

Die Friseurin bleibt konsequent. „Da müssen wir alle durch“, sagt Sabine Etzrodt-Clermont. „Ich schneide auch meinem Mann oder meiner Mutter nicht die Haare.“

Über die Autorin
Volontärin
In der Grafschaft Bentheim aufgewachsen, während des Journalismus-Studiums in NRW verliebt. Danach über 2 Jahre in Kanada gelebt und jetzt wieder zurück im Lieblingsbundesland. Seit 2020 Volontärin bei Lensing Media
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Anne Schiebener

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