Corona-Zahlen im Kreis

Reiserückkehrer bilden nach wie vor den Großteil der Neu-Infizierten

Nein, Ahaus ist kein Sonderfall. Trotz 21 neuer Corona-Infizierter innerhalb eines Tages nicht. Die Zahlen reihen sich ein in die kreisweite Tendenz mit stetig steigenden Infektions-Zahlen.
Impfen lohnt sich, wie die Analyse des Kreises zeigt: Ungeimpfte sind die größte Gruppe bei den Corona-Infizierten. © Jenny Kahlert

Der Kreis Borken führt regelmäßig Buch über das, was sich in Sachen Corona tut. Und laut Pressesprecherin Ellen Bulten lässt sich aktuell an den Zahlen vor allem das ablesen: „Das Infektionsgeschehen steigt insgesamt wieder.“ Mal gebe es in der einen, mal in der anderen Kommune besonders viele Infektionen.

Aktuell eben in Ahaus (plus 21), aber auch da gebe es keinen Hinweis auf eine große Infektionsquelle. Laut Ellen Bulten sei für den Anstieg der Infektionen weder eine Schule noch eine andere Einrichtung wie ein Pflegeheim Auslöser.

Die Entwicklung im Kreis Borken im Zeitraum vom 16. bis 22. August hat der Kreis Borken genauer analysiert, wie er mitteilt: Grundsätzlich seien dabei die bisherigen Erkenntnisse aus den vergangenen vier Wochen im Wesentlichen bestätigt worden. Genauer: Die Zahl der Neuinfektionen ist in der vergangenen Woche weiter angestiegen auf 257 gemeldete Neuinfektionen (Vorwoche 186). Örtlich betroffen war dabei mehr der Nordkreis, in dem 151 der neuen Fälle zu verorten waren.

Inzidenzwert steigt stetig

Weiter heißt es dazu im Pressetext des Kreises: Am 15. August lag der Inzidenzwert bei 50,6 (301 gemeldete Infektionen), am 22. August bei 68,7, es wurden 407 infizierte Personen gezählt. Die Entwicklung der Inzidenz im Kreisgebiet entsprach in dem Zeitraum der Entwicklung auf Landes- und Bundesebene – weiterhin stetig steigende Zahlen.

Die Infektionen erfolgten nach den Feststellungen des Kontaktermittlungsteams des Kreisgesundheitsamtes so: Die größte Gruppe der Infizierten sind erneut Reiserückkehrer (108=42,0 Prozent; in der Vorwoche 36 Prozent) – der Großteil (92) weiterhin aus Süd- und Osteuropa; 82 Fälle im häuslichen oder engen privaten Bereich (31,9 Prozent; Vorwoche: 25,8 Prozent) – dies sind im wesentlichen Folgeinfektionen unter Familienmitgliedern; 4 Infizierte bei Feiern (1,5 Prozent; Vorwoche: 5,4 Prozent); 2 haben sich am Arbeitsplatz infiziert (0,7 Prozent; Vorwoche: 1,6 Prozent).

In 61 Fällen konnten Infizierte keine weiteren Angaben zu einer möglichen Infektionsquelle machen (23,7 Prozent; Vorwoche 31,2 Prozent).

Ungeimpfte am stärksten betroffen

183 der 257 infizierten Personen (72 Prozent) waren nicht geimpft, 25 nicht vollständig geimpft. Nach Erkenntnissen des Kreisgesundheitsamtes hatten diese Betroffenen bis auf wenige Fälle nur geringe Symptome und waren damit vor einem schweren Krankheitsverlauf geschützt.

Den Schwerpunkt der Infektionen gibt es mit 59,5 Prozent (153 Personen) in den Geburtsjahrgängen 1990 und jünger.

Fazit des Kreises: Der Anteil der Neuinfektionen aus Reiserückkehr hat sich nochmals erhöht, zudem ergeben sich nach wie vor in hohem Maße Folgeinfektionen in den Haushalten. Die vorherrschende, besonders ansteckende Delta-Virusvariante führt dadurch insbesondere auch in größeren Familiengemeinschaften innerhalb weniger Tage zu starken Fallanstiegen, was sich in verschiedenen Städten und Gemeinden des Kreises zeigt.

Testungen zum Schulstart wirken sich aus

Die Testungen zum Schulstart haben ebenfalls zu einem steigenden Infektionsgeschehen geführt, was sich auch in der Altersstruktur der Infizierten zeigt (83 Personen Jahrgang 2005-2021). Größere Infektionsgeschehen in Klassen- oder Schulzusammenhängen gibt es jedoch bislang nur eins (in Bocholt ist nach bislang vier positiven PCR-Tests eine Klasse in Quarantäne).

Und auch das gilt weiterhin: Infiziert sind überwiegend Ungeimpfte, die Quote der Impfdurchbrüche ist leicht rückläufig (17 Prozent). Vollständig Geimpfte sind besser vor einer Infektion geschützt und nach den bisherigen Erkenntnissen vor allem auch vor einer schweren Erkrankung.

Situation in Krankenhäusern und Pflegeheimen

Auch Coronafälle, die eine Krankenhausbehandlung erforderlich machen, ist zwischenzeitlich gestiegen – es lagen zeitweilig 19 Personen mit einer Coronavirus-Infektion in einem der Krankenhäuser im Kreisgebiet, davon 7 auf der Intensivstation. Der ganz überwiegende Teil war ungeimpft, die Altersspanne dabei sehr groß. Zum Stichtag 26. August waren insgesamt 11 Patienten gemeldet, 3 davon auf der Intensivstation.

Seit inzwischen vielen Wochen wurden in den Einrichtungen der Altenpflege und Eingliederungshilfe nur sehr wenige Einzelfälle von Infektionen unter Bewohnern oder Beschäftigten verzeichnet. Derzeit wird lediglich ein kleinerer Ausbruch in einer Pflegeeinrichtung in Borken geprüft. Die bisherigen Erkenntnisse des Kreisgesundheitsamtes sind, dass alle Betroffenen dort vollständig geimpft und immunisiert sind und nur ganz leichte Symptome zeigen.

In den Kitas haben Einzelinfektionen in verschiedenen Orten Testungen von Gruppen oder Einrichtungen erforderlich gemacht, bislang hat dies in den zurückliegenden Wochen allerdings kaum zu einem Folge-Infektionsgeschehen geführt oder weitere Maßnahmen notwendig gemacht, nur eine Kindergartengruppe musste vorsorglich in Quarantäne.

Am 25. August waren 67,3 Prozent vollständig geimpft

Die Quote der Erstimpfungen im Kreis Borken lag mit Stand 25. August bei 71,9 Prozent bezogen auf die Gesamtbevölkerung und 81,7 Prozent bezogen auf die Bevölkerung ab 12 Jahren. Bei den vollständig Geimpften waren es 67,3 Prozent bezogen auf die Gesamtbevölkerung und 76,5 Prozent bezogen auf die Bevölkerung ab 12 Jahren. Da dem Kreis Borken die Impfzahlen der Betriebsärzte nicht vorliegen, wird die tatsächliche Zahl der geimpften Personen noch größer sein.

Die Auswertung der Altersstruktur der vollständig geimpften Personen ergab folgendes Bild: 12-17 Jahre: 32,9 Prozent; 18-59 Jahre: 75,4 Prozent; 60 Jahre plus: 92,3 Prozent

Das „Impfzentrum Kreis Borken“ in Velen hat am 8. Februar 2021 seinen Betrieb aufgenommen. Es hat derzeit täglich von 14 bis 19 Uhr geöffnet. Weiterhin können alle Impfwilligen ab 12 Jahren das Impfzentrum auch ohne Termin aufsuchen. Seit dem 17. Juli sorgt überdies das „Impfmobil des Kreises“ für „aufsuchende Impfaktionen“ in den Kommunen des Kreises. In Gronau übernimmt diese Aufgabe ein Impfbus des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB). In der kommenden Woche ist unter anderem ein Impftermin in Gronau geplant (Mittwoch, 1. September, 15 bis 19 Uhr, Syrisch-Orthodoxe Gemeinde St. Jesaja; mit Unterstützung der Sprachmittler). Weitere Termine sind bereits in Vorbereitung.

Mehr als 2 Millionen Schnelltests

Am 11. August hat die Zahl der Schnelltestungen auf das Coronavirus im Kreisgebiet den Wert von 2 Millionen überschritten, inzwischen sind an den Teststellen rund 2,16 Millionen Schnelltests vorgenommen worden (Stand 25.August). Seit dem 10. März 2021 werden sie durchgeführt, zwischenzeitlich wöchentlich über 100.000 Testungen. Zwischen 50 und 60 Prozent der positiven Schnelltest-Befunde werden anschließend durch einen PCR-Test als Infektionsfall bestätigt.

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