Schnelles Internet für die Außenbereiche

Glasfaser

Von einem Glasfaseranschluss können Firmen im Außenbereich nur träumen. Doch es gibt auch Unternehmen, die darauf verzichten wollen.

Ahaus

22.11.2017, 21:37 Uhr / Lesedauer: 2 min
Ein Bündel aus Glasfaserkabeln vor einer Speedpipe (Leerrohr) für ein Glasfasernetzwerk. In den Ahauser Außenbereichen soll es das schnelle Internet 2018 geben

Ein Bündel aus Glasfaserkabeln vor einer Speedpipe (Leerrohr) für ein Glasfasernetzwerk. In den Ahauser Außenbereichen soll es das schnelle Internet 2018 geben © picture alliance / Jan Woitas/dp

Filme im Internet oder Videos auf Youtube anschauen – mit einem Glasfaseranschluss ist das kein Problem. Doch so mancher Ahauser, der im Außenbereich wohnt, kann davon nur träumen. Wenn sich die Webseite nur Reihe für Reihe aufbaut, wird das „schnelle Internet“ zum Geduldsspiel.

„Das Thema begleitet uns seit Jahren“, erklärte Thomas Vortkamp (CDU), der Vorsitzende des Wirtschaftsausschusses in der Sitzung am Mittwochabend. „Hoffen wir, dass wir es in den Außenbereichen endlich bekommen.“ Wie die Dinge stehen, scheint es damit 2018 etwas zu werden. Im Ausschuss referierte Inken Steinhauser, Leiterin Digitale Infrastruktur bei der Wirtschaftsförderungsgesellschaft für den Kreis Borken. 32 Prozent Glasfaseranschlüsse gebe es bereits im Kreisgebiet, bundesweit sind es sieben Prozent. „Wir nehmen beim Breitbandausbau eine Vorreiterrolle ein.“

Dabei geht es nicht nur darum, Privatpersonen mit dem schnellen Internet und einem Datendurchsatz von mehr als 30 Megabit/Sekunde zu versorgen. Vor allem die Betriebe haben Steinhauser und ihre Kollegen im Blick.

Fördermittel


Für Ahaus (und viele andere Kommunen) wurde im ersten Schritt ein Fachbüro mit der Projektplanung für den Ausbau beauftragt. Dafür erhielt die Stadt 50.000 Euro Fördermittel. Der Förderantrag für den Ausbau werde voraussichtlich Anfang 2018 eingereicht. „Aktuell diskutieren wir mit den Anbietern über die Angebote. Sie können noch nachbessern. Dann wird der Vertragsentwurf erstellt und wir reichen den Förderantrag ein.“ Sei dieser bewilligt, gehe es an die Feinplanung. „Dann kann relativ schnell der Ausbau erfolgen.“ Inken Steinhauser rechnet für Mitte 2018 damit. „Vorausgesetzt, es gibt die Tiefbaukapazitäten und entsprechendes Material. Deutschlandweit beschäftigt sich ja gerade jede Kommune mit dem schnellen Internet.“

Vor allem die Gewerbegebiete sollen davon profitieren. Denn: „Sie sind der Puls jeder Kommune“, erklärte Inken Steinhauser. Doch es gibt noch einige rote Punkte auf der Ahauser Karte – Gewerbegebiete in Ottenstein und Wüllen. Inken Steinhauser berichtete, dass nicht alle Firmen einen Glasfaseranschluss wollen. „In einer Kommune ergab eine Nachfragebündelung, dass nur 18 Prozent der Unternehmen Glasfaser für nötig hielten. Dann darf man sich nicht wundern, dass es rote Punkte auf der Karte gibt.“ Wahrscheinlich sei bei mancher Firma der Schmerz noch nicht groß genug. Inken Steinhauser beruhigte aber: „Wer auf das schnelle Internet wartet, bekommt es. Wer es noch nicht will, der kann es später bekommen.“

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