Sexueller Übergriff am Wüllener Karneval 2018? Junge Frau (17) erhebt schwere Vorwürfe

mlzAmtsgericht

Ein Ahauser (20) soll an einer junge Frau (17) nach einer Karnevalsfeier 2018 sexuelle Handlung gegen deren Willen vorgenommen haben. Ein komplizierter Fall für den Richter am Amtsgericht.

Ahaus

, 10.12.2019, 04:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wüllener Karneval 2018, jede Menge Alkohol und ein vermeintlich sexueller Übergriff auf eine junge Frau (17) – um diese Dinge ging es in einem Verfahren vor dem Ahauser Amtsgericht am Montagmorgen. Angeklagt war ein 20-jähriger Mann aus Ahaus. Doch selbst nach zwei Stunden Verhandlung konnte der Vorfall nicht aufgeklärt werden. Das Verfahren wurden ausgesetzt. Ein neuer Termin muss her.

Dass es noch zu keinem Urteil kam, lag nicht nur an den völlig gegensätzlichen Aussagen des Angeklagten und der vermeintlich Geschädigten, die zugleich als Nebenklägerin auftrat, sondern auch daran, dass eine wichtige Zeugin krankheitsbedingt nicht vor Gericht erscheinen konnte. Ein weiterer geladener Zeuge war am vermeintlichen Tattag derart betrunken, dass er mit seiner lückenhaften Aussage nur wenig hilfreich war.

Viergruppe soll ausgelassen Karneval gefeiert haben

Zur angeklagten Tat: Am 11. November 2018 soll eine Gruppe junger Männer und Frauen in einer Ahauser Gaststätte ausgelassen Karneval gefeiert haben. Am frühen Abend sollen die zwei Männer und Frauen das Lokal verlassen haben, um noch einen „Absacker“ in einer anderen Lokalität zu trinken.

Doch dazu ist es nicht gekommen. Denn der Angeklagte und die Geschädigte sollen zuvor noch ein Geldinstitut aufgesucht haben, um Bargeld abzuheben. Dort soll es dann zu dem sexuellen Übergriff gekommen sein. Laut der Geschädigten sei es zunächst zu einvernehmlichen Küssen gekommen, in deren Folge der Angeklagte ihr jedoch in der Hose an der Po gefasst habe.

Ist ein sexueller Übergriff vor dem Geldinstitut erfolgt?

Dies sei gegen ihren Willen erfolgt und darum habe sie die Hand des Angeklagten herausgezogen. Und dann? „Ich war wie in Trance. Als ich wieder zu mir kam, habe ich ihn mit der Hand befriedigt.“ Dies sei ihr schlagartig unangenehm gewesen und darum sei sie zu ihren wartenden Freuden zurück gelaufen. Der Angeklagte sei ihr nur kurz gefolgt und dann verschwunden.

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Kurios: Der Angeklagte leugnete zu Beginn alles. Er sei nicht mit den Bekannten unterwegs gewesen und habe auch mit der jungen Frau (17) nichts zu tun gehabt an diesem Abend. Sein Verteidiger stellte klar: „Mein Mandant sagt, er hat nichts gemacht. Darum wird er hier auch kein Geständnis ablegen.“

Die Ausführungen der Geschädigten waren lückenhaft

Die Ausführungen der Geschädigten selbst waren an vielen Stellen lückenhaft oder unterschieden sich von den Angaben, die sie einst bei der Polizei gemacht hatte. Nicht nur einmal sagte sie leise, fast schon im Flüsterton: „Ich weiß es nicht mehr so genau.“

Da auch nach zwei Stunden Verhandlung weiterhin Aussage gegen Aussage stand, ordnete das Gericht auf einvernehmliche Bitte von Verteidigung und Staatsanwaltschaft eine DNA-Analyse der Kleidung der 17-Jährigen an. „Wenn dort allerdings Spuren von Ihnen gefunden werden“, erklärte der Richter dem Angeklagten, „dann sieht es schlecht für Sie aus.“

Zum neuen Verhandlungstermin in einigen Wochen soll das DNA-Gutachten vorliegen und auch die am Montag verhinderte Zeugin gehört werden. „Dann bekommen wir hoffentlich etwas mehr Klarheit in die Sache“, so der Richter.

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