Schnelles Internet für (fast) alle Firmen in den Gewerbegebieten möglich

mlzBreitbandausbau in Ahaus

Die Bundesregierung will den Breitbandausbau in Gewerbegebieten fördern. Ein entsprechendes Förderprogramm könnte zu einem flächendeckenden Ausbau in den Ahauser Gewerbegebieten führen.

Ahaus

, 16.02.2019, 05:05 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Situation sei „schön und gleichzeitig anstrengend“, so beschrieb Inken Steinhauser von der Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Kreises Borken im Wirtschaftsausschuss die aktuellen Entwicklungen zum Breitbandausbau.

Nach einem aufwendigen Verfahren hatten die Stadtwerke Ahaus den Zuschlag zum Bau und Betrieb der Glasfasernetze im Außenbereich erhalten. Dabei kooperieren sie mit dem Stadtlohner Unternehmen Data Vision Group. „Aktuell sind die Montagearbeiten in Ottenstein und Graes fast komplett abgeschlossen“, erklärte Inken Steinhauser. 65 Anschlüsse seien bereits in Betrieb genommen worden. Gut 15 Millionen Euro werden insgesamt investiert.

Breitbandausbau

Doch nicht nur Privatpersonen in den Außenbereichen werden vom Breitbandausbau profitieren, auch für Gewerbebetriebe eröffnen sich seit Kurzem ganz neue Möglichkeiten. Möglich macht das ein Programm der Bundesregierung. Sie will deutschlandweit den Ausbau leistungsfähiger Breitbandnetze in den Regionen fördern, in denen ein privatwirtschaftlich gestützter Ausbau bisher noch nicht gelungen ist. Der Bund bedient sich dabei der Hilfe der Atene Kom GmbH. Das Unternehmen berät den öffentlichen Sektor unter anderem bei Projektentwicklungen im Bereich der Digitalisierung.

Digital unterversorgt

Doris Zevenbergen vom Büro der Bürgermeisterin war am Dienstag dieser Woche bei der Atene Kom in Bonn, um Informationen zu den Novellierungen im Breitbandförderprogramm zu erhalten. Demnach gilt jetzt ein Unternehmen als digital unterversorgt, wenn für die Unternehmensleitung „und für jeden weiteren, internetverbundenen Arbeitsplatz“ nicht jeweils mindestens 30 Mbit/s Datenversorgung vorhanden sind. „Neu ist auch, dass die Förderung eines ganzen Gewerbegebietes möglich ist, wenn bei mindestens drei Betrieben in einem Gewerbegebiet eine entsprechende Unterversorgung nachgewiesen wird“, hatte Inken Steinhauser im Ausschuss berichtet. Das könnte in den Ahauser Gewerbegebieten zu einem flächendeckenden Breitbandausbau führen.

Markterkundung

Erforderlich ist allerdings ein sogenanntes Markterkundungsverfahren. Dabei werden Telekommunikationsunternehmen aufgefordert, innerhalb von acht Wochen die vorhandene Up- und Downloadgeschwindigkeit und die Ausbaupläne für die nächsten drei Jahre anzugeben. Damit soll sichergestellt werden, dass der staatliche Eingriff durch Fördergelder nicht vorrangige private Investitionen hemmt. „Das Markterkundungsverfahren soll in der kommenden Woche auf den Weg gebracht werden“, teilte Doris Zevenbergen mit. Ist es ausgewertet, kann entschieden werden, ob Fördermittel für den Ausbau beantragt werden können. Wie viele Betriebe in den Gewerbegebieten in Ahaus und den Ortsteilen sich ans schnelle Internet anschließen lassen könnten, dazu liegen der Verwaltung aktuell keine Zahlen vor.

EU-weite Ausschreibung

Eine weitere Frage - die auch schon Hubert Kersting (UWG) im Ausschuss stellte - dürfte sein, welches Unternehmen den Ausbau in den Gewerbegebieten tätigen möchte. „Es gibt eine EU-weite Ausschreibung“, hatte Inken Steinhauser erläutert. „Jedes Gewerbegebiet wird für sich ausgeschrieben. Es können aber auch Lose zusammengefasst werden.“ Bürgermeisterin Karola Voß sagte im Ausschuss, Ahaus dürfe diese Chance zum Breitbandausbau nicht verpassen. „Ich bin sehr daran interessiert, dass alle Firmen, die einen Anschluss haben wollen, auch einen bekommen.“

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