Siebte Eingangsklasse oder Losverfahren

Zu viele Anmeldungen an der Gesamtschule in Ahaus

192 Anmeldungen zur Gesamtschule liegen für das neue Schuljahr vor. Die Schule hat aber nur eine Aufnahmekapazität von 174 Schülern. Die Lösung des Problems liegt in Münster.

Ahaus

, 28.02.2018, 17:02 Uhr / Lesedauer: 2 min

Entweder gibt es an der Gesamtschule in Ahaus eine siebte Eingangsklasse oder es droht ein Losverfahren. Der Grund: zum neuen Schuljahr liegen 192 Anmeldungen vor. Ausgelegt ist die Schule für sechs Eingangsklassen und eine Aufnahmekapazität von 174 Schülern.

Die Ungewissheit dürfte in den nächsten Tagen an so manchen Eltern nagen, die am Dienstagabend die Sitzung des Schulausschusses von den Zuschauerrängen aus verfolgten. Sie hörten, wie Beigeordneter Werner Leuker von einem „deutlichen Anmeldeüberhang“ berichtete und dass die Stadt gemeinsam mit der Schulleitung bei der Bezirksregierung in Münster die Bildung einer siebten Eingangklasse beantragt habe. Dafür muss es von der Behörde eine Sondergenehmigung geben.

Schüler aus Legden

Werner Leuker: „Möglicherweise führen wir dazu noch in dieser Woche ein Gespräch in Münster.“ Mit einem Ergebnis rechnet der Beigeordnete Anfang kommender Woche. Weitere Schritte, auch zu einem möglichen Losverfahren, werde die Verwaltung erst nach einer Entscheidung aus Münster unternehmen. Auch wenn es sich laut Werner Leuker um vorläufige Zahlen handelt, eine Tendenz war offensichtlich: Schüler aus Legden zieht es zur Ahauser Gesamtschule. So präsentierte Werner Leuker in einer Tabelle die Schulübergänge je Schule und Kommune für das Schuljahr 2018/19. Waren in den Vorjahren jeweils zwischen vier und acht Schüler aus Legden an der Gesamtschule angemeldet worden, sind es zum neuen Schuljahr 22 Kinder (plus 15).

Auch bei den Schülern aus Ahaus gab es ein deutliches Votum für die Gesamtschule: Von 146 Anmeldungen zum aktuellen Schuljahr stieg die Zahl auf 163 Schüler zum neuen Schuljahr (plus 17). „Am Ende entscheiden die Eltern, wohin sie ihre Kinder schicken wollen“, sagte Beigeordneter Werner Leuker.

Parteiübergreifend sei man sich einig, dass alle Ahauser Kinder in Ahaus zur Schule gehen können, erklärte Dr. Michael Räckers (Sachkundiger Bürger der CDU). „Wir sollten mit Nachdruck plädieren, dass es eine Ausnahmegenehmigung geben wird.“

Darauf setzt Werner Leuker. Die siebte Eingangsklasse werde auch gebraucht, um später Schüler von anderen Schulen aufzunehmen. Ein Losverfahren sei der Ahauser Schullandschaft nicht dienlich. Es verkenne die Unterschiede zwischen einer Großstadt und dem ländlichen Raum, wo Schüler deutlich länger zu Schulen unterwegs seien. Nach dem Losverfahren könnte es dazu kommen, dass Schüler aus Ahaus nach Heek oder Legden fahren müssen. Die Stadt kämpfe, dass das nicht passiere. Bei Annegret Heijnk (UWG) gab es auf der einen Seite Freude darüber, dass die Gesamtschule so gut nachgefragt werde. „Aber sich vorzustellen, dass Kinder aus Alstätte oder Wessum nach Legden zur Sekundarschule fahren müssen, das ist unglaublich.“ Ute Isferding (CDU): „Nicht nur nach Legden, sondern für einige Jahre auch zum Schulstandort der Sekundarschule in Osterwick.“

Schulempfehlung

So weit ist es noch nicht. Allerdings erklärte Werner Leuker zum Losverfahren: „Es geht darum, wer an der Schule aufgenommen wird und wer nicht.“

Die Eltern der nicht zum Zuge gekommenen Schüler müssten sich anhand der Schulempfehlung der Grundschule für ihren Nachwuchs neu orientieren. Ihr Kind könne mit der Realschul-Empfehlung statt der Gesamtschule auch die Anne-Frank-Realschule besuchen. Auch am Alexander-Hegius-Gymnasium seien noch Aufnahmen möglich. Ute Isferding: „Wir brauchen nicht jedes Jahr diesen Anmeldekrimi.“ Ihr Vorschlag: „Wir sollten Vertreter der Bezirksregierung einladen, die sich unseren Fragen stellen.“

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