Stadt und Ahauser Ortsteile wachsen in 50 Jahren zusammen

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Bei einer Feierstunde im Rathaus ging es um das Jubiläum 50 Jahren kommunale Neugliederung. Zeitzeugen aus Kommunalpolitik und Verwaltung erinnerten sich und zogen auch Bilanz.

Ahaus

, 02.10.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

In 50 Jahren ist die Stadt Ahaus mit seinen Ortsteilen Alstätte, Ammeln, Graes, Ottenstein, Wessum und Wüllen zu einer Einheit zusammengewachsen. Das war die wichtigste Botschaft, die rund 100 Besucher im Sitzungssaal des Rathauses aus der Feierstunde zu 50 Jahren kommunaler Neugliederung mitnahmen.

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Doris Zevenbergen vom Büro der Bürgermeisterin, Festredner Winfried Terwolbeck und Bürgermeisterin Karola Voß skizzierten die Geschichte des Zusammenschlusses.

1969 wurden Ammeln und Wüllen nach zweitägiger Bedenkzeit in die Stadt Ahaus integriert. „Mein Vater war damals 30 Jahre lang Bürgermeister von Ammeln. Er wollte, dass auch nach 1969 möglichst viel für Ammeln raussprang“, erinnerte sich Agnes Borowski, Tochter von Heinrich Markschlag.

Ammeln schon immer nach Ahaus orientiert

In Alstätte waren zwölf Ratsherren gegen und nur fünf für den Zusammenschluss. Deshalb wurden erst 1975 Alstätte, Graes, Ottenstein und Wessum der Stadt Ahaus eingegliedert. Ammeln hatte nur eine Kapelle, viele Vereine und keine Schule. „Die Ammelner waren deshalb schon immer nach Ahaus orientiert“, so Terwolbeck.

In Wüllen gab es eine Kirche und einen „Kulturtransfer“, so nannte es Terwolbeck, besonders durch den Karnevalsverein „Klein Köln“ in Wüllen. Terwolbeck erinnerte auch an den erfolgreichen Wüllener Fußballer und späteren Bürgermeister Leopold Bußmann.

Zeitzeugen erinnern sich

Karola Voß bereicherte durch die Befragung der Zeitzeugen Josef Rotz (geboren 1940) aus Ammeln und Rudolf Mensing (1937) aus Wüllen die Feierstunde. Rotz begann 1954 als Verwaltungslehrling bei der Amtsverwaltung Wüllen. Im Juli 1969 wurde er in den Dienst der Stadt Ahaus übernommen und blieb dort bis 2003. Mensing saß von 1969 bis 1989 im Stadtrat. Heute bringt er sich noch ein als „Schwanenvater“ der Schwäne auf der Schlossgräfte und im Ahaus e.V..

„Es wurde viel über Geld gesprochen. Im ersten Haushalt nach der Eingliederung wollten die Wüllener einen eigenen Etat. Das ging natürlich nicht“, erinnerte sich Rudolf Mensing.

Neues Gewerbe- und Baugebiete

Dr. Heinz-Robert Jünemann, Stadtdirektor von 1973 bis 1998, und Dr. Dirk Korte, von 1998 bis 2004 Bürgermeister, verwiesen in ihren Erinnerungen auf die Notwendigkeit der Eingliederung. „Nach 1969 wuchs die Stadtfläche um dasZehnfache an. In Ammeln entstand das Gewerbegebiet, in Wüllen Wohnbebauung. Dafür war vorher in Ahaus kein Platz mehr“, so Jünemann.

1975 kam Dirk Korte nach Wessum und in den Rat der Stadt Ahaus. „Bis da war Wüllen das Einzelkind der Stadt Ahaus. Die wurden in den ersten Jahren richtig verwöhnt“, so Korte.

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