Schulen arrangieren sich mit belegter Turnhalle

Notunterkunft am Berufskolleg

Die Schule hat begonnen. Auch an den Berufskollegs in Ahaus. Die Sporthalle des Berufskollegs für Technik fällt für den Unterricht im Moment aber noch aus. 102 Flüchtlinge sind dort seit Mitte Juli untergebracht. Sportunterricht soll es für die Schüler aber dennoch geben.

AHAUS

, 12.08.2015, 18:50 Uhr / Lesedauer: 2 min
Schulen arrangieren sich mit belegter Turnhalle

Der Eingangsbereich der Turnhalle des Berufskollegs für Technik Ahaus ist inzwischen mit blickdichten Bauzäunen geschützt. Ein Sicherheitsdienst bewacht die Zufahrt. In der Halle sind 102 Flüchtlinge untergebracht.

Die Belegung der Halle bedeute nicht, dass an der Schule der Sportunterricht im Moment komplett entfällt. „Wir versuchen, den Unterricht trotzdem ohne Ausfälle anzubieten“, sagt Ulrich Kipp, Schulleiter des Berufskollegs für Technik Ahaus. Dafür sind etliche Ausweichmöglichkeiten vorgesehen: Zusammenarbeit mit Nachbarschulen und Sportvereinen seien da nur zwei Varianten. „Unsere Lehrer sind sehr kreativ“, sagt der Schulleiter. So soll in den kommenden Tagen verstärkt der Kraftraum der Schule genutzt werden. Auch Sportunterricht unter freiem Himmel oder sporttheoretischer Unterricht seien denkbare Möglichkeiten.

Natürlich sei ihm als Schulleiter daran gelegen, möglichst schnell wieder den normalen Unterricht durchführen zu können. Eins ist Kipp dabei aber besonders wichtig: „Bei aller Kritik an ausfallendem Unterricht: Wir als Schule dürfen die Unterbringung der Flüchtlinge in der Halle nicht nur als Problem betrachten.“

Die Pflicht, Menschen aufzunehmen

Die Gesellschaft habe ganz einfach die Pflicht, die Menschen, die nach Deutschland kommen erst einmal als Gäste aufzunehmen. „Unabhängig davon, ob sie später bleiben dürfen oder nicht“, so Kipp. Das müsse abgewogen werden. Und da sei die Unterbringung der Menschen im Moment wichtiger.

Eine weitere Halle ist im Moment noch durch die Einrichtung der Notunterkunft gesperrt: Die Sportgeräte aus der Halle des Berufskollegs für Technik sind noch in der kleineren Halle des Berufskollegs Lise Meitner untergestellt. Allerdings wohl nur noch bis nächste Woche. „Dann kommen Container und die Geräte werden darin ausgelagert“, erklärt Michaele Grote, Schulleiterin des Berufskollegs Lise Meitner. So lange werde die Halle ohnehin noch nicht genutzt. „Wir haben noch Einführungstage, deswegen stört uns das eigentlich nicht“; sagt sie. Ab nächster Woche könne dort ganz normal Sportunterricht stattfinden.

Bezirksregierung prüft zwei Standorte

Wie die Stadtverwaltung Ahaus auf Anfrage der Münsterland Zeitung gestern erklärte, befinden sich aktuell zwei Objekte in der Prüfung für eine zukünftige Flüchtlingsunterkunft. „Wir können aber im Moment nicht sagen, um welche Gebäude es sich handelt“, so Fabian Wellers vom Büro des Bürgermeisters. Dafür sei es momentan noch zu früh.

Nicht für eine mögliche Unterkunft komme jedoch die Tennishalle des Tennisclubs Grün-Weiß Ahaus in Betracht. Das erklärte der Klubvorstand in einer Pressemitteilung. Die Bezirksregierung hat demnach nach einer Prüfung festgestellt, dass sich die Halle in Unterortwick nicht zur Unterbringung von Flüchtlingen eigne. Der Spielbetrieb dort gehe ganz normal weiter. Eine eigens dafür einberufene außerordentliche Mitgliederversammlung finde nicht statt.

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