Automobilclub Ahaus macht sich auf die Jagd nach dem Schinken

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Ohne Navi und ohne einen genauen Überblick über die Route sind am Samstag die Mitglieder des ACA zur Schinkenrallye gestartet. Eine Schnitzeljagd für Erwachsene.

Ahaus

, 24.10.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eine Runde von 70 Kilometern rund um Ahaus und durch den Kreis Borken. Das kann ja eigentlich nicht so schwierig sein. Wäre es auch nicht, wenn nicht der Automobilclub Ahaus die Finger im Spiel hätte: Bei der Schinkenrallye, die am Samstag vom Kirmesplatz aus gestartet ist, geht es nämlich um mehr als einfach nur Auto-fahren.

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Stundenlang haben der Vorsitzende Bert Fiegenbaum und Josef Schaten die Strecke ausgetüftelt und in verschiedene Anweisungen verschlüsselt. Beispielsweise den Abschnitt „Chinesenrallye“: 30 Symbole zeigen den Fahrern und Navigatoren, wo es lang geht. Die stehen aber weder in der richtigen Reihenfolge, noch weisen sie in die richtige Richtung. Der Navigator muss eben hellwach sein.

Der offensichtlichste Weg ist in der Regel nicht der richtige: Etliche Stunden Vorbereitung kostet es, um die Route für die Schinkenrallye auszuarbeiten. Wichtig dabei: Jedes Teilstück darf nur einmal und in eine Richtung befahren werden.

Der offensichtlichste Weg ist in der Regel nicht der richtige: Etliche Stunden Vorbereitung kostet es, um die Route für die Schinkenrallye auszuarbeiten. Wichtig dabei: Jedes Teilstück darf nur einmal und in eine Richtung befahren werden. © Stephan Rape

Ein anderer Kartenabschnitt zeigt nur Teilabschnitte, die die Fahrer durchfahren müssen. Die kürzesten Verbindungen der einzelnen Abschnitte müssen die Teams selbst austüfteln. Die Krux dabei: Jede Straße, jeder Weg darf nur einmal und nur in eine Richtung durchfahren werden. Am Streckenrand stehen dabei an verschiedenen Stellen Tafeln, die die Fahrer in der richtigen Reihenfolge in ihre Streckenkarte eintragen müssen. Wer Fehler macht, bekommt Strafpunkte und hat keine Chance auf den Sieg. Für diejenigen, die sich unterwegs komplett verzetteln, gibt es einen verschlossenen Umschlag, der sie dann mit Hinweisen wieder auf den richtigen Weg zurückbringt. Allerdings: Wer ihn öffnet, bekommt noch einmal saftige Strafpunkte.

13 Fahrerteams machen sich so am Samstag auf den Weg. In den vergangenen Jahren waren es zwar mehr, aber Bert Fiegenbaum ist trotzdem zufrieden: „Wir sind ja schon froh, dass wir die Rallye bei der aktuellen Coronapandemie überhaupt durchführen können“, sagt er. Aber da die Teams ja nur zu zweit im Auto sitzen, entspreche alles den Vorschriften.

Fahrerbriefing kurz vor dem Start. Von den rund 160 ACA-Mitgliedern sind an diesem Samstag 13 zur Schinkenrallye gestartet. Für die beiden Organisatoren Josef Schaten und Bert Fiegenbaum ein durchaus erfreuliches Ergebnis.

Fahrerbriefing kurz vor dem Start. Von den rund 160 ACA-Mitgliedern sind an diesem Samstag 13 zur Schinkenrallye gestartet. Für die beiden Organisatoren Josef Schaten und Bert Fiegenbaum ein durchaus erfreuliches Ergebnis. © Stephan Rape

Nur das Herbstfest, das der ACA normalerweise abends nach der Schinkenrallye gemeinsam feiert, muss in diesem Jahr ersatzlos ausfallen. Damit erledigt sich natürlich auch die große Siegerehrung. Die Gewinner werden in den nächsten Tagen Besuch vom ACA bekommen. Die Preise gibt es dann direkt an der Haustür. „Anders geht es eben nicht“, erklärt Josef Schaten.

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Die Schinkenrallye gibt es schon seit Jahrzehnten. Wie oft er mitgefahren ist, kann Josef Schaten nicht beantworten. Allerdings weiß er, dass aller Anfang schwer ist: „Bis ich das System verstanden hatte und ohne viele Strafpunkte ins Ziel gekommen bin, hab ich sieben oder acht Anläufe gebraucht“, sagt er lachend. Das ist aber schon länger her. Im vergangenen Jahr hat er die Fahrt gewonnen, deswegen durfte er in diesem Jahr die Planung übernehmen. „Gar nicht so einfach“, wie er erklärt. Schließlich sollen sowohl Rallyeprofis herausgefordert werden, aber auch blutige Anfänger eine Chance bekommen.

Zwölf von 13 Rallyeteilnehmern sind mit ganz normalen Pkw gestartet. Da war dieser Rover-100-Oldtimer schon ein besonderer Blickfang. "Aber das ist ja hier auch keine Oldtimer-Rallye", sagt Organisator Josef Schaten.

Zwölf von 13 Rallyeteilnehmern sind mit ganz normalen Pkw gestartet. Da war dieser Rover-100-Oldtimer schon ein besonderer Blickfang. "Aber das ist ja hier auch keine Oldtimer-Rallye", sagt Organisator Josef Schaten. © Stephan Rape

Drei bis vier Stunden werden die Teams unterwegs sein. Eine Schnitzeljagd quer durch die Bauerschaften im Kreis Borken. Auf Geschwindigkeit kommt es dabei nicht an, nur auf den richtigen Lösungsweg.

Rund 160 Mitglieder hat der ACA aktuell. „Wir haben eine ganze Reihe jüngerer Mitglieder dazu bekommen, die richtig Spaß an der Sache haben“, freut sich der Vorsitzende. Er hofft, dass im kommenden Jahr auch die Oldtimer-Rallye mit dem Start am Oldenkottplatz wieder stattfinden kann. „Wenn da morgens früh um 6 Uhr die jüngeren Mitglieder beim Aufbau helfen, weiß man, dass der Verein gut dasteht“, freut er sich.

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