Schulleiterin Michaele Grote: Mit Neugier in den Ruhestand

Berufskolleg Lise Meitner

In einer Feierstunde und mit vielen Gästen verabschiedete der Kreis Borken Michaele Grote. Sie leitete 14 Jahre lang die Geschicke des Berufskollegs Lise Meitner.

Ahaus

11.07.2019 / Lesedauer: 3 min
Schulleiterin Michaele Grote: Mit Neugier in den Ruhestand

Eine Schultüte zum Abschied: Michaele Grote (l.) lenkte 14 Jahre die Geschicke des Berufskollegs Lise Meitner. Wegbegleiter, Vertreter aus Politik und Bezirksregierung, Kollegen und Familie verabschiedeten die Schulleiterin. © Berufskolleg Lise Meitner

14 Jahre lenkte Michaele Grote die Geschicke des Berufskollegs Lise Meitner und vor vollem Haus feierten treue Wegbegleiter, Vertreter aus Politik und Bezirksregierung, Kollegen und Familie Abschied.

Durchs Programm führte das Lehrerteam Christina Giersch und Christoph Sommer. Musikalisch untermalt wurde der Festakt von den Musiklehrern Hiltrud Erning, Josef Gebker, Thomas Renkhoff und Stefan Herkenrath.

Gute Wünsche

Nach der Begrüßung durch den stellvertretenden Schulleiter Alfred Schröer, dem der Abschied von seiner langjährigen Chefin sichtlich schwerfiel, wurde zu zwei runden Tischen geladen, in denen individuell die Teilnehmer Michaele Grote gute Wünsche, Einschätzungen und Dank mit auf den weiteren Lebensweg gaben.

In der ersten Runde, moderiert von Lehrerratsvertreterin Barbara Blüml, stellte Landrat Dr. Kai Zwicker nochmals die Wichtigkeit beruflicher Bildung für den Kreis Borken heraus und betonte, welch verlässliche Partnerin Michaele Grote in all den Jahren für die gute Zusammenarbeit war.

Elisabeth Büning, die den Fachbereich Bildung, Kultur und Sport des Kreises Borken leitet, betonte, wie froh sie war, noch mehr Frauen in Leitungspositionen zu sehen und auch sie fand überaus lobende Worte für die scheidende Schulleiterin. „Ihre Beharrlichkeit ist das, was ich ganz besonders an Ihnen, Frau Grote, finde.“

Bernhard Damm, der ehemalige Leiter des Zentrums für schulpraktische Lehrerausbildung (ZFSL) Gelsenkirchen reichte nicht ein Adjektiv, um die Persönlichkeit Grotes zu beschreiben, er nannte zwei: „Geerdet neugierig – auf die Welt, die Menschen und sich selbst.“

Arbeit mit „Kopf, Herz und Hand“

Daniel Janning, der Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft betonte, dass die Arbeit Grotes mit „Kopf, Herz und Hand“ von ihr gemacht wurde, und er bei einer Führung durch die Räume eine „starke persönliche Identifikation“ mit Lise Meitner gespürt habe.

Nach einer berührenden Darbietung des Lehrerchores unter der Leitung von Hiltrud Erning, die den Gospel Let my light shine bright mehrstimmig darbrachten, wurden zu einem zweiten runden Tisch die Referendarin Eva Gesing, stellvertretender Schulleiter Alfred Schroer und der pensionierte Kollege Fritz Gregory gebeten.

Besondere Erinnerungen

Lehrer Raphael Medding kitzelte besondere Erinnerungen heraus. So betonte Eva Gesing, dass sie mit Michaele Grote mehrfache erste Begegnungen hatte, als Schülerin, Praktikantin und auch als Referendarin und sich immer ernst- und angenommen fühlte. Alfred Schröer erinnerte an eine dramatische Notsituation, in der der neuen Schulleiterin beim ersten Lehrerausflug eine Zecke entfernt werden musste, der Rest ist bekannt, sie überlebte.

Fritz Gregory erinnerte an die „freiwillige Selbstverpflichtung“ der Lehrer, die Michaele Grote erwartete. Damit einher ging die ihm von Grote aufgezeigte „Polarität zwischen Arbeitsaufwand und Stundenlohn“. Diese Offenheit konnte er gut annehmen und so seinen eigenen Weg als Lehrer finden.

Alle Redner wünschten Michaele Grote Zeit für ihre kulturellen Hobbys, Reisen und das Fahrradfahren und auch die nötige Muße. Landrat Dr. Kai Zwicker wünschte zum Abschied: „Finden Sie Ihre ganz persönliche Tagesstruktur und dafür habe ich Ihnen etwas mitgebracht.“ Er überreichte ihr einen Korb für die Freizeitgestaltung mit Picknickdecke und auch kulinarischen Genüssen.

Rückblick auf Werdegang

Die leitende Regierungsschuldirektorin der Bezirksregierung Münster, Beate Schwingenheuer, ließ den Werdegang Grotes Revue passieren, von der bodenständigen Ausbildung als PTA, dem Studium des Gewerbelehramts, die langjährige Tätigkeit auch als Religionslehrerin, als Fachleiterin in Gelsenkirchen und die Übernahme der Schulleitung in Ahaus. Mit Dank und Lob für die gute Zusammenarbeit überreichte sie dann die Entlassungsurkunde des Landes NRW.

Michaele Grote oblag es, die Schlussworte zu sprechen. Trotz vieler „Wehmutsanteile“ sehe sie dem Ruhestand mit Neugier und Gelassenheit entgegen: „Ich muss nicht mehr funktionieren, ich bin nicht mehr so wichtig“ und schmunzelnd ergänzt sie: „Ich habe meinem Mann gesagt, der Tag ist lang…“

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