Radioaktive Abfälle bleiben länger in Ahaus

Rat besucht Zwischenlager

Noch über das Jahr 2040 hinaus werden radioaktive Abfälle im Brennelement-Zwischenlager Ahaus (BZA) gelagert. Davon ist Holger Bröskamp, Geschäftsführer der Gesellschaft für Nuklear-Service (GNS), überzeugt. Die jetzige Lagergenehmigung läuft bis 2036. Die Betreiberfirma GNS hatte am Dienstagabend die Ahauser Ratsmitglieder zur traditionell jährlichen Infoveranstaltung eingeladen.

AHAUS

03.12.2014, 14:48 Uhr / Lesedauer: 1 min
Auf dem Podium (v. l.): Bürgermeister Felix Büter, GNS-Pressesprecher Burghard Rosen und GNS-Geschäftsführer Holger Bröskamp.

Auf dem Podium (v. l.): Bürgermeister Felix Büter, GNS-Pressesprecher Burghard Rosen und GNS-Geschäftsführer Holger Bröskamp.

Das Problem: "Vor 2040 haben wir kein Endlager", sagte Bröskamp. Nachdem die Politik auf Bundesebene entschieden hat, die Suche nach einem Endlager ganz von vorne zu beginnen, werde sich der Zeitpunkt bis zur Fertigstellung eines Endlagers nach hinten verschieben.

Geplant ist, dass ab 2023 mindestens zwei Standorte unterirdisch geprüft werden sollen, ob sie als Endlager geologisch geeignet sind. 2031 soll per Gesetz ein Standort als Endlager benannt werden. Bis dann auch die Bauarbeiten und die nötigen Prüfabnahmen erfolgt sind, werden sicherlich noch etliche Jahre vergehen. Nicht nur Bürgermeister Felix Büter hält den Zeitrahmen - bis zum Auslaufen der Lagergenehmigung in Ahaus 2036 - für unrealistisch kurz.

Vieles rein spekulativ

Das noch zu bestimmende Endlager betrifft allerdings nur hochradioaktive Abfälle. Für die schwach- und mittelbelasteten Abfälle ist die Eisenerz-Schachtanlage Konrad in Salzgitter als Endlager vorgesehen. Doch auch diese Lagerstätte ist noch nicht betriebsbereit. Auch dort wurde der Zeitpunkt verschoben. "Das ist jetzt spekulativ", sagte Holger Bröskamp. Er rechnet mit einem Startpunkt zwischen 2022 bis 2025. "Wir haben aber noch kein offizielles Datum von Seiten des Bundes."

"Wir werden die Lagerung der schwach- und mittelradioaktiven Abfälle so lange in Ahaus aufrechterhalten, bis wir sie an Konrad abgeben können. Sie werden nicht an andere Lager abgegeben", betonte GNS-Pressesprecher Burghard Rosen. Für die nahe Zukunft heißt das, dass möglicherweise noch deutlich mehr radioaktiver Abfall in Ahaus gelagert wird. Denn: Das Forschungszentrum in Jülich muss sein Lager räumen. Das ordnete das NRW-Wirtschaftsministerium am 2. Juli an.

USA, Jülich oder Ahaus

Doch geplant ist eigentlich, dass die 152 Castor-Behälter mit Brennelementen in die USA gebracht werden. Sollte das jedoch noch scheitern, wären sowohl die Lagerung in Ahaus als auch ein Fortführen des Lagers in Jülich weitere Möglichkeiten. Momentan jedoch ruht das Antragsverfahren für eine Lagerung in Ahaus, so die GNS-Verantwortlichen. Es könnte aber schnell wieder aufgenommen werden.

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