Dr. Vera Tekülve (45) führt den Ahauser Club von Soroptimist International seit der Gründung im Oktober 2019. Pandemie und Lockdown machen es den Frauen seither nicht leicht, ihren Club auf die Beine zu stellen. © Christian Boedding
Soroptimist International

SI-Club Ahaus kämpft sich im Gründungsjahr durch die Coronakrise

26 Frauen gehören zum Ahauser Club von Soroptimist International. Durch die Coronakrise sind viele Projekte ausgefallen. Trotzdem zieht Präsidentin Dr. Vera Tekülve ein positives Fazit.

Gestartet sind sie im Oktober 2019 – und hatten in und um Ahaus viel vor: Die Frauen, die den Ahauser Club von Soroptimist International gegründet haben. Doch nach den ersten Treffen war auch für die damals 23 Frauen um die Präsidentin Dr. Vera Tekülve erst einmal Schluss. Coronapandemie und Lockdown bremsten natürlich auch die Aktivitäten des neu gegründeten Clubs extrem ein.

Frauen zu unterstützen und zu fördern haben sie sich auf die Fahnen geschrieben. Regional und weltweit. Vor Ort machen sich die Frauen vor allem für die Gewaltprävention stark: „Wir haben uns zuerst im Kampf gegen K.-o.-Tropfen eingesetzt“, sagt Vera Tekülve. Workshops mit Schülerinnen seien geplant gewesen – konnten so aber noch nicht umgesetzt werden.

„Frauen für Frauen“ beim Gang ins Homeoffice unterstützt

Parallel sammeln die Frauen Geld: Empfänger war der Verein Frauen für Frauen, der in Ahaus unter anderem Beratungen anbietet. „K.-o.-Tropfen sind im Moment vielleicht kein Thema, weil Kneipen und Discos ja eh geschlossen sind“, erklärt Vera Tekülve. Dafür steige im Lockdown die häusliche Gewalt. Entsprechend wichtig sei die Beratungsarbeit des Vereins. „Den haben wir zum Beispiel mit Laptops ausgestattet, damit die Arbeit aus dem Homeoffice heraus fortgesetzt werden kann.“ Geld kam zum Beispiel auch über einen Schokoladen-Verkauf in der Innenstadt zusammen, mit dem die Botschaft gegen Gewalt verbreitet wurde.

Auch wenn die Projekte bisher eben nur sehr eingeschränkt funktionieren, zieht Vera Tekülve ein positives Fazit: „Sie waren durchaus erfolgreich.“ Diese Projekte sollen nun weiter getrieben werden.

Nicht nur karitative Ziele

Doch die karitativen Aktivitäten sind nur ein kleiner Teil des Engagements, auch wenn sie die offensichtlichsten sind. Es gehe insgesamt darum, das Frauenbild in der Gesellschaft zu verändern und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu verbessern. Bei den monatlichen Clubabenden geschehe das etwa mit Vorträgen zu ganz unterschiedlichen Themen. Aktuell eben nur online. Aber auch das hätte neue Frauen angelockt.

Trotz der Beschränkungen durch die Pandemie ist der Club leicht gewachsen. 26 Frauen sind es inzwischen, die sich – momentan nur online und mit Abstand – treffen. Weitere Kandidatinnen gibt es. Und der Ahauser Club ist weiter auf der Suche.

Neue Mitgliederinnen gesucht – vor allem aus dem Handwerk

„Eigentlich kommen wir ja auf die Frauen zu, die wir für uns gewinnen wollen“, sagt die Präsidentin. Wer sich für den Club interessiere, könne aber auch selbst Kontakt aufnehmen. „Besonders würden wir uns über berufstätige Frauen aus dem Handwerk freuen“, sagt die Präsidentin.

Und dann ist da noch das 100-jährige Bestehen der weltweiten SI-Bewegung, das in diesem Jahr eigentlich gefeiert werden sollte. „Viele Veranstaltungen sind für die zweite Jahreshälfte geplant“, sagt Vera Tekülve. Sie hoffe, dass davon daher noch Einiges umgesetzt werden könne.

Über den Autor
Redaktion Ahaus
Ursprünglich Münsteraner aber seit 2014 Wahl-Ahauser und hier zuhause. Ist gerne auch mal ungewöhnlich unterwegs und liebt den Blick hinter Kulissen oder normalerweise verschlossene Türen. Scheut keinen Konflikt, lässt sich aber mit guten Argumenten auch von einer anderen Meinung überzeugen.
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Stephan Rape

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