Die „Rest-Impfdosenbörse“ nimmt jetzt ein bisschen Fahrt auf, weil immer mehr Termine im Impfzentrum Velen nicht wahrgenommen werden und Dosen übrig bleiben. An einem Tag sind schon 52 Restdosen verimpft worden. © dpa
Coronavirus

„Rest-Impfdosenbörse“ nimmt Fahrt auf: Zeitweise 50 Impfungen an einem Tag

Immer mehr Einwohner aus dem Kreis Borken werden mit Dosen aus der „Online-Reste-Börse“ des Kreises Borken geimpft. Weil mehr Termine nicht wahrgenommen werden, steigt die Chance auf den „Piks“.

Seit Anfang März hat der Kreis Borken die „Rest-Impfdosenbörse“ für Impfwillige eingerichtet. Und die nimmt jetzt Fahrt auf: Weil immer mehr zuvor vereinbarte Impftermine nicht wahrgenommen werden, bleiben mehr Impfdosen übrig. Und mehr Menschen kommen spontan zu ihrem erwünschten „Piks“.

Andreas Brinkhues hat beim Kreis Borken die organisatorische Leitung des Impfzentrums und auch der „Börse“ übernommen. Nach seinen Aussagen sind online rund 64.000 Impfwillige registriert. Das ist eine große Zahl, aber dennoch: „In der letzten Woche haben wir täglich zwischen 27 und 52 Restdosen verimpft“, sagt Brinkhues. Langsam aber stetig geht es voran, auch bei der Börse.

Auch bei der Rest-Impfdosenbörse gilt die Priorisierung

Brinkhues betont im Telefonat mit der Redaktion, dass auch bei der Rest-Impfdosenbörse die Priorisierung gilt. Wer sich registriert, kann angeben, wie alt er ist, ob er oder sie Begleitperson einer Schwangeren oder Kontaktperson eines Pflegebedürftigen ist. In dem Dashboard, in dem für den Kreis Borken sichtbar die Daten zusammenlaufen, wird dann eine Reihenfolge angegeben.

Ist ungefähr klar, wie viele Restdosen zur Verfügung stehen, bekommen die Impfwilligen eine Nachricht. Darin wird auch der Impfstoff angegeben, aktuell ist es in der Regel Biontech. Per E-Mail, WhatsApp, SMS oder als Push-Nachricht über die Chayns-App. Der Klingelton sollte bei allen Registrierten eingestellt sein, denn: Innerhalb einer Viertelstunde muss man zusagen. Oder kann absagen, wenn der Termin nicht passt. Aber wer gar nicht reagiert, wird für den Tag nicht berücksichtigt, dann greift das System den Nächsten aus der Liste.

Wer absagt oder Nachricht überhört, verliert seinen Platz nicht

„Man verliert aber seinen Platz nicht, man bleibt auf der Liste. Eine weitere Einladung kommt“, betont Andreas Brinkhues. Das gilt für die, die nicht erreicht wurden genauso wie für die, die absagen mussten. Vielleicht ein, zwei Tage Geduld müsse der Impfwillige dann aufbringen.

„Im Moment ist es so, dass wir Termine schon ab 17.30 Uhr anbieten können“, erklärt der organisatorische Leiter des Impfzentrums zu den Terminen, die aus der Börse vergeben werden. Es wird nicht immer spätabends.

„Es kommt mehr Drive rein“, stellt Andreas Brinkhues fest, der froh ist, auf die Technik des Ahauser Unternehmens Tobit.Labs zurückgreifen zu können. Ein guter Überblick und eine schnelle Kommunikation mit den Impfwilligen sei so möglich. Jetzt, wo auch die Ärzte impfen oder die schon vor langem vereinbarten und wohl nicht mehr aktuellen Termine beim Impfzentrum in Velen nicht wahrgenommen werden, sei die Chance halt höher für die 70.000 Registrierten, nach vorne zu rutschen.

Der Kreis arbeite gemeinsam mit den Tobit.Labs daran, die Technik weiter zu optimieren, um den Impfstoff möglichst gut zu verteilen. Das auch mit dem Blick darauf, dass vielleicht irgendwann die Priorisierung aufgegeben wird. „Darauf wollen wir dann reagieren können“, so Brinkhues.

Wer sich als Impfwilliger registrieren lassen möchte auf der „Rest-Impfdosenbörse“, kann das unter www.impfen.kreis-borken.de tun.

Termine für 70- bis 80-Jährige

  • Ab Mittwoch, 21. April 2021, um 8 Uhr kommen laut Landesgesundheitsministerium die nächsten Geburtsjahrgänge 1948 und 1949 hinzu. Alle Personen, die zwischen dem 1. Januar 1948 und dem 31. Dezember 1949 geboren wurden, sowie deren Lebenspartner können dann einen Impftermin vereinbaren.
  • Die Terminbuchung erfolgt online über das Anmeldesystem der Kassenärztlichen Vereinigung (www.116117.de) sowie telefonisch über die Rufnummer (0800) 116 117 02. Ein Einladungsschreiben wird in Kürze verschickt, ist aber zur Impfanmeldung nicht notwendig.
  • Die Impfung erfolgt je nach Verfügbarkeit von Terminen zeitnah. Paarbuchungen sind möglich. Das Alter des jeweiligen Ehe- oder Lebenspartners spielt keine Rolle. Bei den Impfungen kommt derzeit der Impfstoff des Herstellers BioNTech zum Einsatz.
  • Das Gesundheitsministerium weist darauf hin, dass nach wie vor Termine für die vorherigen Geburtsjahrgänge 1941 bis 1947 sowie Personen ab 80 Jahren zur Verfügung stehen. Zeitnah werden auch die restlichen Jahrgänge der über 70-Jährigen freigeschaltet.
Über die Autorin
Redaktion Ahaus
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Anne Winter-Weckenbrock

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