Einsatzkräfte einer Hundertschaft haben unter anderem am Donnerstag die Polizei in Ahaus unterstützt. Im Fokus standen dabei Verkehrskontrollen und die Sicherheit des Fahrradverkehrs. © Stephan Rape
Polizeipräsenz

Schwerpunktkontrollen: Hundertschaft patrouilliert auf Ahauser Straßen

Ungewöhnlich viel Polizei ist am Donnerstagmorgen in Ahaus unterwegs. Sogar Kräfte einer Einsatzhundertschaft patrouillieren mit mehreren Polizeibullis auf den Straßen. Die Erklärung ist einfach.

Mehrere Bullis einer Einsatzhundertschaft sowie weitere Polizeifahrzeuge sind am Donnerstagmorgen in Ahaus unterwegs. Sie patrouillieren scheinbar ziellos durch die Straßen. An der Kreuzung Coesfelder Straße / Hindenburgallee oder vor dem Kulturquadrat stellen sie sich zwischenzeitlich auf. Die Beamten beobachten aus dem Fahrzeug heraus den Verkehr.

Nachfrage bei der Pressestelle im Kreis Borken: Was hat es mit der starken Polizeipräsenz auf sich? Frank Rentmeister, Pressesprecher der Polizei im Kreis Borken, hat schnell eine Erklärung: In Ahaus läuft gerade eine Schwerpunktkontrolle.

Es geht um den Verkehr – vor allem um den Radverkehr. „Die Radfahrsicherheit steht im Zentrum der Aktion“, sagt der Pressesprecher. Die Beamten achten auf jede Art von Fehlverhalten und haben auch neuralgische Punkte – etwa den Kreisverkehr an der Wüllener Straße oder eben die Ampelkreuzung Coesfelder Straße im Blick.

Hundertschaften unterstützen Polizeieinheiten vor Ort

Und die Hundertschaften? „Die Kräfte von Extern unterstützen uns bei den Kontrollen“, sagt Frank Rentmeister. Die Einsatzhundertschaft habe ja schließlich auch mehr Aufgaben, als bei Fußballspielen oder Demonstrationen für Sicherheit zu sorgen. „Und sie können ja auch nicht ständig nur trainieren“, erklärt er weiter. Daher würden sie die Polizei aus dem Kreis Borken im Rahmen dieser Schwerpunktkontrolle unterstützen.

Auf den Radverkehr in und um Ahaus hat die Polizei ohnehin ein besonderes Auge: Zwar ging die Zahl der Unfälle laut Statistik im vergangenen Jahr zurück, doch herrschte wegen der Pandemie auch schlicht weniger Verkehr als üblich. 34 Personen wurden 2020 im Ahauser Verkehr schwer, 142 leicht verletzt. Auch diese Rückgänge um 15 bzw. 11,8 Prozent liegen im kreisweiten Schnitt. Eine Person verlor im Jahr 2020 im Straßenverkehr in Ahaus ihr Leben.

Unfallstatistik hat sich im vergangenen Jahr deutlich verbessert

Zwar hat sich auch die Zahl der Unfälle mit Fahrradbeteiligung verbessert, doch drohen da weiterhin Gefahren: Einerseits weil sich auch Fahrradfahrer im Verkehr falsch verhalten, andererseits weil manche Autofahrer die oft sehr zügigen Pedelecs immer noch nicht gewöhnt sind.

Und auch diejenigen, die neu auf ein Pedelec steigen, würden oft vergessen, wie schnell sie unterwegs sind. „Gerade die älteren Radfahrer waren vorher gewohnt, vielleicht mit 12 oder 15 km/h zu fahren“, hatte Jan Tonke, Verkehrssicherheitsberater der Polizei im Kreis Borken gegenüber unserer Redaktion im vergangenen Frühjahr bei einem Gespräch über Verkehrssicherheit erklärt.

Wer noch tiefer in die Unfallstatistik der Polizei im Kreis Borken eintauchen möchte, kann das im statistischen Jahrbuch Verkehr tun. Es ist auf www.borken.polizei.nrw veröffentlicht.

Über den Autor
Redaktion Ahaus
Ursprünglich Münsteraner aber seit 2014 Wahl-Ahauser und hier zuhause. Ist gerne auch mal ungewöhnlich unterwegs und liebt den Blick hinter Kulissen oder normalerweise verschlossene Türen. Scheut keinen Konflikt, lässt sich aber mit guten Argumenten auch von einer anderen Meinung überzeugen.
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Stephan Rape

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