Schrott vergoldet

Sozialhilfebetrug

Ein 38-jähriger Mann und seine 33-jährige Frau – beide zurzeit wohnhaft in Ahaus – sind am Dienstag vom Amtsgericht Steinfurt wegen Sozialhilfebetruges verurteilt worden.

LAER/AHAUS

23.09.2014, 18:44 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der als Zeugin geladenen Mitarbeiterin des Laerer Sozialamtes fiel auf, dass von der überwiesenen „Stütze“ oftmals am Ende des Monats noch mehrere hundert Euro übrig blieben. „Wenn der Angeklagte bei uns vorstellig wurde, hatte er oft schmutzige Hände und schmutzige Kleidung an. Aber wenn ich ihn darauf ansprach, gab es immer ausflüchtige Antworten“, erklärte die 38-jährige Verwaltungsfachwirtin, die auch von Laerer Bürgern einen Tipp erhalten hatte. Deshalb habe sie die Mißbrauchsstelle des Kreises Steinfurt gebeten, Ermittlungen anzustellen. Die seien dann auch erfolgreich gewesen. „Bei zwei Schrotthändlern in Stadtlohn und in Gronau hat der Angeklagte Schrott für rund 12 000 Euro verkauft“, sagte die Zeugin aus. Für die Gemeinde entstand ein Schaden von fast 9000 Euro.

Der 38-jährige Familienvater gestand die Vorwürfe, seine 33-jährige Ehefrau hingegen bestritt, von seinen „Schrottausflügen“ gewusst zu haben. „Ich habe von ihm jeden Monat um die 300 Euro Haushaltsgeld bekommen. Ich bin davon ausgegangen, dass das die Sozialhilfe war“, meinte die zweifache Mutter, die dem Gericht mitteilte, selbst keine Bankkarte zu besitzen. Staatsanwältin und Richterin glaubten ihr nicht, über einem Zeitraum von mehr als zwei Jahren nichts gewusst zu haben: „Sie haben zwei Sozialhilfeanträge unterschrieben und damit versichert, dass sie beide keine Nebeneinkünfte haben.“ Da der Angeklagte seitdem 1. August einen auf ein Jahr befristeten Job als Berufskraftfahrer hat, gab ihm das Gericht noch eine Chance. „Wenn sie in den vier Jahren Bewährungszeit noch einmal auffällig werden, werden sie wohl ins Gefängnis gehen müssen“, warnte die Richterin.  

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