Stadt verteidigt Strafzettel für Falschparker am Basarsonntag

Canisiusschule

Tausende Besucher, rund 32000 Euro Erlös und mächtig Ärger wegen fehlender Parkplätze und verteilter Strafzettel: Der Leme-Basar in der Canisiusschule am vergangenen Sonntag bewegt die Gemüter. Die Stadt hatte dort Strafzettel verteilt.

AHAUS

, 23.11.2016, 18:25 Uhr / Lesedauer: 2 min
Stadt verteidigt Strafzettel für Falschparker am Basarsonntag

Ein Halteverbot ist ein Halteverbot ist ein Halteverbot: Auch zu karitativen Veranstaltungen ahndet die Stadt Parksünder auf der Hindenburgallee – um die Sicherheit zu gewährleisten, wie es heißt. Man sei aber mit Augenmaß vorgegangen.

"Wir sind dort wegen der massiven Beschwerden der vergangenen Jahre tätig geworden", erklärt Fabian Wellers vom Büro der Bürgermeisterin. Auch bei einer karitativen Veranstaltung wie dem Basar am Sonntag müsse die Stadt dafür sorgen, dass die Sicherheit eingehalten wird. Und das sei eben bei wild geparkten Autos auf Gehwegen oder in engen Straßen nötig. Es habe Gespräche mit der Schule wegen eines Lotsendienstes gegeben, der jedoch nicht umgesetzt werden konnte.

Die städtischen Mitarbeiter seien durchaus mit Augenmaß vorgegangen: "So wurden Autos, die an den Bushaltestellen standen, nicht geahndet", erklärt Wellers. Um aber die Wege für Polizei und Feuerwehr oder für Fußgänger offen zu halten, habe man an manchen Stellen keine andere Möglichkeit.

Sicherheit nicht gefährdet

Ganz so eng, wie von der Stadt angegeben, sei es dann wohl doch nicht gewesen, sagt Hans-Michael Meyer, stellvertretender Schulleiter der Canisiusschule, mit Blick auf freie Wege für die Feuerwehr. Er räumte aber ein, dass zum Beispiel Rollstuhlfahrer oder Eltern mit Kinderwagen durchaus zu kämpfen hatten. Es gebe eben rund um die Schule schlicht zu wenig Parkplätze für den Andrang am jährlichen Basartag.

Er bemühte sich am Mittwoch auf Nachfrage um Vermittlung: Natürlich sei die Parkplatzsituation bei einer Großveranstaltung wie dem Basar hoffnungslos überlastet. "Einmal im Jahr", sagt er. Auch deswegen wirbt er um Verständnis, denn eine Lösung ist nicht in Sicht. "Wir können nur die Anwohner um Nachsicht und die Besucher um korrektes Parken bitten", erklärt er im Gespräch mit unserer Zeitung. Sowohl vor als auch während des Basars sei an der Schule immer wieder informiert worden, wo geparkt werden dürfe.

Nicht praktikabel

Ideen wie ein Shuttle-Service zu weiter entfernt liegenden Parkplätzen seien nicht umsetzbar. "Dann bräuchten wir den Basar gar nicht zu veranstalten. Schließlich geht es um die Erlöse", sagt er. Wie berichtet, sind bei dem Basar rund 32000 Euro für das Kinderheim in Leme, Brasilien, zusammengekommen. Durch das Geld können dort etwa 250 Kinder betreut werden. Besonders schlimm ist für Meyer, dass Besucher so wütend über die Strafzettel seien, dass sie im kommenden Jahr nicht wiederkommen wollen. Das hätten sie gesagt. 2017 soll der Basar zum 50. Mal stattfinden.

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