Seit Ende November ist das digitale Symptomtagebuch im Einsatz. © Stadt Ahaus
Coronavirus

Quarantäne: Stadt Ahaus startet Pilotprojekt für digitales Symptomtagebuch

Die Stadt Ahaus erprobt ein neues Instrument, um Personen in häuslicher Quarantäne besser begleiten zu können. Betroffene können ihr Befinden im digitalen Symptomtagebuch protokollieren.

Corona macht allen zu schaffen. Auch der Verwaltung der Stadt Ahaus. Die rasant gestiegenen Infektionszahlen der vergangenen Wochen ließen die Arbeit im Fachbereich Sicherheit und Ordnung, der für die Umsetzung von Quarantänemaßnahmen verantwortlich ist, explodieren. Während landauf und landab händeringend personelle Unterstützung angefordert wird, probiert die Stadt einen anderen Lösungsweg: digital.

Täglich zahlreiche Telefonate

„Eine der größten Herausforderungen ist die Begleitung der Personen in häuslicher Quarantäne“, so heißt es in einer Mitteilung der Stadt. Quarantäneanordnungen und -informationen müssen persönlich übergeben werden, zweimal täglich muss der Gesundheitszustand auf Covid-19-typische Symptome abgefragt, protokolliert und an den Kreis übermittelt werden. Das bedeutet: Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Fachbereichs müssen täglich unzählige Telefonate führen und Berge an Papier bewältigen.

Mit dem digitalen Symptomtagebuch holt sich die Stadt nun Hilfe von den Menschen selbst. Die können ihren Gesundheitszustand damit auch selbständig online übermitteln. Zweimal täglich meldet sich das Ordnungsamt über einen Online-Chat – rein virtuell, denn die Kommunikation wird von einem so genannten Bot geführt, der wie in einem echten Dialog alle relevanten Informationen abfragt.

Neuer Weg wird von schon vielen genutzt

Die so erhaltenen Gesundheitsdaten werden digital für das Kreisgesundheitsamt aufbereitet und übermittelt. „Bereits kurz nach dem Start nutzen weit mehr als ein Drittel der Personen, bei denen die häusliche Quarantäne angeordnet wird, diesen neuen Weg“, berichtet Michael Gerling, Leiter des Fachbereichs für Sicherheit und Ordnung bei der Stadt Ahaus. „Das entlastet uns ungemein und schafft uns wieder Zeit, uns angemessen um die persönliche Betreuung zu kümmern.“

Seit einer Woche ist das digitale Symptomtagebuch im Einsatz. Noch läuft nicht alles rund. Auch neue Anforderungen kommen immer wieder hinzu. Dennoch zieht man bereits jetzt ein positives Fazit. „Ich war mir sicher, dass wir die Lage mit einer digitalen Lösung in den Griff bekommen können, und wir wollten das im Kleinen einfach mal probieren“, so Projektleiter Thomas Spieker. „Mir war aber auch klar, dass es schwierig würde, das System einzuführen – schließlich haben die Kollegen alle Hände voll zu tun und keinen Kopf für Mehrarbeit durch Neues. Aber sie haben sich auf das Experiment eingelassen und direkt erlebt, dass es sie nicht be-, sondern entlastet. Und um das, was noch nicht perfekt läuft, kümmern wir uns sofort.“

„Ruf als Digitalstadt festigen“

Das digitale Symptomtagebuch sei ein weiteres innovatives Projekt, mit dem die Stadt ihren „Ruf als Digitalstadt“ manifestiere. „Wir sind als Stadt noch nicht so digital wie wir sein könnten, aber wir sind auf einem guten Weg“, so die Bürgermeisterin Karola Voß.

Kooperation der Stadt Ahaus und Tobit.Labs

  • Das digitale Symptomtagebuch wurde von der Stadt Ahaus in Zusammenarbeit mit den Tobit.Labs entwickelt.
  • Das System ist eine offene Anwendung, die auch von anderen Kommunen eingesetzt werden kann.
  • Die Software wird dazu kostenfrei bereit gestellt.

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