Salaputia Brass bietet beim Schlosskonzert musikalische Glanzstücke aus vier Jahrhunderten

Ahauser Schlosskonzert

Das Ensemble von „Salaputia Brass“ hat einen viel beachteten Auftritt bei den Ahauser Schlosskonzerten hingelegt. Dabei glänzten nicht nur die Blechblasinstrumente der elf Musiker.

von Janny Heisterborg

Ahaus

, 13.01.2020, 18:21 Uhr / Lesedauer: 2 min
Das Ensemble „Salaputia Brass“ begeisterte das Publikum im Fürstensaal.

Das Ensemble „Salaputia Brass“ begeisterte das Publikum im Fürstensaal. © Janny Heisterborg

Wer sich am vergangenen Sonntag für den Besuch des Ahauser Schlosskonzertes entschieden hatte, konnte einen Auftritt des Ensembles „Salaputia Brass“ erleben, der das Publikum mit Musik britischer Komponisten aus vier Jahrhunderten begeisterte.

So reichte der musikalische Bogen von der Renaissance bis hin zu Musik des Rockmusikers Sting und umfasste neben der spätromantischen „Moorside Suite“ von Gustav Holst auch zeitgenössische Stücke wie „Airs and Atmospheres“ von Derek Bourgeois.

Kraftvoller Klang

Elf Blechbläser und ihr Schlagzeuger fühlten sich in jeder Stilepoche wohl und ließen im Publikum Begeisterung entstehen. Dabei wusste man als Zuhörer bisweilen nicht, was an diesem Abend mehr glänzte: die Blechblasinstrumente oder der Klang, den ihnen die Musiker entlockten. Sie spielten dabei so perfekt zusammen, dass meist ein scharfes Einatmen der ersten Trompete oder Posaune ausreichte, um den vollen Fürstensaal mit kraftvollem aber nie aufdringlichen Klang zu füllen.

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Dass hier Solobläser deutscher Spitzenorchester gemeinsam musizierten, ist nur ein Grund für die erstklassige Klangkultur des Ensembles. Zum anderen war deutlich erkennbar, dass hier zwölf Freunde auf der Bühne standen. Die Musiker kennen sich aus dem Bundesjugendorchester, seit sie 16 sind.

Mit einem Augenzwinkern

Erlaubte sich ein Trompeter eine besondere, wahrscheinlich nicht abgesprochene Verzierung in der Renaissance-Suite von Anthony Holborne, so wurde diese vom mitspielenden Posaunisten gegenüber mit einem Lächeln und Augenzwinkern quittiert. Wer dieses Maß an musikalischer Bewegungsfreiheit erreicht hat, der verzaubert das Publikum mit jedem Takt und jedem Ton.

Posaunist und Moderator Philip Pineda-Resch erklärte dem Publikum zu Beginn ebenjener Suite von Holborne, dass die mittelalterliche Musik zumeist in Schreit- und Springtänze unterteilt war. Er stelle sich vor, wie die Musik die Zuhörer in dieser Zeit regelrecht zum Tanzen animierte.

Begeisterter Applaus

Das Ahauser Publikum solle sich in dieser Hinsicht doch auch nicht zurückhalten, ergänzte der Moderator. Die Zuhörer reagierten mit einem zumeist gemütlichen Lächeln. Zu diesem Zeitpunkt wusste noch niemand, dass es nach dem Schlussakkord des letzten Stückes an diesem Abend keine zehn Sekunden dauern sollte, bis sich der gesamte Fürstensaal für den Beifall erhob. Das Ensemble „Salaputia Brass“ lieferte einen inspirierenden Hörgenuss, erntete dafür begeisterten Applaus und bedankte sich beim Publikum mit zwei Zugaben.

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